Kommunalpolitik

Wegen Bistum-Einspruchs: Zwei Großbauprojekte auf der Kippe

Wegen Bistum-Einspruchs: Zwei Großbauprojekte auf der Kippe

Wegen Bistum-Einspruchs: Zwei Großbauprojekte auf der Kippe

Apenrade/Aabenraa
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Kurt Asmussen vor dem Apenrader Rathaus (Archiv) Foto: kjt

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In Ries und in Hellewatt sollten bis zu 100 Reihenhäuser entstehen. Investoren standen bereit. Dann legte das Bistum Einspruch gegen die Großbauprojekte ein. Jetzt wird es wohl keinen neuen Wohnraum geben. Stadtratsmitglied Kurt Asmussen ist enttäuscht.

„Ich verstehe das nicht“, sagt Stadtratsmitglied Kurt Asmussen von der Schleswigschen Partei (SP). „Uns werden Steine in den Weg gelegt“, fügt er hinzu.

Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Technik und ländliche Räume (PTL), dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, standen zwei Punkte auf der Tagesordnung, die ihn zu dem Satz veranlassten.

Große Baupläne in kleineren Ortschaften

Es geht um den Bau von Wohnungen und Häusern. Ein lokaler Investor möchte in Hellewatt (Hellevad) ein Gebäude mit mehreren Wohnungen errichten. Ein weiterer Investor hatte den Plan, in Ries (Rise) entweder 118 Reihenhäuser oder 46 Einfamilienhäuser zu errichten.

„Toll, wenn sich jemand findet, der sogar in Hellewatt investieren will“, meint Asmussen.

Absage des Investors

Doch daraus wird wohl nichts. Zumindest hat der Rieser Investor sein Anliegen zurückgezogen. Als Hauptgrund gibt das Bauunternehmen den Einspruch des hiesigen Bistums an. Die Kirche des Rothenkruger Ortsteils liegt in direkter Nähe zum Baugebiet. Das Bistum hatte verlangt, dass die Bepflanzung und die Landschaftsform um die Kirche „so bewahrt werden sollen, dass die Kirche ein markantes Merkmal bleibt“.

Ein Lärmschutzwall, der die Häuser vom Verkehrslärm des Hærvejen schützen sollte, hätte nicht gebaut werden dürfen. Zudem müsste das Baugebiet verkleinert werden, und es gab Vorgaben, zu der Höhe der Häuser. Für den Investor ein unbeschreitbarer Weg. „Unter diesen Bedingungen ist das Projekt für uns unrealistisch“, sagte der Investor gegenüber „JydskeVestkysten“.

Auch Hellewatter Baupläne vor dem Aus?

Und jetzt deutet sich in Hellewatt ein ähnliches Szenario an. Dort soll ein neuer Flächennutzungsplan erstellt werden, damit gebaut werden kann. Auch damit hat sich der PTL-Ausschuss befasst. Das Baugebiet befindet sich, wie in Ries, in sogenannter kirchlicher Landschaft (kirkelandskab), weshalb der Verwaltungsbereich des Bistums (stiftsøvrighed) ein Veto eingelegt hat.

Steine werden in den Weg gelegt

Für Kurt Asmussen ist das Veto „ein Stein im Weg“, wie er sagt. „Wir schreien geradezu nach Wohnraum. Besonders in Hellewatt ist es schwer, einen Investor zu finden“, regt sich der sonst sehr beherrschte Politiker auf. „Die sollen die Kirche mal im Dorf lassen“, fügt er hinzu.

Für das Bauprojekt in Ries hat der Investor schon die Reißleine gezogen und ist abgesprungen. Das Vorhaben ist von kommunaler Seite auf Eis gelegt, kann aber mit einem neuen Bauherren wieder aus der Schublade geholt werden.

In Hellewatt hofft der PTL-Ausschuss noch auf eine Lösung. Die Kommune steht im Kontakt mit dem Bistum. Es könnten zumindest drei „attraktive Gebäude am Ørslevvej entstehen. Diese Gebäude könnten sechs Wohnungen beherbergen“, so die Einschätzung der Kommune.

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