Skrydstrup

Bericht über Fluglärm zwei Jahrzehnte zurückgehalten

Ritzau/hm
Skrydstrup
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Eine F 16 hebt vom Flugplatz Skrydstrup ab. Foto: Ute Levisen

18 Dezibel zu viel Düsenjägerlärm lautete das Fazit eines Berichts für einen Kindergarten bei Skrydstrup. Doch der Bericht blieb unter Verschluss und die neuen Kampfjets sind lauter als die alten F 16.

Das Verteidigungsministerium hat zwei Jahrzehnte lang einen Bericht geheimgehalten, der belegt, dass die F 16 Kampfflugzeuge der dänischen Luftwaffe die Lärmgrenzen an einem Kindergarten und an einer Schule in der Nähe des Militärflughafens Skrydstrup bei Hadersleben überschritten.

Der Bericht wurde 1996 geschrieben und auch nicht veröffentlicht, als einige Jahre später Forscher zeigten, dass Kinder besonders empfindlich auf Lärm reagieren. Die Flugzeuge überschritten dem Bericht zufolge die Lärmgrenze um 18 Dezibel (dB) während eines Motortests auf dem Flugfeld Skrydstrup, der weniger als 1,7 Kilometer vom Kindergarten Himmelblå und einer nun aufgegebenen Schule liegt. Als „markant“ bezeichnet der emeritiere Professor Henrik Møller die Überschreitung der Lärmgrenze. Laut Jyllands-Posten weckt die Heimlichtuerei den Zorn der Anwohner, auch weil die neuen Militärflugzeuge vom Typ F 35 sehr viel lauter sind. Sie berichten, der Fluglärm belaste die Kinder.

Grund für die Geheimhaltung sei gewesen, dass der Bericht Informationen über die Flugwege enthalte, die viele Jahre lang als vertraulich eingestuft waren, so das Verteidigungsministerium. Die verteidigungspolitischen Sprecher der Parteien Radikale und Einheitslisten bezeichnen das Verhalten des Ministeriums als unakzeptabel. Die beiden Parteien wollen eine Untersuchung darüber, ob der Kindergarten oder andere Institutionen umziehen sollten.

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