100 Jahre Grenzziehung

Ausstellung im Nationalarchiv von BDN-Vorsitzendem Hinrich Jürgensen eröffnet

Ausstellung im Nationalarchiv von BDN-Vorsitzendem Hinrich Jürgensen eröffnet

Ausstellung im Nationalarchiv eröffnet

Apenrade/Aabenraa
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Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, eröffnet die Ausstellung im Nationalarchiv in Apenrade zum Thema „Die Wiedervereinigung und ihre Bedeutung“. Foto: Nils Baum

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, hebt in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung verschiedener Identitäten hervor.

Um genau 14 Uhr 19 hat der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, am Freitag das rote Band durchschnitten und damit die Ausstellung im Nationalarchiv in Apenrade zum Thema „Die Wiedervereinigung und ihre Bedeutung“ eröffnet. Die Ausstellung zeigt Archivalien, Plakate, Fotos, Karten und andere Gegenstände zu den Ereignissen der Jahre von 1918 bis 1920 mit dazugehörigen Texten auf Deutsch und Dänisch.

Nationalarchiv auch für die deutsche Minderheit

Nach den einleitenden Worten des stellvertretenden Direktors des Nationalarchivs, Ole Magnus Mølbak Andersen, in denen er hervorhob, dass die Ausstellung zeige, dass das Nationalarchiv auch das Archiv für die deutsche Minderheit sei, brachte Jürgensen in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der verschiedenen Identitäten zum Ausdruck.

So nehme er als Vorsitzender der deutschen Minderheit in Nordschleswig und seiner Rolle als Repräsentant des „Sønderjyske Præsidium”, das die meisten der Aktivitäten zum Thema 2020 für die kommenden sechs Monate koordiniert hat, verschiedene Rollen ein und repräsentiere somit auch unterschiedliche Identitäten.

Kein Problem mit der Verwendung des Begriffes „genforeningen“

„Die Erkenntnis, dass wir alle verschiedene Identitäten haben, ist ein wichtiger Teil der Entwicklung, die – in jedem Falle seit 1945 – dazu geführt hat, dass aus Feindschaft Freundschaft wurde und aus Abgrenzung Einbeziehung und gegenseitiger Respekt“, sagte Jürgensen.

Und so pointierte er, dass er kein Problem mit der Verwendung des Begriffes „genforeningen“ habe; nein, vielmehr sei dessen Verwendung für dieses Ereignis ganz angebracht, ohne sich dabei an historischen oder juristischen Fragen aufzuhängen, schließlich seien die Ereignisse von 1920 für alle diejenigen, die dänisch gestimmt haben, eine Wiedervereinigung.

Der Saal des Nationalmuseums in Apenrade war bis auf den letzten Platz besetzt. Foto: Nils Baum

Deutsche Minderheit kann Wiedervereinigung nicht feiern, aber …

Die deutsche Minderheit könne diese Wiedervereinigung natürlich nicht feiern, „aber wir setzen unseren Fokus stattdessen auf unseren 100. Geburtstag“, so Jürgensen weiter.

Der BDN-Vorsitzende erwähnte auch das aktuelle Buch mit dem Titel „Genforeningen“ des Forschungsleiters des Nationalarchivs, Hans Schultz Hansen, das die historischen Ereignisse, die zur Volksabstimmung 1920 führten, schildert und zudem einen Ausblick in die Zukunft wirft.

Die kommenden 100 Jahre

Und dies ist auch Jürgensens Hoffnung: „Dass wir 2020 nicht nur dazu benutzen, um auf die Geschichte zurückzublicken, sondern auch diskutieren, was wir die kommenden 100 Jahre erreichen möchten.“

Als Beispiel nannte er die gemeinsame Bewerbung für die internationale Anerkennung als immaterielles Kulturerbe, das die beiden Minderheiten gemeinsam mit Deutschland und Dänemark im März bei der Unesco in Paris einreichen wollen. Eine Bewerbung, die nicht nur von den Minderheiten, sondern vor allem vom Zusammenleben zwischen Minderheiten und der Bevölkerungsmehrheit im Grenzland handelt.

Die Ausstellung ist durchgehend zweisprachig und zeigt Archivalien, Plakate, Fotos, Karten und andere Gegenstände zu den Ereignissen der Jahre von 1918 bis 1920. Foto: Nils Baum
Das Interesse an der neuen Ausstellung war groß. Nach der Eröffnung konnten die Gäste noch einem Vortrag von Hans Schultz Hansen, Forschungsleiter am Nationalarchiv in Apenrade, zum Thema hören. Foto: Nils Baum

Die Ausstellung läuft bis zum Sommer und ist immer dienstags und mittwochs von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

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