Historiecenter Dybbøl Banke

Pfannkuchen mit Knalleffekt

Pfannkuchen mit Knalleffekt

Pfannkuchen mit Knalleffekt

Bettina P. Oesten
Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Feuer, Rauch und jede Menge Unterhaltung − der Pyrotechniker bei der Arbeit. Foto: Karin Riggelsen

Kugeln gießen, mysteriöse Mordfälle lösen oder Pfannkuchen nach einem Rezept von 1837 backen: Im Historiecenter Dybbøl Banke wartet auf Kinder und Erwachsene in diesen Tagen ein Herbstabenteuer.

Im Jahr 1864 hatte jedes Regiment im dänischen Heer zwei Marketender, in der Regel Frauen, die die einfachen Soldaten mit dem Allernötigsten versorgten: Salz, Pfeffer, Schinken, Kaffee, Tee und Putzmittel für Lederstiefel und Waffen.

Die Offiziere dagegen ließen es sich in Kriegszeiten mit frischen Muscheln aus dem Limfjord, französischen Weinen, italienischem Käse und Zigarren so richtig gut gehen. In Sonderburg kauften sie bei Axel Zimmermann ein, der in der Stadt seinen Laden betrieb und die feinen Herren nach Strich und Faden mit handverlesenem Sortiment verwöhnte.

Pfannkuchen à la Madame Mangor. Foto: Karin Riggelsen

Viel zu erleben

Am Mittwoch hatten sich bei schönstem Herbstwetter wieder viele Menschen, darunter zahlreiche Familien mit Kindern aus näherer und fernerer Umgebung, auf den Weg zum Historiecenter Dybbøl Banke gemacht, unter anderem, um Kugeln zu gießen, mysteriöse Mordfälle zu lösen oder im Zimmermann’schen „Feinkost“-Laden einen Pfannkuchenteig nach dem Rezept von Madame Mangor zuzubereiten, das 1837 in ihrem berühmten kleinen Kochbuch für „den Soldaten auf dem Feld“ veröffentlicht wurde.

Während in der Kochbaracke die Pfannkuchen über dem offenen Feuer gebacken wurden, zog es die Familie Lind-Nielsen aus Skive, die ihre Herbstferien zurzeit in einem Sommerhaus in Schauby verbringt, unter anderem in die Mannschaftsbaracke, wo Annabelle und ihre Schwester Miamaja von den Heubetten schwer beeindruckt waren. Eigentlich hatte die Familie eine Reise nach Paris ins Disneyland geplant. Dann brach sich die vierjährige Annabelle den Arm, es wurde kurzfristig umdisponiert. Annabelle schien es nicht zu stören − auch mit Gipsarm gab es genug Aufregendes zu entdecken.

Annabelle und ihre Mutter Janni im Zwiegespräch. Foto: Karin Riggelsen

Pyro-Vorführung

Nicht nur aufregend, sondern richtig laut wurde es, als Claus Pihl Christensen, der „Kanonenmann“ des Historiecenters, zur professionellen Pyro-Vorführung einlud und sein Publikum beeindruckte − mit Knall-, Feuer- und Spezialeffekten, die ihn auch in der dänischen Filmbranche zum gefragten Mann gemacht haben. Einen echten Kanonendonner gab es diesmal zwar nicht, dafür aber viel Rauch und jede Menge Unterhaltung für die vielen sonnenverwöhnten Zuschauer.

Den kleinen und großen Köchen schmeckten die fertigen Pfannkuchen vorzüglich. Klar, waren ja auch die von Madame Mangor.

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