Energiepolitik

Der Neujahrsempfang der Kommune – mit Ideen zur grünen Umstellung

Der Neujahrsempfang der Kommune – mit Ideen zur grünen Umstellung

Neujahrsempfang der Kommune mit Ideen zur grünen Umstellung

Sonderburg/Sønderborg
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Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen (l.) mit den geladenen Redegästen Kristian Jensen von Green Power Denmark und Elsebeth Gerner Nielsen, der Vorsitzenden der dänischen UNESCO-Nationalkommission Foto: Sara Eskildsen

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Ex-Minister Kristian Jensen hielt als prominenter Fürsprecher der grünen Energie eine Rede, als die Kommune Sonderburg am Dienstag ihren Neujahrsempfang abhielt. Die Frage war: Wie gelingt die Umstellung auf nachhaltige Energie schnellstmöglich?

Nicht alle Windkraftanlagen können mitten im Meer gebaut werden. Die Menschen in Dänemark müssen sich an den Gedanken gewöhnen, dass mehr und mehr Windräder in Sichtnähe von Häusern gebaut werden. Mit dieser Feststellung bat Ex-Minister und Direktor von Green Power Denmark, Kristian Jensen, Sonderburg um noch mehr Einsatz bei der Umstellung auf nachhaltige Energie.

„Es ist eine Frage der Gewöhnung“

Auf dem Neujahrsempfang der Kommune am Dienstag im Alsion hielt Jensen eine Rede. Und unterstrich, dass er weiß, wovon er spricht. „Ich bin in Westjütland auf einem kleinen Hof aufgewachsen. Aus dem Fenster meines Kinderzimmers konnte ich 29 Windkraftanlagen sehen. Ich denke, es ist eine Frage der Gewöhnung.“

Man sollte bereits vorhandene Standorte modernisieren und ausbauen. „Ich sähe es zudem gerne, dass mehrere neue Standorte gäbe, an denen schnell neue Anlagen für nachhaltige Energieproduktion errichtet werden können. Dennoch können Gebiete bestimmt werden, in denen langfristig keine Energieproduktion stattfindet. Auf diese Weise können sich Fledermäuse und Frösche freuen – und wir uns auf die Zukunft.“

Der ehemalige Finanz-, Steuer- und Außenminister Kristian Jensen ist mittlerweile Direktor des Unternehmens Green Power Denmark. Foto: Sara Eskildsen

Dänemark müsse sich beeilen, um die angestrebte grüne Energieproduktion und die Unabhängigkeit von russischem Gas zu erreichen – und neue Jobs zu schaffen. „Ich glaube, dass Grün in der Zukunft ebenso wichtig für den dänischen Export wird wie Schinken.“

In Deutschland beispielsweise sei der Bedarf an nachhaltig gewonnenem Wasserstoff groß. Hier liegen laut Jensen milliardenschwere Exportmöglichkeiten.

„Lasst 2024 zu einem Jahr der Handlung werden“

„Wir benötigen Leute, die Flächennutzungspläne schreiben, die Umweltgutachten erstellen, die dafür sorgen, dass die Behandlung eingegangener Klagen nicht allzu lange dauert. Wir brauchen diese zusätzlichen Hände, damit die nächsten Windkraftparks auf See nicht elf Jahre Planungszeit benötigen.“

Er hofft, dass Sonderburg 2024 die Nutzungsgenehmigung für den Windpark „Lillebælt Syd“ erhält. „Lasst 2024 zu einem Jahr der Handlung, des Fortschritts und hin zur grünen Zukunft werden.“

Bürgermeister Erik Lauritzen begrüßt Stadtratsmitglied Kirsten Bachmann. Foto: Sara Eskildsen

Bürgermeister Erik Lauritzen (Sozialdemokratie) stellte in seiner Rede ebenfalls klar, dass der Klimawandel kein Zögern und Zaudern mehr erlaube: „Wir haben ein Jahr mit Trockenheit und massiven Regenfällen hinter uns, ein Jahr voller Sturm und Rekorde, was Niederschläge angeht. Sollte es noch einzelne Klimaleugner in dieser Gesellschaft gegeben haben, müssen die aufgegeben haben.“

Die Kommune Sonderburg hat kürzlich 14 Gebiete ausgewiesen, in denen potenziell nachhaltige Energieproduktionen wie Windkraftanlagen und Solarparks errichtet werden können.

Auch der ehemalige Stadtratspolitiker und Wirtschaftsexperte Gerhard Bertelsen (2. v. l.) nahm am Empfang teil. Foto: Sara Eskildsen

Was benötigt Sonderburg, um die grüne Umstellung schneller voranzutreiben?

Sozialdemokratin und Stadtratsmitglied Charlotte Riis Engelbrecht sagt: „Wir müssen all das weiterführen, was wir in Gang gesetzt haben, angefangen mit Project Zero. Wir müssen uns auf dem Laufenden halten, das gilt für unsere Handwerker und unsere Unternehmen. Wir müssen die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen und können es immer noch besser machen und uns anpassen. Wir haben beispielsweise die Bauprojekte Frydendal und Møllestedgård nachhaltig durchgeführt. Wir versuchen, die Nachhaltigkeit immer mitzudenken, und das müssen wir in allem tun, was wir planen und umsetzen.“

 

Sozialdemokratin Charlotte Riis Engelbrecht Foto: Sara Eskildsen

Stadtratspolitiker Tage Petersen von der Partei Venstre sagt: „Was wir brauchen, ist, dass der Staat die Prozesse geschmeidiger gestaltet. Dass all die Genehmigungsverfahren und Planungsverläufe schneller möglich sind. Derzeit ist es so, dass die Verwaltung etwa zwei Flächennutzungspläne pro Jahr erstellen kann. Es dauert alles sehr lange, um neue Produktionsanlagen für nachhaltige Energie zu planen und zu genehmigen. Es gibt allzu viel Bürokratie. Hier wünsche ich mir, dass Prozesse vereinfacht werden, dass es schneller und einfacher möglich ist.“

 

 

Venstre-Politiker Tage Petersen Foto: Sara Eskildsen
Der „Sønderjysk Pigekor“ sang zu Beginn des Empfangs im Alsion. Foto: Sara Eskildsen
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