Bauen im Grünen

Mehrheit für Förde-Plan auf der Kippe

Mehrheit für Förde-Plan auf der Kippe

Mehrheit für Förde-Plan auf der Kippe

Hadersleben/Starup
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Blick auf die Haderslebener Förde bei Starup Foto: Ute Levisen

Die politische Sommerpause neigt sich dem Ende zu. In der nächsten Woche tagt der Technische Ausschuss der Kommune Hadersleben. Er wird erneut über das Bauvorhaben an der Förde in Starup beraten. Diesmal unter anderen Vorzeichen: Die bisherige politische Mehrheit für das Bauprojekt am Naturschutzgebiet gerät ins Wanken.

Die politische Zustimmung für die Baupläne an der Haderslebener Förde in Starup steht auf der Kippe. In der kommenden Woche tagt der Technische Ausschuss. Auf der Agenda steht das umstrittene Bauvorhaben an der Förde in Starup.

Dort möchte ein Investor, wie berichtet, zwölf Baugrundstücke erschließen – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet.

„Es würde unsere Kommune ärmer machen“

Ausschussmitglied Holger Mikkelsen (Venstre) hat die Sommerpause genutzt und sich intensiv mit dem Vorhaben befasst.

„Diese Sache hat viele Aspekte. Ich finde es gut, dass es Investoren gibt, die in unserer Kommune Potenzial sehen und dies nutzen wollen. Aber nicht gerade an dieser Strecke“, sagt Holger Mikkelsen, „denn eine Bebauung an diesem Ort würde unsere Kommune ärmer machen. Wir sollten die natürlichen Vorzüge unserer Kommune erhalten.“

Holger Mikkelsen: „Ich bin nicht dafür.“ Foto: Ute Levisen

Die betreffende Strecke am Aarøsundlandevej ist eine Attraktion, weil man von dort aus freie Sicht auf die Förde hat, woran sich Einheimische und Touristen gleichermaßen erfreuen.

„An dieser Stelle könnten zwar Häuser entstehen, die durchaus nett anzuschauen sind“, ergänzt Mikkelsen: „Die Natur aber wird immer eine Augenweide sein.“

„Was wollen wir mit unserer Natur?“

Mikkelsen hat gegenüber seinen Parteifreunden angekündigt, im Ausschuss gegen das Vorhaben zu stimmen.

Der Blick auf das Feuchtgebiet von der Staruper Kirche aus Foto: Ute Levisen

„Wir müssen uns fragen: Was wollen wir mit unserer Natur?“, formuliert Holger Mikkelsen die Kardinalfrage im Fall Starup, der nicht nur prinzipiellen Charakter hat, sondern auch zum Präzedenzfall werden könnte.

Kopfzerbrechen bereitet dem Politiker nicht zuletzt die Habitatrichtlinie der EU, die bedrohte Tiere und Pflanzen unter strengen Schutz stellt. Davon gibt es an der Förde in Starup jede Menge – angefangen von Laubfröschen über Fledermäuse bis hin zum Seeadler und wilden Orchideen.

Politiker mit Doppelrolle: Søren Rishøj Jakobsen ist Ausschussmitglied und Vorsitzender des Naturrates der Kommune. Foto: Ute Levisen

Das Zünglein an der Waage

„Holger ist das Zünglein an der Waage. Damit kippt die bisherige Mehrheit im Ausschuss“, sagt sein Ausschusskollege Søren Rishøj Jakobsen (Sozialdemokratie).

Jakobsen ist zugleich Vorsitzender des kommunalen Naturrates, ein Gremium, dessen sich die Kommune und ihre Politiker bedienen (sollten), wenn es um prinzipielle Fragen rund um die Natur in der Domstadtkommune geht.

Bislang aber ist längst nicht entschieden, ob die Politiker in dieser Angelegenheit auf den Rat des Naturrates hören wollen. Auch dies wird in der nächsten Woche geklärt.

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