Wirtschaft

Dansk Byggeri: Tondern legt in Sachen Wirtschaftsfreundlichkeit stark zu

Dansk Byggeri: Tondern legt in Sachen Wirtschaftsfreundlichkeit stark zu

Tondern legt in Sachen Wirtschaftsfreundlichkeit stark zu

Nordschleswig
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Die Branchenorganisation Dansk Byggeri hat ihre neue Studie zur Wirtschaftsfreundlichkeit im Land vorgelegt. Foto: Christian Lindgren / Ritzau Scanpix

Billund ist die gewerbefreundlichste Kommune des Landes 2019. Das zeigt das Wirtschaftsfreundlichkeits-Ranking der Branchenorganisation „Dansk Byggeri“. Und wie schneiden die Kommunen Nordschleswigs ab? Apenrade fällt um satte 25 Plätze nach hinten. Wir haben die ganze Analyse.

Wie ist es um die Wirtschaftsfreundlichkeit der 98 Kommunen im Land bestellt? Der Branchenverband Dansk Byggeri hat diese Frage mit einem neuen Ranking beantwortet. Nach Auswertung von 23 Parametern in sechs Themenbereichen schneidet die Kommune Billund als am wirtschaftsfreundlichsten ab.

In Südjütland sind acht von zwölf Kommunen in der Rangliste nach oben geklettert, sechs der Kommunen liegen in den Top 20. Billund ist 2019 von Platz drei auf Platz 1 gestiegen und darf sich bereits zum dritten Mal nach 2014 und 2017 als gewerbefreundlichste Kommune des Landes bezeichnen.

Dicht gefolgt von Thisted auf Platz zwei und Holstebro auf Platz drei. Fanø ist der Analyse nach die in Südjütland gewerbeunfreundlichste Kommune, sie liegt auf Platz 93. Schlechteste Kommune des Landes auf Platz 98 Rødovre.

39 Plätze nach oben geklettert ist die Kommune Sonderburg

In Nordschleswig schneidet Tondern am besten ab. Die Kommune liegt landesweit auf Platz 9, ein Aufstieg um 4 Plätze. Ganze 39 Plätze nach oben geklettert ist die Kommune Sonderburg, von Platz 55 auf Platz 16. Apenrade fällt von Platz 9 auf 34 ganze 25 Plätze ab, Hadersleben hat sich ebenfalls verschlechtert, um 8 Ränge von Platz 37 auf Platz 45.

„Dass wir so gut platziert sind, macht uns stolz“, sagt Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre). „Denn es zeigt, wie ernst wir das Thema Gewerbefreundlichkeit nehmen, und wie sehr wir uns anstrengen. Dass dies jetzt sozusagen offiziell bekräftigt wird, ist für uns eine Bestätigung: Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Dass die Kommune Tondern mehr Aufgaben an externe Unternehmen ausgelagert hat, sei kein Selbstzweck, sagt Frandsen. „Wir geben nur Aufgaben aus kommunaler Hand, wo es wirklich Sinn ergibt und Kosten spart. Bei der Reinigung beispielsweise haben wir eine Ausschreibung gemacht – und unser kommunales Angebot war das beste, also haben wir daran nichts verändert. Was die Kommune Tondern noch besser machen will? Dafür, so Frandsen, werde man nun die Zahlen der Analyse genauer untersuchen.

„Die zeigen einem ja auch auf, wo man nicht optimal aufgestellt ist. Das ist ja das Gute an dieser Analyse, sie ist sehr gründlich durchgeführt und diese Zahlen werden wir uns jetzt genauer ansehen. Auch die Bereiche, wo wir nicht so gut abgeschnitten haben.“

Nordschleswig:

Tondern Platz 9 (+4)
Sonderburg Platz 16 (+39)
Apenrade Platz 34 (-25)
Hadersleben Platz 45 (-8)

  • Insgesamt gibt es 23 Parameter innerhalb der sechs Themenbereiche Umgang mit Baugesuchen, Steuern und Abgaben, Outsourcing im technischen Bereich, gewerblicher Abfall, Ausschreibung sowie Arbeitsmarkt und Ausbildung.
  • Verglichen werden u. a. die Entwicklung von Gewerbesteuern („dækningsafgift“), Outsourcing und Verwaltungsgebühr für gewerblichen Abfall.

  • Zudem zählen die Zahl der Unternehmen in einer Kommune, BNP, Bevölkerungsentwicklung und Zahl der Bauerlaubnisse

  • Änderungen 2019: Kommunale Investitionen sind im Punkt Outsourcing erfasst und Partnerschaftsabsprachen werden unter den Abschnitten Arbeitsmarkt und Ausbildung bewertet.

Grund für die Verbesserung der Kommune Tondern ist laut Analyse die Anhebung einer Bagatellgrenze, wann ein Unternehmen bei einem Bauprojekt mit über 1 Million Kronen Kosten eine ökonomische Garantie leisten muss.

Außerdem vergibt die Kommune mehr technische Betriebsaufgaben an Unternehmen. Negativ angemerkt wurde u. a., dass mehr Langzeitarbeitslose in der Kommune wohnen und dass die Wartezeit für Baugenehmigungen von 18 auf 22 Tage gestiegen ist.

Dass sich die Kommune Sonderburg um 39 Plätze verbessern konnte, liegt laut Analyse daran, dass die Wartezeit für Baugenehmigungen von 28 auf 23 Tage gesunken ist, dass die Kommune die Sachbearbeitungsgebühr (2018: 356 Kronen pro Stunde) abgeschafft hat und dass alle Volksschüler ein gewerbliches Praktikum absolvieren müssen. Negativ angemerkt wurde, dass weniger Kurzzeitarbeitslose eine Anstellung finden.

Warum hat die Kommune Apenrade 25 Plätze verloren? Die Wartezeit für Baugenehmigungen ist der Analyse nach von 22 auf 29 Tage angestiegen, das Praktikum für Volksschüler wurde abgeschafft und die Kommune hat mehr Langzeitarbeitslose.

Die Verschlechterung der Kommune Hadersleben um acht Plätze liegt laut Dansk Byggeri u. a. daran, dass der Anteil junger Leute mit einer gewerblichen Ausbildung sinkt und das Praktikum an der Volksschule abgeschafft wurde. Außerdem benutze die Kommune zwar die juristische Abkommensgrundlage „AB18“, jedoch mit einer Reihe Abweichungen.

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