Kulturfest

„Lebensqualität pur” am StreetDome

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Foto: Karin Friedrichsen

„Vand Kant Weekend 18" ist ein grenzüberschreitendes Kulturprojekt. Über die Kooperation mit der Kulturstiftung Schleswig-Flensburg, dem Trekant Fest, der Stadt Schleswig und der Kommune Hadersleben gelang es, gute Berührungsflächen zu schaffen. Davon können sich die Besucher am Sonnabend überzeugen.

„Vand Kant Weekend 18" ist der Titel des Projekts, das Kulturaustausch über die deutsch-dänische Grenze hinweg fördert. Über die Kooperation mit der Kulturstiftung Schleswig-Flensburg, dem Trekant Fest, der Stadt Schleswig und der Kommune Hadersleben gelang es, gute Berührungsflächen zu schaffen. Davon können sich die Besucher, die am heutigen Sonnabend den StreetDome am Haderslebener Hafen besuchen, überzeugen. Am Sonntag ist „Vand Kant Weekend 18" Teil von „The Nordic Arts Festival” in Schleswig.

„Vand Kant Weekend” Mitveranstalterin Gry Vissing Jensen, Kommune Hadersleben, gelang es, 14 junge Menschen aus Deutschland und Dänemark in das groß angelegte deutsch-dänische Projekt einzubinden. Neun Teilnehmer der Kategorie StreetArt haben sich im Laufe des Tages beim Gestalten ihrer Kunst über die Schulter schauen lassen. Und die fünf Teilnehmer der Street Dance-Gruppe haben in nur drei Stunden in einem Workshop mit Unterstützung des Kopenhagener Breakdancers J-Stickz eine Choreographie einstudiert, die sie am Nachmittag auf dem Hafengelände zeigten.

„Ich liebe Regenbögen"

„Ich liebe Regenbögen”, erklärte Alicia Risch, während sie letzte Hand anlegte an einem Regenbogen, den sie auf eine alte Tür sprühte. Die 19-jährige Schleswigerin findet es toll Hadersleben zu besuchen und gemeinsam mit den anderen Teilnehmern in der Jugendschule am Christiansfelder Weg zu übernachten. Tabea Gülzow (15) aus Husum und Cassandra Egeln (14), Jagel, haben sich auch für den Workshop mit Graffiti Künstler Tasek entschieden. „Das macht Spaß“, sagen die Freundinnen.

Von der Deutschen Schule Hadersleben (DSH), sind die Zwillingsschwestern Melanie Lutz und Martina Lutz mit dabei. Die 15-Jährigen haben sich für den Street Dance Workshop entschieden. „Wir tanzen sonst Hip-Hop. Das hier ist was ganz anderes”, lacht Melanie Lutz.

Auf Stelzen wandelte die Gruppe „Oakleaf” aus Hamburg über das Gelände am Haderslebener Hafen. Bettina Eichenblatt ist künstlerische Leiterin der Gruppe. „Wir sind seit Jahren beim Karneval in Aalborg dabei. Und vor zwei Jahren waren wir auch bei einem Festival in Aarhus”, so Piet Koenek, der Ehemann von Bettina Eichenblatt. Für ihren nachmittäglichen Auftritt in Hadersleben hätten die Hamburger sich ein größeres Publikum gewünscht.

„Das ist Lebensqualität pur”,

Heute gegen 21 Uhr wird das Straßentheater erneut aktiv am StreetDome. „Fantastische Qualität, tolle Farbenvielfalt. Das ist Lebensqualität pur”, so Stadtratspolitiker der Schleswigschen Partei (SP) Carsten Leth Schmidt nach der ersten Vorstellung am Nachmittag. Leth Schmidt bedauerte, dass „viel zu wenig Leute” dem Straßentheater beiwohnten. Der stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses wünscht sich, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt wird, und die verschiedenen Kulturakteure eine gemeinsame Plattform finden. „Vor uns liegt eine große Aufgabe. Wir müssen, auch in Verbindung mit der Erneuerung in der City und dem Jungfernstiegprojekt versuchen, ein Netzwerk zu schaffen für alle Kulturakteure, und den StreetDome und seinen Leiter Morten Bennetsen mit einbinden”, so Carsten Leth Schmidt.

Einen Einblick in das Filmprogramm des NORDEN-Festivals bekamen Interessierte auch. Fünf sehr verschiedene Kurzfilme aus Deutschland und Dänemark, in denen es um Sinnsuche und Identität auf allen Ebenen geht, wurden gezeigt: „Kann ich nur empfehlen”, so die Haderslebenerin Erika Hallmann.

Das Projekt

Das deutsch-dänische Programm wird finanziert von „KursKultur” mit Unterstützung der Partner der Region Sønderjylland-Schleswig, des dänischen Kulturministeriums und des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und der Stadt Schleswig. Projektförderung gibt es auch aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die Kommune Hadersleben stellt Arbeitskraft zur Verfügung. Für die Durchführung sind rund 200.000 Kronen zusammengetragen worden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“