Gemeinschaftswanderfahrt

Wanderfahrt in einer Barke auf Fulda, Weser und Mittellandkanal

Dieter Hallmann
Hadersleben/Haderslev
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Die Barkenmannschaft. Die ganze Gruppe. Foto: Privat

Wandsbeker Ruderverein lud zur Gemeinschaftswanderfahrt ein. Alster Ruderverein „Hanseat“, „Haderslev Roklub“ und DRH waren dabei.

Neun Tage lang waren Ruderer des Deutschen Rudervereins Hadersleben auf Fulda, Weser und Mittellandkanal in einer Barke unterwegs. Der Wandsbeker Ruderverein aus Hamburg hatte zu einer Gemeinschaftswanderfahrt eingeladen. Dabei waren auch einige Teilnehmer vom Alster Ruderverein „Hanseat“ sowie vom „Haderslev Roklub“.
Unser Fahrtenleiter Klaus Henning aus Hamburg hatte eine Barke gemietet, die uns nach Bonafort an der Fulda gebracht wurde. Auf einer Barke können acht Ruderer und Ruderinnen rudern, und auf dem Steuermannsplatz finden ein Steuermann sowie zwei „Steuerberater“ Platz.

Insgesamt wurden 220 Kilometer gerudert. Die Etappen waren nicht zu lang, denn es sollte auch noch Zeit für die Kultur bleiben. Daher wurden Kloster Bursfelde und Kloster Corvey besichtigt. Es fanden Stadtführungen in Hann. Münden und Rinteln statt – und es blieb auch genug Zeit, sich gründlich in der Rattenfängerstadt Hameln und in der Münchhausenstadt Bodenwerder umzusehen.

Auch das Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal auf der Porta Westfalica schauten wir uns an sowie die großen Schleusenanlagen des Wasserkreuzes in Minden, wo der Mittellandkanal die Weser überquert. Nachdem wir hierzulande wochenlang fast keinen Regen hatten, gab es am ersten Tag gleich vier Stunden Dauerregen: für uns völlig ungewohnt! Alle waren klitschnass, aber in unserer Pension hatte der Vermieter Wäschekörbe für das nasse Zeug bereitgestellt, das dann in den Trockner kam. Am nächsten Morgen war somit das ganze Ruderzeug wieder trocken. Dann wurde es heiß! Sonne den ganzen Tag. Auf dem Wasser waren es manchmal über 30 Grad und kein Schatten, aber alle Teilnehmer haben die Fahrt gut überstanden – auch die beiden ältesten mit 84 und 83 Jahren.

Die beiden ältesten Teilnehmer (84 und 83 Jahre) und das jüngste Mitglied. In der Mitte Dieter Hallmann Foto: Privat

Höhepunkt

Ein Höhepunkt unserer Fahrt war, dass unser Fahrtenleiter beim Weser-Kilometer 114 die Bedingungen für den Äquatorpreis erfüllt hatte. Für diesen muss man 40.077 Kilometer, also einmal um die Erde, gerudert haben. Dieser Preis wird vom Deutschen Ruderverband verliehen. Einige Ruderer brauchen ihr ganzes Leben dazu; andere haben ihn schon dreimal verliehen bekommen.

Klaus-Henning musste die Barke die letzten 100 Meter allein rudern. Dann war es geschafft. Wir ließen ihn hochleben – und zum Dank gab es ein Glas Sekt. Übrigens haben im DRH auch schon zwei Mitglieder den Äquatorpreis verliehen bekommen und sind kurz davor, den zweiten zu bekommen! In Minden ließen wir uns durch zwei Schleusen auf den Mittellandkanal „hochschleusen“ und ruderten von dort ein Stück. Für die Großschifffahrt, die von Bremen die Weser aufwärts fährt und dann weiter auf dem Mittellandkanal bis Magdeburg, Berlin oder zur Oder hat man eine neue Schleuse gebaut, die aber leider von Ruderbooten nicht benutzt werden kann, aber auch für den Ausflugsverkehr auf der Weser eine große Attraktion darstellt.

Nachdem wir die Weser überquert, noch ein Stück auf dem Kanal gerudert und uns im Informationscenter schlaugemacht hatten, ging es zurück auf die Weser. Nach wenigen Kilometern hatten wir unser Endziel, Petershagen, erreicht. Auf den letzten Kilometern gab es viel Schiffverkehr, nachdem wir die Tage zuvor nur einige Ausflugsschiffe und zuweilen kleine Motorboote getroffen hatten, oftmals aber den halben Tag lang keinem anderen Schiff begegnet waren.
In Petershagen erwartete uns bereits unser Ruderkamerad aus Hann. Münden, um die Barke wieder abzuholen, aber vorher war noch klar Schiff angesagt.
In einem nahen Biergarten legten wir nochmals eine Rast ein, und die DRH-Vorsitzende Angelika Feigel dankte im Namen aller Teilnehmer unseren Fahrtenleiter mit einem kleinen Geschenk für eine gut organisierte und wohlgelungenen Fahrt. Sie sprach den Wunsch aus, er möge doch im nächsten Jahr eine Fahrt auf einem anderen Fluss durchführen.

In Minden gab es zum Abschied noch ein gemeinsames Mittagessen, ebenfalls in einem Biergarten, wo uns allerdings ein heftiges Gewitter mit starken Regenschauern nach drinnen vertrieb. So endete der letzte Tag wie auch der erste Tag der Fahrt mit viel Regen.

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