Qualitätsoffensive

Nach Kritik an Zuständen: Handlungsplan für Guderuper Heim

Nach Kritik an Zuständen: Handlungsplan für Guderuper Heim

Nach Kritik an Zuständen: Handlungsplan für Guderuper Heim

Guderup
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Im Pflegeheim in Guderup kam es in den vergangenen Monaten zu unschönen Vorfällen. Foto: Kommune Sonderburg

Nachdem das Pflegeheim in Guderup in mehreren Fällen wegen schlechten Umgangs mit Heimbewohnern kritisiert worden war, hat der zuständige kommunale Ausschuss nun einen Handlungsplan beschlossen.

Eine Ohrfeige gegen einen Heimbewohner und eine nachlässige Suche nach einer verschwundenen Bewohnerin, die kurz darauf starb: Das Pflegeheim in Guderup stand in den vergangenen Woche wegen schlechter Zustände mehrfach in der Kritik.

Die Zeitung „JydskeVestkysten“ hatte die Fälle aufgedeckt und dokumentiert. Angehörige hatten unter anderem davon berichtet, dass respektlos mit den Heimbewohnern gesprochen wurde.

Demenz-Begleiter hilft – und schult Mitarbeiter

Der kommunale Ausschuss für Soziales und Senioren hat nun einen Plan erarbeitet, um die Zustände im Guderuper Pflegeheim zu verbessern und sicherzustellen, dass sich die Vorfälle nicht wiederholen können.

„Wir haben bereits Änderungen vorgenommen, damit sichergestellt ist, dass Bürger immer eine würdige Pflege und Betreuung erhalten“, sagt die kommunale Chefin für Pflegeheime, Joan Slaikjer Hansen. „Daher haben wir jetzt einen Demenz-Koordinator, der die Tages- und Nachtschichten betreut. Es sind auch individuelle Gespräche zwischen Leitung, Bewohnern und Angehörigen eingeleitet worden.“

Generell bin ich der Meinung, dass wir in den Pflegeheimen der Kommune gute Pflege und Betreuung leisten, aber natürlich sind solche Fälle Anlass genug, mit Bewohnern und Angehörigen vermehrt in Dialog zu treten, um über den Einsatz in den Pflegezentren zu reden.

Preben Storm, Stadtratspolitiker

Die Kommune hat einen Qualitäts-Check erarbeitet, mit dem der Alltag im Pflegeheim untersucht wird.

Der Handlungsplan sieht unter anderem mehr Gespräche und Aktivitäten zwischen Mitarbeitern und Bewohnern vor, ein Demenz-Experte unterstützt die Mitarbeiter der Demenz-Abteilung im Alltag mit Fachwissen und Rat, für alle Bewohner wird ein Sinnes-Profil erarbeitet, und die Mitarbeitenden werden in ihren Kompetenzen generell geschult.

Neue Angestellte werden von erfahrenen Kollegen eingearbeitet und besser auf die Arbeit mit Dementen vorbereitet. Dialog und Informationsaustausch mit Angehörigen sollen verstärkt werden, und die Pflegeheimleitung will versuchen, Mitarbeiter langfristig an die Institution zu binden.

„Wir sind natürlich sehr traurig über die einzelnen Fälle“

Am 25. März fand anlässlich der Vorfälle bereits eine unangemeldete Inspektion im Heim statt. Die Rückmeldungen sollen ebenfalls in den Handlungsplan einfließen.

„Wir sind natürlich sehr traurig über die einzelnen Fälle, und da muss etwas dagegen unternommen werden“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses, Preben Storm (Soz.). „Ich vertraue darauf, dass der bereits geleistete und der noch kommende Einsatz mit dem Handlungsplan eine würdige Pflege und Betreuung im Guderuper Pflegeheim sicherstellen werden“, so Storm.

Brief an alle Angehörigen

„Generell bin ich der Meinung, dass wir in den Pflegeheimen der Kommune gute Pflege und Betreuung leisten, aber natürlich sind solche Fälle Anlass genug, mit Bewohnern und Angehörigen vermehrt in Dialog zu treten, um über den Einsatz in den Pflegezentren zu reden.“

Nach Ostern erhalten alle Angehörigen des Pflegeheims einen Brief, der zum Dialog einlädt. Unter anderem werden die Treffen mit Angehörigen nach Corona wieder aufgenommen.

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