Ringreiterfrokost Apenrade

Heiße Temperaturen gaben Anlass zu schlüpfriger Bürgermeisterrede

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Da kam Freude auf! Auch beim diesjährigen Apenrader Ringreiterfrokost war es eine Frage von Minuten, bis die ersten auf den Stühlen standen. Die lokale Band O.S.3 lud mit Evergreens wie „An der Nordseeküste am plattdeutschen Strand“ zum Schunkeln ein. Foto: Paul Sehstedt

Knapp 1.700 Gäste haben es beim Ringreiterfrokost in Apenrade ordentlich krachen lassen. Auch bei den Reden wurde wie gewohnt, kein Blatt vor den Mund genommen.

„Ein Skål auf das trockene Apenrader Klima“, begann Thomas Andresen (Venstre), seines Zeichens Apenrader Bürgermeister, seine feucht-fröhliche Rede anlässlich des Ringreiterfrokosts, „wo man mir doch letztes Jahr Gummistiefel geschenkt hat!“ Damit aber niemand auf dem Trockenen bleibe, legte er mit seiner durchaus schlüpfrigen Rede los.

Zunächst aber begrüßte er die 90-jährige Tove Rasmussen, die kürzlich als Apenrader Feuerseele des Jahres (årets ildsjæl) ausgezeichnet worden war. Sie war zum ersten Mal im Arenazelt dabei.

Am größten, am lautesten, am längsten

Er wolle sich ganz nach dem Handbuch für Festreden richten und „am größten, am lautesten und am längsten“ reden. Dass ihm das nicht gelang, lag an Reitmeister Lars Appel, der zuvor derart ins Mikrophon schrie, dass die meisten der 1.700 Gäste sich die Ohren zuhielten.

Andresen ging auf den kürzlich auf Christiansborg beschlossenen Wildschweinzaun ein, der für die Grenze nach Deutschland geplant ist. Vizebürgermeister Ejler Schütt (DF) sei bekanntlich gegen zweisprachige Ortsschilder in Apenrade, Andresen schlug nun genau das vor: solche Schilder in Wildschweinhöhe aufzustellen, mit der Aufschrift: „Für Schweine kein Zugang“ und - und hier sprach Andresen deutsch - „Hier wollen wir keine Schweinerei!“

Der fragliche Zaun gehöre doch wohl ins Ressort seiner am Montag anwesenden Parteikollegin Eva Kjer Hansen, die „Ministerin für viele Dinge“ (Fischerei, Gleichstellung und nordische Zusammenarbeit, Anm.). Schließlich habe es sich gezeigt, dass die Tiere durch die Flensburger Förde schwimmen können. Die in Hellewatt aufgewachsene Hansen ist traditionell zum Ringreiterfrokost in Apenrade.

Gerth Petersen (r.), Vorsitzender des Apenrader Ringreitervereins, dankte seinem Vorgänger Hans Jørgen Jessen (l.) für dessen 26 Jahre im Ringreiterkomitee. Foto: Paul Sehstedt

Kleinschmidt als Bundeskanzler

Die beim Frokost anwesenden Bürgermeister beziehungsweise deren Kommunen bezog Andresen in seine Größer-Lauter-Länger-Rede ein: Sonderburgs Vizebürgermeister von der Schleswigschen Partei, Stephan Kleinschmidt, kam glimpflich davon. Kleinschmidt sei in Kiel in der Staatskanzlei gewesen, derzeit in Flensburg Dezernatsleiter, ob der nicht demnächst in Berlin den Kanzler stelle?

Das nach Norden orientierte Haderslebener Wirtschaftsdreieck verglich er spöttisch mit einem Stringtanga.
Andresen ist sich für keine Zote zu schade, das stellte er am Montag unter Beweis.

Reitmeister Lars Appel hatte in seiner Rede den Sponsoren gedankt, unter anderem der Kreditbank und der Sydbank, den 318 teilnehmenden Reitern, und dem neuen Apenrader Ringreiterkönig, Jørgen Schmidt aus Wollerup, einen dicken Blumenstrauß überreicht. Auf Platz zwei kam als Kronprinzessin Annette Bonnichsen aus Scherrebek. Prinzessin wurde Lenette Olesen aus Rangstrup und als PonyKönigin machte Louise Bonnichsen, Overby, das Rennen.

Gerth Petersen, seit März Vorsitzender des Apenrader Ringreiterkomitees und somit auch des Vereins ist, schickte einen Gruß an die anwesenden Vorsitzenden der Ringreitervereine in Sonderburg und Gravenstein, Jes Andersen und Bo Hansen. Er dankte Hans Jørgen Jessen, der 26 Jahre lang in der Position des Vorsitzenden aktiv gewesen war. Auch einem Ehrenmitglied des Komitees, dem 82-jährigen Kaj Autzen, wurde gedankt. Er war 25 Jahre lang Vorsitzender gewesen. Autzen hatte am Donnerstag sein 50-jähriges Jubiläum im Apenrader Ringreiterkomitee gefeiert.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Venstre-Wellen“