Vortrag

Da Vinci – der Überflieger

Da Vinci – der Überflieger

Da Vinci – der Überflieger

Monika Knutzen
Hadersleben/Haderslev
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Vortragsabend in der Bücherei Foto: Monika Knutzen

Aus Anlass des 500. Todestages des Malers, Bildhauers, Architekten, Mechanikers, Ingenieurs und Naturphilosophen Leonardo da Vinci hatten der Bund Deutscher Nordschleswiger und die Deutsche Bücherei Hadersleben zu einem Vortragsabend eingeladen. Dabei traten bislang unbekannte Seiten des Multitalents zutage.

Ein überaus interessiertes Publikum war zahlreich erschienen, so dass der Saal der Bücherei nahezu bis auf den letzten Platz besetzt war. Aus Hamburg war der Kunstwissenschaftler Dr. Hans Thomas Carstensen angereist, um über Leonardo da Vinci zu berichten.
Zahlreiche Bilder verdeutlichten den fesselnden Vortrag des gutgelaunten Vortragshalters, der die Person da Vinci in den Mittelpunkt rückte. Da Vinci, unehelich geboren und mit fünf Jahren zum Großvater abgeschoben, litt zeitlebens unter diesem Makel, was ihm eine richtige Schulbildung unmöglich machte. So wurde er auf vielen Bereichen zum Autodidakten – vielleicht ein Grund für seine künstlerische Entwicklung.

Unzufrieden mit seiner Mona Lisa: Leonardo da Vinci Foto: Monika Knutzen

Vegetarier der ersten Stunde

Da Vinci war ein scharfer Beobachter, der sich eine eigene Meinung zur Natur bildete. So wurde er schon früh aus Achtung vor den Mitgeschöpfen zum Vegetarier.
„Ich habe schon in jüngsten Jahren dem Essen von Fleisch abgeschworen, und die Zeit wird kommen, da die Menschen wie ich die Tiermörder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder.“
Auch als Entwickler von Erfindungen und Kriegsmaschinen bewarb er sich, entdeckte das Prinzip des Segelfliegens. Selbst stand da Vinci seinen Werken stets kritisch gegenüber, arbeitete jahrelang an Gemälden und hat sie oftmals nicht beendet – sehr zum Missfallen seiner Auftraggeber.

Kunstwissenschaftler Dr. Hans Thomas Carstensen, Hamburg Foto: Monika Knutzen

Unzufrieden mit der Mona Lisa

Sogar sein berühmtestes Gemälde, die Mona Lisa, war seiner Meinung nach auch nach 15 Jahren nicht abgeschlossen, denn „Natur ist eine unergründliche Wahrheit, die nie ganz entschlüsselt wird.“
Viele Abbildungen diverser Werke des großen Künstlers untermalten den interessanten Vortrag, an den sich eine lebhafte Fragerunde anschloss. Im Anschluss warteten Knabbereien und ein Gläschen Sekt auf die Besucher, die noch lange ins Gespräch vertieft ausharrten.

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