Nordschleswig wurde nach der Karriere zur Heimat

Rilwan Hassan – ein Nigerianer mitten in Nordschleswigs Natur

Veröffentlicht Geändert
Rilwan Hassan im Garten seines Hauses mit Blick auf den Pamhuler See

Mit Sønderjyske wurde er 2020 Pokalsieger, danach folgte die letzte Profi-Station in Indien. Mittlerweile ist er wieder zurück in seinem Haus in Mastrup mit Blick auf den Pamhuler See – in seiner zweiten Heimat Dänemark.

An den dänischen Winter wird er sich nie richtig gewöhnen, aber Dänemark ist mittlerweile für den ehemaligen Sønderjyske-Fußballer Heimat geworden. Der Nigerianer Rilwan Hassan hat sich mit seiner Familie in Mastrup (Marstrup) bei Hadersleben (Haderslev) niedergelassen und fühlt sich nach fast zwei Jahrzehnten in Dänemark mehr dänisch als nigerianisch.

„Ich betrachte es hier als meine zweite Heimat nach Nigeria. Hier habe ich meine eigene Familie gegründet, mein erstes Kind ist hier geboren. Ich kann jederzeit nach Nigeria reisen, um den Rest meiner Familie und Freunde zu sehen, aber für mich ist hier jetzt die echte Heimat, wo meine kleine Familie lebt“, sagt Rilwan Hassan zum „Nordschleswiger“.

Der 33-Jährige aus Lagos kam bereits im November 2007 im Alter von 16 Jahren nach Dänemark und besuchte die Akademie des FC Midtjylland. Neun Jahre lang spielte er in der Superliga-Mannschaft des FCM, bevor sein ehemaliger Trainer Glen Riddersholm anrief und ihn 2019 zu Sønderjyske holte. In seinen drei Jahren bei Sønderjyske stand er zweimal im Pokalfinale.

Rilwan Hassan absolvierte 90 Superliga-Spiele für Sønderjyske.

Schöne Erinnerung an Sønderjyske-Zeit

„Das war eine fantastische Zeit bei Sønderjyske. Wir haben den Pokal gewonnen, die erste Trophäe der Vereinsgeschichte. Das ist eine schöne Erinnerung. Wir haben während meiner Sønderjyske-Zeit auch das Haus in Mastrup gekauft“, so Rilwan Hassen, der mit Ehefrau Merch und den Töchtern Aliyah (3) und Alisha (1) mit Blick auf den Pamhuler See lebt.

„Der Winter ist immer hart für mich, besonders wenn ich laufen gehe. Daran gewöhne ich mich nie, aber ich bin schon so lange in Dänemark, dass ich damit klarkomme. Selbst an das dänische Essen habe ich mich gewöhnt“, lacht der 33-Jährige: „Ich kenne Dänemark in- und auswendig. Die dänische Kultur ist völlig anders als die nigerianische, aber ich habe mich angepasst und mittlerweile fühle ich mich mehr dänisch als nigerianisch.“

Abgesehen vom Wetter mag er alles an Dänemark.

Rilwan Hassan mit dem ehemaligen Athletiktrainer von Sønderjyske, Yannick Durand

„Das System, die Straßen, die Sicherheit. Ich lebe einfach gerne hier. Hier musst du keine Angst haben, angegriffen zu werden, wenn du um 2 Uhr nachts auf die Straße gehst“, meint Rilwan Hassan. In Nigeria sei dies anders, fügt er hinzu.

Abenteuer in Indien

Nach seiner Sønderjyske-Zeit und insgesamt 262 Superliga-Spielen ging es für ein halbes Jahr nach Norwegen zum ehemaligen Sønderjyske-Trainer Jakob Michelsen und HamKam, danach folgten 15 Monate bei Sreenidi Deccan FC in Indien.

„Das war wieder eine völlig andere Kultur, wo die Dinge ganz anders als in Europa gehandhabt werden. Ich bin glücklich, dass ich diese Erfahrung gemacht habe“, sagt der Außenstürmer, der im April 2024 aus Indien nach Mastrup zurückkehrte.

Rilwan Hassan (rechts) wurde 2020 mit Sønderjyske Pokalsieger.

Das Indien-Abenteuer könnte die letzte Station seiner Fußballer-Karriere gewesen sein, doch er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass noch ein letztes Kapitel hinzukommt.

Kicken in der Serie 1

„Ich bin noch nicht offiziell zurückgetreten und hoffe noch, dass irgendwas auftaucht. Ich halte mich fit und sehe, was passiert“, so Rilwan Hassan, der das letzte halbe Jahr für die Serie-1-Mannschaft von FCH 6100 in Hadersleben gespielt hat.

Über die Zeit nach seiner aktiven Karriere hat er sich schon Gedanken gemacht.

Rilwan Hassan hofft noch auf ein letztes Profi-Abenteuer.

„Es ist noch schwer, zu sagen, was ich machen werde. Das muss ich noch mit meiner Familie besprechen, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, jungen afrikanischen Fußballern zu helfen, die nach Europa kommen“, sagt Rilwan Hassan.