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„Flensborg Avis“ lobt Hinrich Jürgensens Entschuldigung

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DN
Flensburg
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Jørgen Møllekær (Archivfoto) Foto: Lars Salomonsen / Flensborg Avis

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Chefredakteur Jørgen Møllekær bedankt sich unter der Überschrift „Nie zu spät“ in einem Leitartikel dafür, dass sich der BDN-Hauptvorsitzende in Anwesenheit der dänischen Königin für die Rolle der deutschen Minderheit in der Zeit des Nationalsozialismus entschuldigt hat.

Jørgen Møllekær, der Chefredakteur der „Flensborg Avis“, der dänischsprachigen Tageszeitung in Südschleswig, hat sich in einem Leitartikel am Mittwochabend positiv über die Worte Hinrich Jürgensens anlässlich der Feierlichkeiten zu 101 Jahren Grenzziehung am Sonntag in Sonderbug (Sønderborg) geäußert.

Der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Nordschleswig, habe seine Worte gut – und mit dem Deutschen Museum zudem einen guten Ort für diese Worte gewählt.

„Kapitel endgültig abgeschlossen“

Møllekær nimmt in seinem Kommentar Bezug auf den Leitartikel im „Nordschleswiger“ vom Dienstag, in dem Chefredakteur Gwyn Nissen und sein Stellvertreter Cornelius von Tiedemann beschreiben, dass es ihres Wissens nach das erste Mal war, dass die deutsche Minderheit nicht nur eine „Mitverantwortung“ eingeräumt, sondern sich offiziell entschuldigt hat.

Jürgensen hatte in Anwesenheit von Königin Margrethe II., Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Staatsministerin Mette Frederiksen gesagt: „Wir, die deutsche Minderheit, konnten im letzten Jahr unseren 100. Geburtstag feiern. Auf die Welt gekommen sind wir nicht freiwillig, denn die Volksabstimmung wurde 1920 als Niederlage angesehen und die Minderheit kämpfte für eine Grenzrevision. Ein Kampf, der auch zur Nazifizierung und Beteiligung am 2. Weltkrieg führte. Es ist eine Vergangenheit, auf die wir nicht stolz sind und für die wir uns entschuldigen, die aber zu unserer Geschichte gehört. Das zeigen wir auch in unserem Museum. Wir haben aber aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.“

Møllekær nennt den Schritt, sich nun, viele Jahre nach dem Krieg und der Zeit der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland zu entschuldigen, den endgültigen Abschluss „dieses Kapitels“. „Niemand in der dänischen Öffentlichkeit hat jetzt noch eine Entschuldigung verlangt oder erwartet“, so Møllekær.

„Eine unaufgeforderte Entschuldigung ist deutlich stärker als wenn man eine Mitschuld einräumt. Es ist nie zu spät, sich zu entschuldigen. Damit ist dieses Kapitel endgültig abgeschlossen. Vielen Dank von dieser Stelle“, schließt der Chefredakteur.

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