Strom

Tietje begräbt Erdkabel-Gedanken

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Symbolbild Foto: DPA

Unter- statt oberirdisch? Im Westen wurde nach Protesten diese Möglichkeit, eine Stromtrasse zu bauen, untersucht. Doch im Osten sieht laut Stadtratsmitglied Philip Tietje die Sache anders aus.

„Haben wir womöglich unsere Entscheidung auf falscher Grundlage gefällt?“, fragte sich der Apenrader Stadtratsabgeordnete Philip Tietje (Venstre), als er im Laufe des Frühjahrs feststellen konnte, dass die Proteste der Westküsten-Bürgermeister gegen die geplante Strom-Autobahn zwischen Grenze und Endrup zumindest dazu führten, dass die Verlegung von Erdkabeln statt der geplanten Luftleitungen als mögliche Alternative angedacht wurde.

„Als wir unsere Entscheidung fällten, hieß es, dass es ökonomisch und technisch nicht möglich sei, 400-Volt-Kabel in die Erde zu verlegen“, so Tietje. Als Vorsitzender des Wachstumsausschusses in Apenrade hatte er deshalb die Verwaltung gebeten, bei der zuständigen Energiebehörde nachzuhaken. Die Antwort von EnergiNet hat Philip Tietje dazu bewogen, den Erdkabel-Gedanken zu begraben. „Es sind zwei verschiedene und nicht vergleichbare Projekte. Die Trasse durch unsere Kommune ersetzt ja eine bestehende. Außerdem ist das Projekt bei uns schon recht weit gediehen. EnergiNet hat bereits Verhandlungen mit betroffenen Anliegern geführt; Verträge sind schon unterzeichnet; es laufen auch schon Enteignungsverfahren“, teilt Tietje mit.

EIn nicht stoppbarer Zug

Mit anderen Worten: Da ist schon ganz viel Geld in das Projekt gesteckt worden. Der Zug kann nicht mehr gestoppt werden. „An der Westküste wird dagegen eine gänzlich neue Strom-Autobahn angelegt. Ich habe ja so meine Zweifel, dass die Proteste der Westküstenkommunen letztendlich von Erfolg gekrönt sein werden; der Unterschied zwischen Erdkabel und Luftleitung macht doch rund eine Milliarde Kronen aus“, gibt der Venstre-Politiker zu bedenken. Allerdings hat er vor, mit offenen Ohren an einem der geplanten Bürgertreffen in den kommenden Wochen teilzunehmen – in seiner Funktion als Folketingskandidat des Wahlkreises Tondern.

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