Umwelt

Grünes Licht für Klimaplan im September

Grünes Licht für Klimaplan im September

Grünes Licht für Klimaplan im September

Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Gegen den Ausbau der Windenergie gibt es in der Kommune Widerstand in den betreffenden Regionen. Foto: Ute Levisen

Es wird ernst – auch für die Kommune Hadersleben. Der Angriffskrieg auf die Ukraine und die unter anderem daraus resultierenden rasant steigenden Energiepreise verleihen dem politischen Ambitionsniveau Impulse. Im Herbst soll ein Klimaplan grünes Licht bekommen.

Die Großkommune Hadersleben soll grün(er) werden – mit verpflichtenden Zielsetzungen an der „Klimafront“. Seit Ende 2020 ist die Kommune Hadersleben – zumindest theoretisch – Teil der landesweiten Klimakooperation DK2020.

Während die ersten Kommunen des Landes sich seit nunmehr drei Jahren im Rahmen eines Pilotversuchs mit Klimazielen beschäftigen, hat Hadersleben noch bis zum Herbst Zeit, verbindliche Ziele im Rahmen eines Klimaplans festzulegen.

Klima auf der Tagesordnung in allen Ausschüssen

Im Juni haben sich alle politischen Ausschüsse des Kommunalparlaments damit befasst. Ende des Monats erörtern sie Anregungen und Ziele im Rahmen einer Veranstaltung, deren Schwerpunkt die Klimaziele sind.

Das Wetter wird extremer: Die Kommune muss ihre Handlungspläne dementsprechend anpassen (Symbolfoto). Foto: Viggo Hjort Kohberg

„Es geht nicht nur darum, alternative Energiequellen zu erschließen, sondern auch darum, den CO2-Ausstoß zu senken“, sagt der Vorsitzende des Finanzausschusses, Bürgermeister Mads Skau (Venstre), der als politisches Oberhaupt der Domstadtkommune einen Sitz im Fachausschuss der Klimakooperation hat.

Drei Kernbereiche in der Großkommune

Der Krieg gegen die Ukraine, der den im Vorwege stark gestiegenen Energiepreisen Auftrieb verleiht, ist zugleich ein Signal an das politische Ambitionsniveau mit Blick auf Klimaziele in den Bereichen Energieversorgung, Transport und Landwirtschaft. Zugleich geht es darum, Vorkehrungen mit Blick auf extreme Wetterlagen zu treffen. So haben starke Niederschläge in Fohl (Fole) in der Vergangenheit für Überschwemmungen gesorgt.

Ein mögliches Teilziel für Hadersleben könnte eine Reduktion des CO₂-Ausstoßes im Individualverkehr um 25 Prozent sein – und eine runde Null mit Blick auf den öffentlichen Personennahverkehr bis zum Jahr 2030.

Überschwemmungen haben den Friedhof von Fohl unter Wasser gesetzt und tiefe Löcher in einzelne Gräber gerissen. Foto: Ute Levisen

„Um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht, wie genau sich das umsetzen lässt“, so Skau.

Anreize für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge

Einen möglichen Weg zum Ziel beschreibt die Kommunalverwaltung: So könnte die Kommune alle Busse durch Elektro-Busse ersetzen und die Infrastruktur der Ladestationen ausbauen.

Verwaltung steht kopf

Schon jetzt habe die Verwaltung für Technik und Klima jede Menge zu tun, sagt der Vorsitzende des Ausschusses für Klima und Technik, Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP). Hintergrund sei die von der Regierung vorgegebene Deadline für die Wärme- bzw. Heizungspläne, vornehmlich für Gaskunden mit der Alternative eines Anschlusses an das Fernwärmenetz.

„Das wird ganz schön eng, zumal wir noch keine Teilziele für den Klimaplan formuliert haben. Zudem gibt es zahlreiche Immobiliengesellschaften, die Energiefördermaßnahmen ausschöpfen möchten“, so Leth: „Auch da fällt einiges im Bereich Sachbearbeitung an.“

Im Herbst wird das Kommunalparlament den Klimaplan mit Teilzielen und Zielen auf dem Weg zur Energiewende in der Großkommune verabschieden.

Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei hat als Vorsitzender des Klimaausschusses verschiedene „Energie-Eisen" im Feuer – wie seine Verwaltung auch. Foto: Ute Levisen
Mehr lesen

Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Nach der Schule: Zugfahrt statt Ratschlag“

Leserbrief

Jan Køpke Christensen
„Igen en tragisk hændelse“