Deutsche Minderheit

Haderslebener Frauenverein verlässt Sozialdienst Nordschleswig

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Der Haderslebener Frauenverein ist nicht mehr Mitglied im Sozialdienst Nordschleswig (Archivbild).

Im Frühjahr vergangenen Jahres trat der Frauenbund Sonderburg aus dem Sozialdienst Nordschleswig aus. Nun folgt der Haderslebener Frauenverein.

Der Haderslebener Frauenverein ist aus dem Sozialdienst Nordschleswig ausgetreten. Dies bestätigten sowohl Monika Knutzen, Vorsitzende des Frauenvereins, als auch Ursula Petersen, Abteilungsleiterin des Sozialdienstes.

Monika Knutzen teilte auf Anfrage dem Nordschleswiger schriftlich folgende Erklärung des Vorstandes vom 22. April mit: „Mit einem einstimmigen Vorstandsentscheid wurde der Austritt aus dem Sozialdienst beschlossen. Diese Mitteilung stieß auf keinen Protest seitens der Mitglieder, die ja immer noch die Möglichkeit haben, sich direkt im Sozialdienst anzumelden. Der Haderslebener Frauenverein ist wie bekannt nicht der erste Verein, der diesen Weg geht. Wir sind ein eigenständiger Verein, was wir übrigens immer waren, und haben lediglich mit dem Sozialdienst zusammengearbeitet. Unser Beschluss hat mit der Zugehörigkeit zur Minderheit nichts zu tun. Im Übrigen wünschen wir nicht, an einer öffentlichen Debatte teilzunehmen.“

Frauenverein: Austritt länger diskutiert

Der Austritt sei, so die Vorsitzende ergänzend am Telefon, schon länger diskutiert worden. Schließlich sei man seitens des Vorstandes zu einem Entscheid gekommen. Zu den Gründen wollte sie sich nicht äußern. Der Vorstand besteht aus sechs Personen. Auf der Generalversammlung des Vereins wurden die Mitglieder laut Knutzen über das Vorhaben informiert. Es habe, so die Vorsitzende, nur einige Nachfragen gegeben. Die Versammlung fand am 9. April dieses Jahres statt.

Ende März, an einem Freitag, so erinnert sich Ursula Petersen vom Sozialdienst, habe sie eine E-Mail vom Frauenverein bekommen, in der der Austritt mitgeteilt wurde. „Wir sind raus, that´s it“, fasst sie den Inhalt zusammen.

Ihr zufolge kam die Nachricht aus heiterem Himmel, die Gründe habe sie nicht erfahren. „Es haben mich mehrere Mitglieder des Frauenvereins angerufen, die traurig über den Austritt sind. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen“, sagt sie.

Folgen für beide Seiten

Mit dem Austritt können die Mitglieder des Frauenvereins nun unter anderem nicht mehr Dienste der Familienberaterinnen des Sozialdienstes in Anspruch nehmen. Auch ist der Zugang zum Haus Quickborn laut Abteilungsleiterin nun begrenzt. Auf der anderen Seite verliert der Sozialdienst ein wichtiges Mitglied im Norden des Landesteils. Petersen verweist auf die Vereine in Rothenkrug (Rødekro) und Sommerstedt (Sommersted), die Mitglied im Sozialdienst sind. Wer wolle, könne auch Mitglied im Hauptverband werden. Sie sieht auch etwas Positives im Austritt. „Wir rücken enger zusammen im Sozialdienst“, sagt sie.

Vor gut einem Jahr trat der Frauenbund Sonderburg aus dem Sozialdienst aus. In einem weiteren Artikel sagte damals die Vorsitzende des Sonderburger Frauenbunds dem „Nordschleswiger“, der Austritt aus dem Sozialdienst Nordschleswig sei hauptsächlich aus Gründen der Vermögensbewahrung geschehen.