Corona-Pandemie

Einzelhandel appelliert an Staatsministerin: Wir verbluten!

Einzelhandel appelliert an Staatsministerin: Wir verbluten!

Einzelhandel appelliert an Staatsministerin: Wir verbluten!

Hadersleben/Haderslev
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Die Haderslebener Fußgängerzone während der Zwangsschließungen Foto: Ute Levisen

Mit einem dringenden Appell wendet sich der Einzelhandel von Hadersleben an Staatsministerin Mette Frederiksen. Der Zusammenschluss kleinerer Geschäfte „Haderslev Butikker“ bangt um die Zukunft, wenn sich der Einzelhandel nicht schon bald „öffnen“ darf – wenigstens ein kleines bisschen.

Die Botschaft des Haderslebener Einzelhandels an die dänische Regierungschefin ist klar und unmissverständlich: „Wir verbluten!“
Der Einzelhandelsverband „Haderslev Butikker“ hat sich in einem offenen Brief an Staatsministerin Mette Frederiksen (Sozialdemokratie) gewandt.

Der Vorsitzende bangt um die Zukunft für die Inhaber kleinerer Geschäfte in der Einkaufsmeile. Foto: Ute Levisen

Bitte: Teilweise Öffnung ab 1. März

„Der Einzelhandel, kleine Firmen, Cafés und Restaurants sind am Verbluten“, schreibt der Vorsitzende von „Haderslev Butikker“, Per Houmann. Er appelliert an die Regierungschefin, die Beschränkungen für den Einzelhandel ab 1. März – zumindest stufenweise – aufzuheben.

Die Inzidenz in der Region sei vergleichsweise gering, argumentiert Per Houmann. Es ergebe schlicht keinen Sinn, dass kleinere Geschäfte und Firmen außerhalb der großen Einkaufszentren geschlossen bleiben müssen, während die Menschen in die Einkaufszentren strömen: „Das Ansteckungsrisiko ist dort am geringsten, wo sich die wenigsten Menschen aufhalten.“

Weitreichende Folgen

Der Vorsitzende plädiert im Auftrag des Einzelhandels für eine stufenweise regionale Öffnung – in Abhängigkeit von der Infektionsgefahr.

„Wird die Zwangsschließung nach Ende Februar nicht aufgehoben, hat dies weitreichende finanzielle Konsequenzen. Einige Geschäftsinhaber werden Konkurs anmelden müssen“, warnt Houmann: „Andere wiederum werden viele Jahre lang einen Berg an Schulden tilgen müssen. Der Mangel an liquidem Kapital ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft unserer Wirtschaft.“

Houmann weiß als Inhaber eines Weinfachhandels in der Domstadt aus eigener Erfahrung, wovon er spricht. Der Haderslebener Einzelhandel hoffe, schreibt er, dass die Staatsministerin Gemeinschaftssinn gegenüber den vielen kleinen Gewerbetreibenden zeige und sich für eine teilweise Öffnung einsetze.

Gähnende Leere: Der Einzelhandel hofft auf ein politisches Einsehen. Foto: Ute Levisen

Politische Unterstützung

Auch der Vorsitzende der bürgerlichen Fraktion im Haderslebener Kommunalparlament, „Fællesgruppen“, Allan Emiliussen (Venstre), mahnt, es sei angesichts der desolaten Situation des Einzelhandels an der Zeit für eine Kursänderung: „Wir brauchen eine neue Weichenstellung, bei der Volksgesundheit und eine gradweise Öffnung Hand in Hand gehen.“
Der Kommunalratsabgeordnete Jon Krongaard (Dänische Volkspartei) plädiert ebenfalls für ein Überdenken der staatlichen Corona-Strategie.

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