Neue Ära

Beim Schützenverein hat es sich ausgeschossen

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Rothenkrug/Rødekro
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Die Gemeinschaft im „Schützenverein Rothenkrug von 1970“ steht im Vordergrund. Das Interesse der zumeist älteren Mitglieder am Schießsport habe nachgelassen.

Der „Schützenverein Rothenkrug von 1970“ (SVR) stellt das Schießen ein. Das Interesse der zumeist älteren Mitglieder am Schießsport habe nachgelassen.
Ein Schützenverein, der nicht mehr schießt? Geht denn das? Das geht sehr wohl, weiß Frederik Christensen, Apenrade, zu berichten. „Unsere Mitglieder sind inzwischen über 70, teilweise 80 Jahre alt und können nicht mehr schießen. Sie haben ein Alter erreicht, wo das Interesse am Schießsport nach- und die Gesundheit dies nicht mehr zulässt.“

Christensen, der am 1. August 1969 Leiter der Deutschen Schule Rothenkrug wurde, wollte damals gerne in Kontakt kommen mit anderen aus der Minderheit. Er war auf Gemeinschaft aus. Was könnte als Anlass dienen, mit den Eltern Zeit zu verbringen? Gemeinsam einigte man sich auf die Bildung des Schützenvereins. „Der Anlass war damals nicht das Schießen, der Anlass war die Gemeinschaft.“

Das Schießen wird eingestellt

Doch das ist heute 47 Jahre her. Beschlossen wurde somit im Dezember, „dass das Schießen eingestellt wird und die Gewehre verkauft werden sollen“. Diese Entscheidung erforderte eine Satzungsänderung. Und die hat die Hauptversammlung am 16. Januar als in höchster Instanz geändert. Doch was ist nun neu?
Hatte es bisher in Paragraf 2 geheißen, „Der Verein hat die Aufgabe, Mitglieder für den Schießsport zu interessieren und in einer geselligen und kameradschaftlichen Gemeinschaft zu sammeln“, heißt es seit 16. Januar: „Der Verein hat die Aufgabe, Mitglieder in einer geselligen und kameradschaftlichen Gemeinschaft zu sammeln.“

Es entfällt die Rolle des Schießmeisters und die des Gerätemeisters im Vorstand. Dieser setzt sich künftig laut Paragraf 3 „aus fünf bis sieben Mitgliedern zusammen: 1. Vorsitzender, 2. Vorsitzender, Kassierer, Protokollant, ein bis drei Beisitzer“.

Die Möglichkeit für Nichtmitglieder, am Übungsschießen teilzunehmen, wie es bisher in Paragraf 6 verankert war, entfällt naturgemäß. Auch kann der Vorstand keinerlei Wett- und Preisschießen mehr durchführen, wie bislang in Paragraf 9 stand. Auch die Übungsabende entfallen. „Gewehre und Geräte sind Eigentum des Vereins. Die Pflege und Instandhaltung wird unter Verantwortung des Gerätemeisters vom Verein getragen“ entfällt, es gibt keinen Gerätemeister mehr. Zudem sollen die Gewehre veräußert werden. Ab sofort heißt Paragraf 6: „Der SVR trifft sich regelmäßig im Clubraum in der DSR (Deutsche Schule Rothenkrug, Anm.) an Tagen, die vom Vorstand in Absprache mit den Mitgliedern festgelegt werden.

Die Termine für 2018 sind demnach Sonntag, 11. Februar, 11. März zum Smørrebrød-Verspeisen (jeweils 10 Uhr), Dienstag, 10. April, 8. Mai, 12. Juni (Grillabend ab 19 Uhr) und 11. September ab 20 Uhr. Zum Herbst liegen die Treffen dann wieder sonntags ab 10 Uhr, am 14. Oktober, am 11. November (Generalversammlung) und am 9. Dezember zum Julklapp.

Der Schützenverein Rothenkrug von 1970 tritt in eine neue Ära ein: Weniger zielend, mehr treffend. Und das wird vielleicht sogar noch gemütlicher.

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