Atommüll

Region Süddänemark will keine Endlagerung in SH

Region Süddänemark will keine Endlagerung in SH

Region Süddänemark will keine Endlagerung in SH

Vejle
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Gelbe Tonnen mit dem Gefahrenzeichen für Radioaktivität sind zum Zeichen für Atommüll geworden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Jahrzehntelang sollte in Gorleben ein Atommüll-Endlager gebaut werden. Nach dem Aus für Gorleben wird weiter gesucht, und auch Schleswig-Holstein hat laut BGE geeignete Plätze. Der Nachbar im Norden positioniert sich.

Die Region Süddänemark hat sich zusammen mit ihren Kommunen Apenrade, Hadersleben, Sonderburg und Tondern in einem Brief an die deutsche Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gegen ein Endlager in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Dies teilte die Region Süddänemark mit.

Nachdem die Endlagerung hochradioaktiven Mülls im Salzstock Gorleben verworfen wurde, ist die Suche nach einem Endlager wieder offen. Wie der „NDR" Ende September berichtete, hat die BGE mittlerweile einen Zwischenbericht zur Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager vorgelegt. Auch Standorte in Schleswig-Holstein kommen infrage, unter anderem einer bei Sterup in Angeln.

Region lehnt Endlagerung in SH ab

Der Brief sei ein starkes Signal, der die Ablehnung einer Endlagerung nahe der Grenze zum Ausdruck bringe, so Stephanie Lose (Venstre), Regionsratsvorsitzende. Sie freue sich, Unterstützung von den vier Bürgermeistern der nordschleswigschen Kommunen zu erhalten.

In der Mitteilung weist auch die Region Süddänemark darauf hin, dass es noch keinen Beschluss auf deutscher Seite gibt, wo das Endlager letztlich errichtet wird. Deshalb wolle man seitens der Region und der vier nordschleswigschen Kommunen im Vorfeld die Botschaft senden, dass man zusammen ein Endlager in Schleswig-Holstein ablehne.

Lauritzen: Dänemark vor Jahren gegen Atomkraft entschieden

Thomas Andresen (Venstre), Bürgermeister der Kommune Apenrade, unterstreicht in der Erklärung, dass er nicht aus Zorn den Brief unterschrieben habe. Für ihn sei es wichtig, so früh wie möglich die eigene Position zu verdeutlichen. Erik Lauritzen (Soz.), Amtskollege aus Sonderburg (Sønderborg), weist darauf hin, dass Dänemark sich vor Jahren gegen Atomkraft entschieden habe – unter anderem wegen der großen Probleme ein Endlager zu finden. Trotzdem möglicherweise Nachbar eines Endlagers zu sein, stößt bei Lauritzen auf Kritik.

Wie die Landesregierung von Schleswig-Holstein auf ihrer Homepage mitteilt, hat die BGE noch nicht festgelegt, welche Gebiete in Deutschland weiter untersucht werden. Diese Entscheidung falle erst nach weiteren eingrenzenden Schritten am Ende der Phase I von insgesamt drei Phasen des Verfahrens. Ein Zeitpunkt für den Abschluss der Phase I steht laut Landesregierung noch nicht fest.

Einen Überblick über geeignete und nicht geeignete Gebiete zur Endlagerung gibt es hier.

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