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Sønderjysk im Königlichen Theater

Sønderjysk im Königlichen Theater

Sønderjysk im Königlichen Theater

Kopenhagen
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Aus der Musikvorstellung „Omve’n hjemve“: Jede echte Nordschleswigerin und jeder echte Nordschleswiger wird erkennen, worauf diese Szene anspielt. Foto: Zuhal Kocan

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Die Vorstellung „Omve’n hjemve“, die auf den Songs der Blanserin Rikke Thomsen aufbaut, ist im Februar im Schauspielhaus des Königlichen Theaters zu sehen. Das Stück befasst sich mit dem Heimweh und den Dilemmas, die junge Menschen aus der Provinz erleben können.

Im Februar werden Schauspielerinnen und Schauspieler im Königlichen Theater in Kopenhagen Sønderjysk sprechen – und vor allem singen.

Dann wird nämlich die Musikvorstellung „Omve’n hjemve“ eine Woche lang auf der kleinen Bühne des Schauspielhauses gespielt. Das Stück ist inspiriert von dem gleichnamigen Debüt-Album der nordschleswigschen Sängerin Rikke Thomsen.

Erstmalig Sønderjysk auf der Nationalbühne

Ursprünglich wurde die Vorstellung vom Jugendtheater für Nordschleswig, „Æ Teater“ entwickelt und hatte im April im „Teatret Møllen“ in Hadersleben (Haderslev) Premiere.

„Es ist eine große Sache für uns. Es gibt uns erst seit vier Jahren, und schon jetzt können wir auf einer der Bühnen des Königlichen Theaters spielen. Unseres Wissens ist noch nie eine Vorstellung auf Sønderjysk im Königlichen Theater gespielt worden“, sagt Linnea Fabricius, künstlerische Leiterin von „Æ Teater“, zur Zeitschrift „Grænsen.“

Heimweh und Zugehörigkeit

Fabricius spielt auch selbst in dem Stück, das sich mit der Überlegung junger Menschen befasst, ob sie in die Großstadt ziehen sollen oder doch lieber in der Heimat bleiben. Damit, was die Leute über den Dialekt denken werden. Genau diese Themen schneidet auch Rikke Thomsen auf ihrem 2019 erschienenen Kurzalbum mit Songs wie „Åltins koldt i København“ (Immer kalt in Kopenhagen) und „Mojn når vi kommer, mojn når vi gæ“.

„Wir hoffen, dass das Publikum Themen wie Heimweh, Zugehörigkeit und Jugendleben in der Vorstellung wiedererkennen kann. Das gilt wohl vor allem für Exil-Nordschleswigerinnen und -Nordschleswiger wie Menschen aus Jütland insgesamt, die sich in der Hauptstadt und viele Kilometer von der Heimat entfernt zurechtfinden mussten“, so Fabricius.

Bereits in den kommenden Wochen ist das Stück in der Schweizerhalle in Tondern (Tønder), im Sønderborg Teater, in der Sønderjyllandshalle in Apenrade (Aabenraa), im Møllen in Hadersleben (Haderslev), im Flensborghus sowie an weiteren Orten in Dänemark zu sehen. 

Rikke aus Blans

Rikke Thomsen hat in ihrer Kindheit und Jugend in Blans, oder ganz genau am Ballebrovej 2, gelebt, wie sie in dem gleichnamigen Song erzählt.

„Es ist eine Liebeserklärung von meiner Seite an die Kindheit von damals. Ein Tribut an eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort“, sagte sie beim Erscheinen des Songs und des ersten Albums „Opland“dem „Nordschleswiger“.

Sämtliche ihrer Lieder sind auf Sønderjysk. Selbst hat sie Nordschleswig im Alter von 16 Jahren verlassen und ist nach Nordjütland gezogen, um bei ihrem Vater zu leben. Heute lebt sie in dem „kalten Kopenhagen“. 2019 wurde sie mit dem Muttersprachen-Preis (Modersmål-Prisen) ausgezeichnet.

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