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Briefe statt E-Mails: Millionengewinn für Druckerei in Rinkenis

Briefe statt E-Mails: Millionengewinn für Druckerei in Rinkenis

Briefe statt E-Mails: Millionengewinn für Druckerei in Rinkenis

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Rinkenis/Rinkenæs
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Lasse Frausig
Lasse Frausig Foto: PR

Nirgends ist die Digitalisierung so weit vorangeschritten wie in Dänemark. Fast sämtliche schriftliche Kommunikation läuft übers Netz, auch die Werbung. Die Druckerei Toptryck in Rinkenis hat eine Lücke gesehen – und feiert mit Werbebriefen an ausgewählte potenzielle Kunden große Erfolge.

Von der Tageszeitung abgesehen sind die meisten Briefkästen in Dänemark die meisten Tage der Woche leer. Die strauchelnde Post trägt anderes nur noch einmal die Woche aus, weil hierzulande kaum noch jemand Briefe schreibt. Ob der Schriftverkehr mit Behörden oder Kommune, Ärzten oder Bekannten – auf Papier geht in Dänemark, dem internationalen Vorreiter der Digitalisierung, so gut wie nichts mehr.

Schlechte Nachrichten für eine Druckerei, könnte man meinen. Doch die Druckerei Toptryck in Rinkenis hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr sogar noch steigern können – gerade weil ein richtiger Brief heutzutage etwas Besonderes ist. Um 25 Prozent, von 40 auf 51 Millionen Kronen, stieg der Umsatz innerhalb eines Jahres, in dem die Firma auf Brief-Werbung gesetzt hat – anstatt sich auf das Anzeigen-System des Internet-Riesen Google zu verlassen.

„Wir stellten fest, dass Google AdWords immer teurer wurde und immer weniger effektiv, und weil wir uns gerne von unseren Wettbewerbern unterscheiden wollten und mehr aus unseren Werbekronen machen wollten, haben wir uns dafür entschieden, den Kauf von Suchbegriffen für ein Jahr auszusetzen und es stattdessen mit Briefen zu versuchen“, sagt Toptryk-Direktor Lasse Frausig in einer Pressemitteilung.

Das Unternehmen verschickte rund 8.000 Briefe mit Angeboten an registrierte Kunden und potenzielle Kunden aus einer Adressendatenbank. Die Briefe mit Angeboten, Preisausschreiben, Einladungen und Tipps waren ungewöhnlich erfolgreich, berichtet Frausig. Jeder zehnte Empfänger reagierte, rund zwei Prozent wurden zu Kunden.

Sieben Kronen habe die Werbung per Brief gekostet, berichtet das Unternehmen – inklusive Rabatt-Porto bei Postnord, Druck und Umschlag. Somit hat jeder neue Kunde 350 Kronen gekostet – im Vergleich zu 3.000 Kronen, die laut Toptryck bei Google pro neuem Kunden aufgewendet werden mussten.

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