Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Grenzziehung

2020 nimmt Form an

Dirk Thöming
Nordschleswig
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Foto: dpa

Simon Faber, Koordinator der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Grenzziehung von 1920, rechnet im kommenden Jahr mit Hunderten Veranstaltungen.

Förderer und Fördergelder

• Die Kommunen Apenrade und Sonderburg haben jeweils
Fördermittel von 500.000 Kronen für freie Projekte zum Thema 2020 bewilligt.
• Hadersleben und Tondern bereiten entsprechende
Fördermöglichkeiten vor, haben aber noch keine
abschließenden Beschlüsse gefasst.
• Die Region Süddänemark hat 3,8 Millionen Kronen für die
Festlichkeiten bewilligt. Davon sind 1,5 Millionen zu
vergebende Projektmittel für örtliche Einrichtungen.
• Die dänische Regierung hat acht Millionen Kronen in ein
Förderbudget „Genforening“ eingestellt.

In der Zeit vom 10. Januar bis zum 12. Juli nächsten Jahres soll es im ganzen Land Feierlichkeiten zur 100 Jahre zurückliegenden Angliederung Nordschleswigs an Dänemark geben.

Simon Faber, Projektleiter am „Sekretariat for Genforeningen 2020“ in Apenrade, gibt Auskunft über den aktuellen Stand der Dinge.

„Auftakt der Feierlichkeiten wird in Kopenhagen sein. Dann geht es mit Veranstaltungen im ganzen Land weiter. Am Ende wird im Juli wieder in Kopenhagen abgeschlossen“, sagt Faber. Anspruch des Sekretariates sei es, „bei allen Veranstaltungen, die es in Dänemark gibt, mit dabei zu sein“, also die Fäden zusammenzuführen.

Zwei große Kategorien

Grob gesehen ließen sich die Feierlichkeiten laut Simon Faber in zwei große Kategorien aufteilen.

Einerseits eher traditionelle Veranstaltungen, wie Vorträge, Konferenzen und Ausstellungen, und auf der anderen Seite eher Modernes, wie Malerei- und Musik-Veranstaltungen. „Wir versuchen, eine zeitliche und räumliche Verteilung zu erreichen, sodass die Veranstaltungen sich nicht an einer Stelle bündeln“, erklärt der Projektleiter.

Alle Bürgermeister dabei

Die Bürgermeister aller sieben süddänischen Kommunen sind im 2020-Präsidium vertreten, und in jeder Kommune wird es ein Leuchtturm-Projekt geben. „Jede der Kommunen hat auch einen 2020-Koordinator“, berichtet Simon Faber.

Die Kommunen Esbjerg, Vejen und Kolding liegen direkt an der 1920 entfernten Grenze. Dementsprechend haben die Leuchtturm-Projekte dieser drei Kommunen einen unmittelbaren lokalen Bezug zur Grenzöffnung 1920.

Natürlich nehmen auch die vier Kommunen in Nordschleswig an den Feierlichkeiten teil.

Hadersleben

Hadersleben plant in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) sowie der Kulturorganisation SSF der dänischen Minderheit in Südschleswig eine Aufführung von „Romeo und Julia“ in Zusammenarbeit mit dem Theater Møllen. „Das Besondere daran ist, dass die beiden Hauptrollen auf Dänisch und Deutsch besetzt werden“, so Simon Faber.

Sieben verschiedene Aufführungen von lokalen Theaterstücken wird es geben.

Apenrade

Die Kommune Apenrade will den jetzigen Parkplatz am Folkehjem zu einem „Genforeningspark“ (Wiedervereinigungspark) umgestalten. Zwei Veranstaltungen sollen zu dessen Einweihung am 30. Mai und 10. Juli nächsten Jahres stattfinden.

Sonderburg

Sonderburg will mit einem Konzert auf der neuen Veranstaltungsfläche Kær Vestermark dabei sein. Das Projekt „Spejlinger“ (Spiegelungen“) will Geschichte, pädagogische Projekte und Kulturprojekte vermitteln. Sonderburg hat in seinem Etat vier Millionen Kronen für die Festlichkeiten bewilligt.

Tondern

Die Kommune Tondern will die ehemalige Zeppelin-Station des Deutschen Reiches am Soldatenwald im Laufe der nächsten Jahre zum Erlebnis- und Vermittlungszentrum entwickeln. Der Hangar, der noch vor zwei Jahren vom Abriss bedroht war, wird jetzt saniert. Das Leuchtturm-Projekt kostet drei Millionen Kronen.

Der genaue, komplette Programmverlauf wird laut Simon Faber Ende des Jahres bekannt gegeben. „Wir wollen ein zusammenhängendes Programm veröffentlichen, kein Flickwerk“, sagt er.
Interessierte Bürger können sich in den Kommunen noch um Projektgelder bewerben (siehe Info-Box). „Zusammen mit den Theateraufführungen und lokalen Gesangsabenden wird am Ende die Rede von mehreren Hundert Veranstaltungen in Dänemark sein“, so Simon Faber.

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