Faustball-WM

Maximaler Ertrag trotz minimalen Aufwandes

Maximaler Ertrag trotz minimalen Aufwandes

Maximaler Ertrag trotz minimalen Aufwandes

Mannheim
Zuletzt aktualisiert um:
Am Ende gewinnt Dänemark trotz mäßiger Leistung gegen Belgien. Foto: Moritz Kaufmann

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Dänemark gewinnt auch sein zweites Faustball-WM-Spiel und hat damit sogar die Chance auf den Gruppensieg. Viel Grund zur Freude gab es bei allen Beteiligten nach dem Spiel dennoch nicht.

„Wir haben gewonnen“. So lautet das kurze und knappe Gesamtfazit eines nach Ende des Spiels sichtlich angefressenen dänischen Faustball-Nationaltrainers Peter Diedrichsen.

Mit 3:0 (11:6, 12:10, 11:7) hat sein Team wenige Minuten zuvor im zweiten WM-Gruppenspiel die Belgier vom Platz geschickt und sich damit bereits vor dem letzten Vorrundenmatch die Teilnahme an der Qualifikation für das Viertelfinale gesichert, und dennoch sind sowohl Trainer als auch Spieler unzufrieden.

Denn wie so oft beim Sport zählt nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise, wie dieses zustande gekommen ist. Und die schmeckt auf dänischer Seite niemandem.

Beginn nach Plan

Die Partie beginnt eigentlich gut für das dänische Team, das im Vergleich zum Match gegen Serbien mit zwei Änderungen beginnt. Für Hans Martin Asmussen startet Kurt Asmussen im Angriff und für Verteidiger Josef Khalil läuft zunächst Lasse Jepsen auf.

Schnell geht das Team, angeführt durch Faustball-Dino Kurt Asmussen und einem Rune Hinrichsen, der da weitermacht, wo er im vierten Satz des Vortages aufgehört hatte, mit 3:0 in Führung. Alles scheint nach Plan zu laufen.

Die wenigen gefährlichen Bälle, die die Belgier über das Netz bekommen, werden vom dänischen Verteidiger Florian Wittmann grandios entschärft. Im Angriff übernimmt Kurt Asmussen komplett das Ruder, während der Rest des Teams einen Gang zurückschaltet und Kräfte spart. Mit 11:6 gewinnt am Ende Faustball-Routinier Kurt Asmussen quasi im Alleingang den ersten Satz für sein Team.

Routinier Kurt Asmussen war einer der wenigen Lichtblicke im dänischen Spiel. Foto: Moritz Kaufmann

Trainer wird unruhiger

Trainer Diedrichsen, der bereits zum Ende des ersten Satzes an der Seitenlinie unruhiger wird und mit der angezogenen Handbremse seiner Schützlinge unzufrieden ist, wechselt zum zweiten Satz erneut zweimal aus. Für Rune Hinrichsen kommt Hans Martin Asmussen und Thore Naujeck macht für Jakob Jürgensen Platz.

Schnell steht die dänische Mannschaft vor einem großen Problem. Kurt Asmussen, der im ersten Satz noch alle Fäden allein gezogen hatte, gelingt plötzlich nicht mehr alles. Angaben gehen ins Aus, berühren die Leine oder sind von den Belgiern leicht zu verwerten. Gleichzeitig schafft es der Rest des dänischen Teams nicht, den Schalter wieder umzulegen.

Das Ergebnis ist in der Folge viel Krampf und wenig Kampf aufseiten der Nordschleswiger. „Wir haben es einfach nicht mehr hinbekommen, den Ball vernünftig nach vorn zu bringen und auch so übers Netz zu spielen, dass es schwierig für die Belgier wird. Ich habe keine Ahnung woran das lag“, sagt Florian Wittmann nach dem Spiel.

Bruch im Spiel

Den gesamten zweiten Satz bleibt es eng. Hans Martin und Kurt Asmussen schaffen es mit ihrer jahrzehntelangen Faustballerfahrung zwar immer wieder, ihr Team in Führung zu bringen, doch Unkonzentriertheiten bei der Annahme und beim Zuspiel sorgen wiederholt dafür, dass die Belgier schnell ausgleichen können. Am Ende holt Dänemark den Satz knapp mit 12:10. Trainer Diedrichsen steht zu diesem Zeitpunkt nur noch mit versteinerter Miene und verschränkten Armen am Rand.

Trainer Diedrichsen war nicht zufrieden mit der Leistung. Foto: Moritz Kaufmann

Das ändert sich im dritten Satz. Denn da platzt ihm endgültig der Kragen. Lautstark wirkt er auf seine Spieler ein und versucht, sie wachzurütteln. „Irgendwann geht es nicht mehr anders. Ich kann es auf diese Weise probieren, leider klappt es nicht immer“, so Diedrichsen nach dem Spiel.

Morgen gegen die USA wird uns so etwas nicht passieren

Kurt Asmussen

Auch diesmal scheint er nicht zu seinen Spielern durchzudringen. Gleiches Bild wie im zweiten Satz. Am Ende darf sich Dänemark bei seinen Faustball-Urgesteinen Kurt und Hans Martin Asmussen bedanken, dass die Punkte dennoch nach Nordschleswig wandern.

Was war los?

Doch was war los? Wie ist der rapide Leistungsabfall im Vergleich zum Spiel gegen Serbien zu erklären? Für Kurt Asmussen ist es ein rein mentales Problem. „Wenn man im Kopf hat, dass egal, was passiert, wir gewinnen dieses Spiel, dann kommt so etwas heraus. Bei einem Gegner wie Belgien, den man einfach schlagen muss, kann so etwas leicht passieren“, so Asmussen, der allerdings ein Versprechen abgibt. „Morgen gegen die USA wird uns so etwas nicht passieren, da wird es einen Einbruch im zweiten Satz, wie wir ihn in den vergangenen beiden Spielen hatten, nicht geben. Da wird die Spannung eine ganz andere sein.“

Und was sagt der Trainer zu dieser Ansage? „Das Versprechen nehme ich doch gerne an. Ich bin gespannt“, so Diedrichsen, der das Belgien-Spiel letztlich auch nicht zu hoch hängen will. „Solche Spiele wie heute, sind immer dabei. Wenn wir es dann gegen einen Gegner wie Belgien haben, den wir am Ende dann trotzdem noch schlagen, kann ich da sehr gut mit leben“, so der Nationalcoach.

Das letzte Vorrundenspiel bestreitet das dänische Team am Montag um 14 Uhr gegen die USA. Beide Teams konnten ihre ersten beiden Spiele gewinnen und spielen somit den Gruppensieg untereinander aus.

 

 

 

 

 

Mehr lesen

Leserbrief

Jan Køpke Christensen
„Hjertelig tak, Paul Sange“