Kultur

Kunstwerkstatt: Wie aus einer alten Umkleide ein Raum der Kreativität wurde

Kunstwerkstatt: Wie aus einer alten Umkleide ein Raum der Kreativität wurde

Wie aus einer alten Umkleide ein Raum der Kreativität wurde

Hadersleben/Haderslev
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Ida Mandrup Nielsen ist stolz auf die neue Kunstwerkstatt und freut sich über jeden Besuch. Foto: Amanda Klara Stephany

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Hadersleben malt jetzt: Wer schon immer Lust hatte, den Pinsel zu schwingen, bekommt nun in der eignen Kunstwerkstatt der „Kunsthal6100“ die Möglichkeit dazu. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Menschen und die Leiterin der Werkstatt macht Mut zur Kreativität und zum Farbpinsel. 

Ida Mandrup Nielsen strahlt am vergangenen Donnerstag mit der Sonne um die Wette. Zwischen bunt bemalten Wänden schwebt die junge Frau nahezu durch die Räume. Die Räume, eigentlich Umkleidekabinen und Duschen der Turnhalle der alten Kathedralschule, in der die „Kunsthal6100“ vergangenes Jahr im September umgezogen ist, haben neues Leben bekommen. Anstelle von Schweißgeruch und Turnschuhen bekommen die Wände nun vor allem eins zu sehen: Kunst.

Eine Frau und ihre Idee 

„Unsere Kunstwerkstatt ist seit heute eröffnet. Ich bin sehr stolz auf dieses Projekt“, erklärt die neue Leiterin der Werkstatt.

Dass Ida Mandrup Nielsen dieses Projekt überhaupt ins Leben rufen konnte, hat sie sowohl ihrem Fleiß und ihrer großen Begeisterung für Kunst und Kultur zu verdanken, als auch dem Glück, in Hadersleben gelandet zu sein. Ida ist in der Wikingerstadt Ribe aufgewachsen und hat eine Zeit lang in Kopenhagen gelebt, bis es sie, der Liebe wegen, in die Domstadt zog. Die gelernte Lehrerin suchte nach einer neuen Beschäftigung und verstand sich auf Anhieb mit der Leiterin der „Kunsthal6100“, Marie Dufresne.

Neben Leitung des Jugendkollektives „Onsdagskollektivet“ übernahm die junge Wahl-Haderslebnerin immer mehr Aufgaben. Und hatte letztlich die Idee zur Werkstatt: „Ich finde es wundervoll, dass wir als Kunsthalle solch eine Möglichkeit bekommen und all den Menschen in Hadersleben und Umgebung etwas zurückgeben können“, so Ida. Das Projekt ist sowohl von der Kommune, als auch vom Staat gefördert. 

„Ich finde es wundervoll, dass wir solch eine Möglichkeit bekommen und all den Menschen in Hadersleben und Umgebung etwas zurückgeben können“

Ida Mandrup Nielsen
Den Besucherinnen und Besuchern zeigte Ida Mandrup Nielsen gerne alle Einzelheiten der Werkstatt und nahm sich für alle sehr viel Zeit. Foto: Amanda Klara Stephany

Neues Angebot für Groß und Klein 

Alle Menschen ist auch ein gutes Stichwort, denn der Kunstwerkstatt ist  jederfrau und jedermann willkommen. Kostenlos wohlgemerkt.

„Wir sind sehr froh, dass wir dieses Angebot an alle richten können. Sowohl für kunstinteressierte Menschen, die vielleicht in ihrer Freizeit schon Kunst machen, egal in welcher Form, als auch für Menschen, die noch nicht so viele Berührungspunkte mit dem Kreativsein haben“, erklärt sie. 

Dass die Werkstatt früher einmal eine Umkleide war, erkennt man an einzelnen Elementen, wie etwa den alten Schränken. Foto: Amanda Klara Stephany

Alles kann, nichts muss 

Es gebe zwar ein Konzept für die Werkstatt, doch im Endeffekt kann der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Ida geht es auch um den sozialen Aspekt: „Von Acrylfarbe bis hin zu hochwertigen Pinseln und Stiften haben wir fast alles da. Und gegebenenfalls kann auch etwas bestellt werden. Aber die Menschen sollen sich hier frei fühlen und eventuell ins Gespräch kommen“, erzählt sie. 

Bereits bei der Eröffnung tummeln sich einige Interessierte in den frischgestrichenen Wänden, Ida war stetig im Gespräch – und sehr glücklich darüber: „Ich freue mich, so viele neue Gesichter zu sehen“, schwärmt sie und reicht Menschen direkt Bastelanleitungen und Stifte in die Hand. Ihre Devise: Fangt direkt an!

Die Besucherinnen und Besucher sind begeistert: „Ich freue mich sehr über die neue Möglichkeit“, sagt eine Haderslebenerin. Foto: Amanda Klara Stephany

Kunstwerkstatt als neuer „Place to be“

Wer sich bei den Besucherinnen und Besuchern umhört, merkt: Die Werkstatt kommt gut an. 

Susanne ist mit ihrer Freundin gekommen, beide sind auch in ihrer Freizeit künstlerisch tätig, Susanne näht gerne: „Ich freue mich sehr über die Möglichkeit. Es macht unsere Stadt reizvoller“, schwärmt sie und fragt schnell noch: „Ist der Kaffee hier umsonst oder haben wir uns eine Tasse gerade einfach gemopst?“, lacht sie. Ja, auch der Kaffee ist umsonst. Schließlich lohnt es sich, bei den all den Möglichkeiten in der Werkstatt wach zu bleiben. 

Die Werkstatt hat jeden Donnerstag, 13 bis 17 Uhr geöffnet. 

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