Saksborg Tømrer- og Snedkerforretning

Mut zur Selbstständigkeit

Tim Wegner
Apenrade/Aabenraa
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Am Saksborgvej in Saxburg-Feld auf dem früheren Anwesen der Eltern hat Andreas Edlefsen seine Firmenadresse. Foto: aha

Andreas Edlefsen hat seinen Traum von einem eigenen Betrieb wahr gemacht – auch wenn es nicht immer einfach war. Seine Ziele für die Zukunft hat er bereits fest im Blick.

Die Geschäftswelt ist nicht einfach. Sie verlangt tagtäglich Millionen Arbeitnehmern und Arbeitgebern einiges ab. Neben Kernkompetenzen wie Pünktlichkeit, Belastbarkeit und Freundlichkeit, sind auch die bürokratischen Hürden in den letzten Jahren stetig gestiegen. Besonders für Selbstständige. Das schreckt die meisten ab, die mit dem Gedanken spielen eine eigene Firma zu eröffnen. Nicht Andreas Edlefsen. Papierkram, der liebevolle Ausdruck, für die vielen Formulare des Staates und der Versicherungen haben auch Edlefsen anfangs ein wenig eingeschüchtert.

Neue Herausforderungen

Seit Ende Februar dieses Jahres ist der aus Renz-Feld gebürtige Edlefsen nun als selbstständiger Zimmermann und Tischler tätig. Einen Schritt, den er als kleines Wagnis ansieht. Den Gedanken, sich selbstständig zu machen, hatte Edlefsen schon seit Beginn seiner Lehre 2003. Von klein auf an suchte der 30-Jährige nach neuen Herausforderungen. Mit seinem Vater Günther entstand in zahlreichen zwanglosen Gesprächen irgendwann die Idee. Aus einem Gedankenspiel wurden konkrete Überlegungen. Der Vater, selber als Maurer tätig, war Zeit seines Lebens begeistert von dem Gedanken, selbst sein eigener Chef zu sein. Im Jahr 2000 wagte er den Schritt vom Hof in Renz-Feld und zog nach Saxburg, um als Maurer zu arbeiten. Doch leider fehlte ihm dazu immer die letzte Spur Mut. Mut, den Andreas nach dem Tod seines Vaters fand.

Mit einem kleinen Startkapital von 100.000 dänischen Kronen gründet Andreas seine eigene Firma unter dem Namen: Saksborg Tømrer- og Snedkerforretning – kurz: STS. Die meisten Werkzeuge besaß er schon durch seine jahrelange Tätigkeit als Handwerker. Für seine Firma heuerte er einen früheren Kollegen aus Deutschland an. Anfangs war das Chef sein für Andreas ein wenig befremdlich. Doch bei dem ersten Einstellungsgespräch half ihm die jahrelange Erfahrung mit dem Kollegen. Probleme anderer selbstständiger Handwerksunternehmer hatte er nicht. Er kannte die Arbeit seines Kollegen und konnte sich sicher sein, einen vertrauenswürdigen und tatkräftigen Mitarbeiter einzustellen. Doch der erste Mitarbeiter zieht wieder eine Welle an Papierkram mit sich. In den ersten Wochen bereute er fast den Schritt in die Selbstständigkeit. Doch seine Freundin Kirsten Petersen rettete ihn jedes Mal vor den Verzweifelungsanfällen, die solche bürokratischen Hürden mit sich bringen. Statt eine komplett neue Werkstatt einzurichten, mietete Edlefsen eine Lagerhalle bei seiner Mutter an.

Qualität aus erster Hand

Die ersten Aufträge bekam Edlefsen über die Socialmediaplattform Facebook. Durch das Posten von Bildern seiner vorherigen Arbeiten sicherte er sich schnell die ersten Aufträge. Momentan fokussiert er sich auf das Dachdecken und Montagearbeiten, zum Beispiel von Küchen. Viele Aufträge erhält er auch aus der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Die braucht er auch, denn der Konkurrenz in der Region ist stark. Andreas fokussiert sich mehr auf die Qualität seiner Arbeit, anstatt sich dem Preisdumping hinzugeben. Mit Erfolg. Binnen kürzester Zeit kann sich Andreas in der Region um Tingleff einen guten Namen machen. Das macht ihn und seine kleine Familie, die bald ein neues Mitglied begrüßen wird, sehr stolz. Er er sieht sich nach einem halben Jahr bestätigt.


Andreas Edlefsen und seine Lebensgefährtin Kirsten Petersen genießen ein paar seltene Ferientage in einem Sommerhaus in Scherriff. Foto: Tim Wegner

Beruf und Familie

Denn Zeit für seine Familie hat er trotzdem. Selbstständig heißt nicht immer „selbst“und „ständig“. Andreas hat das geschafft, wovon er mit seinem Vater oft geträumt hat. Er selber sieht die Selbständigkeit nicht als Wagnis, sondern als Herausforderungen. Der direkte Umgang mit den Menschen ist ihm besonders wichtig. „Das ist der Vorteil, den ich jetzt habe als Chef, ich kann viel mehr mit den Kunden kommunizieren.“

Die Zukunft kann kommen

Doch was stellt sich Andreas für die Zukunft seines kleinen Unternehmens vor? „In Zukunft hätte ich gern vier-fünf Mitarbeiter. Das ist die perfekte Anzahl.“ Auf die Nachfrage wieso erwidert er:“„Ich bin nicht der typische Bürohengst. Für mich wäre die Arbeit, die Firma nur noch aus einem Büro zuleiten, nicht das Richtige. Ich genieße die Arbeit. Es ist für mich wichtig, dass ich vor Ort bin. So kann ich näher auf die speziellen Wünsche der Kunden eingehen und kann für sehr gute Qualität bürgen. Bei vier-fünf Mitarbeitern kann ich mehrere Aufträge annehmen und wäre flexibel genug, beide Dienstleistungen zu betreuen. Das schafft auch Vertrauen bei den Kunden, das mir sehr wichtig ist. Denn nur so kann man gut zusammen arbeiten. Bei dem Einbau einer Küche, müssen viele Faktoren beachtet werden. Es wichtig, dass man dort einen guten Draht zu den Kunden hat.“
Für die Zukunft ist Andreas gewappnet. Mit seiner Frau entwickelt er neue Strategien, um mehr Kunden zu akquirieren.
Ein Ziel, welches er mit vollen Elan verfolgt.

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