Museum

Michelsens Gård feiert 60. Geburtstag

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Das Backhaus wurde 1875 gebaut. Der Michelsens Gård hatte damals ein Reetdach. Ein neuartiges Brandgesetz war erlassen worden, laut dem sich kein Ofen in der Nähe eines Reetdachs befinden durfte. Foto: Karin Riggelsen

Das Museum Jacob Michelsens Gård in Apenrade feiert 60-jähriges Bestehen. Bevor Anfang Juni gefeiert wird, wärmt Leo Vinther Pedersen den Steinofen im Backhaus vor.

Ein uriges Häuschen steht am Toften 37 in Apenrade, etwa 30 Meter entfernt vom Museum Michelsens Gård: dessen kleines gelbes Backhaus. Hier fühlt sich Leo Vinther Pedersen wohl. Er, der im Alltag im Apenrader Teil des Reichsarchivs arbeitet, gehört zur Aktivitätsgruppe des Jacob Michelsens Gård. Seit 28 Jahren engagiert er sich freiwillig für das Museum. Und seit 10 Jahren ist er im Backhaus aktiv.

Insgesamt hat das Museum etwa 50 freiwillige Helfer. Aus ihnen hat sich die Aktivitätsgruppe gebildet. Und die bereitet derzeit das große Jubiläumswochenende vor.

Denn am 1. Juni 1958, vor 60 Jahren, machten die Schwestern Karen und Anne Helene Michelsen den Hof in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich. Das Programm für das Jubiläumswochenende findet sich im Infokasten.

Hof lebendig halten

Lange Jahre hat das Museum Sønderjylland den Jacob Michelsens Hof geführt. Die Gebäude gehören der Kommune, das Inventar aber bislang Museum Sønderjylland, bis es schließlich im vergangenen Jahr übergeben wurde an den Karen og Anne Helens Michelsens Fond. Dessen Zweck ist es, den Hof lebendig zu halten.

Noch lebendiger wurde der Hof, als das Museum Sønderjylland ihn im vergangenen Jahr abstieß. Als Abschiedsgeschenk des Museums bekam das Backhaus nämlich Strom gelegt.

Nicht ganz stilecht ist der neue Wasserhahn, der sich etwa fünf Meter vom Backhaus befindet. Eine Pumpe wäre aber weniger zuverlässig. Denn Brunnen können im Winter zufrieren. Vinter Pedersen weiß: „Wir hatten sonst einen Gartenschlauch vom Haus hier rübergelegt, aber das Wasser fror natürlich auch immer ein.“

Ein Steinofen für alle Gerichte

Ein weiteres Geschenk hat der Jacob Michelsens Gård erhalten: Im Præsteskoven wurden geschädigte Bäume gefällt. Die Kommune gab sie dem Michelsens Gård. „Als die Arbeiter hier mit den Traktoren kamen und schufteten, da kriegten die natürlich auch ihr Mittagessen aus unserem Steinofen. Es gibt nichts, was man nicht darin zubereiten kann“, so der engagierte Vinther Pedersen.

Und es gibt noch mehr Neues: Weil das jetzt von Vinther Pedersen zerteilte Feuerholz trocknen muss, bevor es in Haus und Backhaus benutzt werden kann, gibt es das Holzlager („Vognport“). Der Schuppen reicht aber nicht aus, er soll erweitert werden. Hierzu hat sich die Technische Schule bereit erklärt, den Holzschuppen um die gleiche Breite zu erweitern. Vinther Pedersen freut sich: „Dann ist Platz für drei Stöße Holz.“ Und die werden benötigt, um den Steinofen ingang zu halten. Der ist Vinther Pedersens Refugium: Die Holzscheite erhitzen den Steinofen über mehrere Tage, schließlich wird alle Asche entfernt, und es kann gebacken werden. Und dabei kann man ihm am ersten Juniwochende über die Schulter gucken.

Am Freitag, 1. Juni, gibt es einen Empfang (s. Kasten), den Rest des Wochenendes kann man Körbe flechten oder gebrannten Kornkaffee probieren. Die Freiwilligen heißen herzlich willkommen.

60 Jahre Jacob Michelsens Gård

Der Museum Jacob Michelsens Gård, Toften 37 in Apenrade, feiert 60-jähriges Bestehen. Hierzu wird Anfang Juni gefeiert.

  • Freitag, 1. Juni, 15-17 Uhr: Empfang samt Ausstellungseröffnung, Eintritt frei
  • Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. Juni, 14-17 Uhr: Jubiläums-Backwochenende. Leo Vinther Pedersen wärmt den Steinofen vor, damit gebacken werden kann. Es gibt Jubiläumsgebäck, Bienenhonig und Kräuterschnäpse, Eierlaufen, Messerschleifen auf einem Schleifstein, Kuhmelken, Wäsche waschen im Zinktrog mit Waschbrett und Korbflechten. Eintritt 40 Kronen, Kinder 15 Kronen.
  • Das Museum wird im Juli mittwochs von 10 bis 16 Uhr geöffnet sein. Freiwillige werden vom Leben auf dem alten Hof erzählen.
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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur