Projekt zur Konfliktbewältigung

Gemeinsam sind wir stark

Sarah Heil Journalistin
Feldstedt/Felsted
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Die Schüler spielen eine abgewandelte Form von „Reise nach Jerusalem“. Foto: Privat

Die Deutsche Privatschule Feldstedt vermittelt ihren Schülern seit drei Jahren im Rahmen eines internen Projekts Fähigkeiten zur Konfliktbewältigung – und ist damit Vorreiter in Dänemark gewesen.

Bereits vor drei Jahren begann die Deutsche Privatschule Feldstedt, sich Gedanken darüber zu machen, wie ihre Schüler mit Konflikten untereinander umgingen. Grund dafür waren Streitigkeiten unter den Schülern. Deren Aufarbeitung kostete viel Zeit im Unterricht und die Eltern wollten hierbei auch mit eingebunden sein. Schulleiterin Viola Matthiesen rief das Projekt „Soziales Training“ ins Leben.

Die Überlegung war, den Kindern soziale Fähigkeiten zu vermitteln und diese zu stärken. Auf diese Weise sollten die Schüler lernen, wie sie ihre Konflikte und Probleme selber bewältigen können. Die ausgebildete Schulpädagogin Jutta Drath absolvierte also eine Fortbildung als Sonderpädagogin und übernahm die Arbeit mit den Schülern.

Entspannungsübungen

Zu Beginn wurde bei akuten Problemen eingegriffen und die entsprechende Gruppe wurde gezielt gefördert. Hierbei kamen Entspannungsübungen zum Einsatz und einzelne Aktivitäten, um die Gruppendynamik zu stärken. Auch ganz alltägliche Umgangsformen wurden trainiert, wie das Türaufhalten für den Nachkommenden. Oder wann man sich bei anderen bedanken sollte.

Schnell wurde jedoch klar, dass man das Projekt ausweiten wollte. Heute kommt Drath einmal im Monat, um mit den Kindern zu arbeiten. Unterstützung erhielten die Lehrer auch bei der Schulanfangstagung in Flensburg, wo sie Geschicklichkeits- und Gleichgewichtsübungen vermittelt bekamen. Diese übertrugen sie auch auf die Arbeit in der Schule. „Wir schaffen es, dass die Schüler zur Ruhe kommen und ein besseres Miteinander erlernen“, berichtet Matthiesen.

Deutsche Privatschule Feldstedt als Vorreiter

Mit diesem Projekt hat die Deutsche Privatschule Feldstedt eine Vorreiterrolle eingenommen. Denn erst seit einem Jahr ist es in ganz Dänemark Pflicht, als Schule eine sogenannte Anti-Mobbing-Strategie vorzuweisen. In Feldstedt gibt es das Projekt nun seit drei Jahren und wird als vorbeugende Maßnahme verstanden.

Drath berichtet, dass es in erster Linie darum geht, Vertrauen zu einander zu haben. Mit Hilfe von verschiedenen Übungen sollen die Kinder dieses Vertrauen entwickeln. „Beispielsweise führen sie sich gegenseitig mit verbundenen Augen durch einen Parcours.“ Auch das Spiel „Reise nach Jerusalem“ wird gespielt. Allerdings mit einer kleinen Änderung: Die Stühle werden zwar nach wie vor nach jedem Durchgang einer nach dem anderen entfernt, allerdings scheiden die Kinder nicht aus. Sie müssen sich einen Platz auf dem Schoß eines ihrer Mitschüler suchen. „Am Ende sitzen alle Kinder auf einem Stuhl. Dazu gehört Sympathie und Vertrauen“, so Drath.

Zusammenarbeit im Fokus

Zur Zeit steht das Thema Zusammenarbeit im Vordergrund. Hierbei sollen die Schüler den Umgang miteinander bei Gruppenarbeiten lernen. Auch die Selbstwahrnehmung wird hier trainiert. Wo liegen meine Stärken und welche meiner Schwächen kann vielleicht ein anderer ausgleichen? In diesem Rahmen wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass man gemeinsam stärker ist als alleine. Ebenso wird geübt, wie man Konflikte anspricht. Hierbei ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass man seine Meinung sagt, ohne dabei den anderen zu verletzen.

Dieses Projekt gibt den Kindern die passenden Werkzeuge an die Hand, um das schulische und private Miteinander zu verbessern.

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