Lokalpolitik

50 Jahre in der Politik – und ein bisschen müde

50 Jahre in der Politik – und ein bisschen müde

50 Jahre in der Politik – und ein bisschen müde

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Woyens
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Lone Ravn mit Wahlplakat, fotografiert von ihrem Enkel Christian Foto: Ute Levisen

Genossen mit großem „S“: Lone Ravn und Finn Lykkeskov können zusammen auf ein halbes Jahrhundert im Haderslebener Stadtrat zurückblicken: Das wurde mit Kollegen, Familie und Freunden im Ratssaal gebührend gefeiert.

Die Farbe Rot ist ihr klarer Favorit. Gemeinsam bringen es die Genossen Lone Ravn aus Hadersleben und Finn Lykkeskov aus Woyens auf 50 Jahre in der Lokalpolitik. Im Beisein von Kollegen, Familie und Freunden feierte die Kommune das Jubiläum der beiden markanten, sozialdemokratischen Stadtratspolitiker am Dienstag im Ratssaal.

Wie fühlt man sich nach so vielen Jahren im Politik-Business? „Ein bisschen müde“, gesteht Lykkeskov – und nein, das solle keineswegs heißen, dass er zum Ende der Legislaturperiode abdanke:
„Es treibt mich immer wieder in die Politik!“

Carsten Leth Schmidt (SP) gehörte zu den vielen Gratulanten. Foto: Ute Levisen

Nicht gut Kirschen essen

Auch Parteifreundin Lone Ravn mag die Kommunalpolitik nicht missen – erst recht nicht, wenn es gelingt, eigene Fußabdrücke zu hinterlassen. Senioren, Kranke, Behinderte, Pflegebedürftige liegen ihr besonders am Herzen. Umso bitterer ist es dann, Schelte zu beziehen, denn Reaktionen von Bürgern sind harscher geworden, nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch im persönlichen Gespräch mit den Wählern.

Feierstunde im Rathaus Foto: Ute Levisen

Schwelender Ost-West-Konflikt

Mit beiden, das bescheinigte dem Jubelpaar nicht nur Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) in seiner Hommage – ist nicht gut Kirschen essen, wenn ihnen etwas gegen den Strich geht! In diesen Sparzeiten ist dies beispielsweise dann der Fall, wenn bei schwachen Bürgern gespart werden – oder was Lykkeskov angeht – die alte Bahnhofsstadt Woyens aufs Abstellgleis geschoben werden soll und von einer Centerstadt zum ländlichen Randbezirk verbal degradiert wird: Der Ost-West-Konflikt ist auch in der Domstadtkommune keineswegs beigelegt!

Mr. SønderjyskE, Kim Lykkeskov, stieß ebenfalls auf das Wohl des Jubel-Paares – und seines Vaters – an: mit Limonade! Foto: Ute Levisen

Beide seien Sozialdemokraten mit großem „S“, der alten Schule, so Bürgermeister Geil. Als Geschenk überreichte er den Jubilaren das jüngste Werk über Woyens, „Vojens viser vej“, und Porzellan aus der Manufaktur von „Royal Copenhagen“ aus der Serie „Blue fluted mega“:

„Eine rote Serie gibt es – leider – noch nicht“, bedauerte Geil – und legte als Trostpflaster noch zwei Tüten Merrild obendrauf – natürlich in Rot.

Pep Talk von Finn Østergaard von den Haderslebener Sozialdemokraten Foto: Ute Levisen
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