Stadtplanung

Aufsichtsbehörde wirft Apenrader Nordertor-Projekt einen Knüppel zwischen die „Beine“

Aufsichtsbehörde wirft dem Nordertor-Projekt einen Knüppel zwischen die „Beine“

Knüppel zwischen die „Beine“ des Nordertor-Projekts

Apenrade/Aabenraa
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Ursprünglich wollte die Kommune die ganze Fläche am Nordertor bebauen. Eine Bürgerinitiative hatte mit ihren Protesten im wahrsten Wortsinn einen „Teilerfolg“ erzielt. Teile des Parks sollten erhalten bleiben und die Bürgerinnen und Bürger in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Foto: Karin Riggelsen

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Die Pläne zur Gründung einer Flächenentwicklungsgesellschaft für das historische Nordertorviertel sind aufgrund einer Absage der Aufsichtsbehörde „Ankestyrelsen“ gescheitert. Die Kommune Apenrade und der Stadtraum- und Projektentwickler Realdania By & Byg bedauern die Entscheidung, nehmen aber wertvolle Erfahrungen für zukünftige Projekte mit.

Eine Absage von der Aufsichtsbehörde „Ankestyrelsen“  verhindert, dass die Kommune Apenrade und der Stadtraum- und Projektentwickler Realdania By & Byg eine Flächenentwicklungsgesellschaft gründen können, und daher setzen die Parteien die Pläne zur Gründung dieser Gesellschaft nicht weiter fort. Das geht aus einer offiziellen Pressemitteilung aus dem Apenrader Rathaus hervor. 

Die Partnerschaft wurde im Frühjahr 2023 ins Leben gerufen, als die Kommune Apenrade und Realdania By & Byg eine Vereinbarung trafen, die Möglichkeit einer Flächenentwicklungsgesellschaft zu erkunden, die das Ziel haben sollte, ein Gebiet im historischen Nordertorviertel in Apenrade zu entwickeln.

Projektskizze „Nordertorviertel“ Foto: Aabenraa Kommune

Die Absage der Aufsichtsbehörde beruht darauf, dass Flächenentwicklungsgesellschaften typischerweise komplexer sind, größere Flächen betreffen und einen längeren Zeithorizont haben.

„In der Kommune Apenrade sind wir enttäuscht und überrascht über die Absage der Aufsichtsbehörde. Wir nehmen jedoch eine Reihe guter Erfahrungen in Bezug auf die Gründung von Gesellschaften mit, wenn wir in Zukunft weiter im Nordertorviertel und im Gebiet nördlich von Kilen arbeiten werden. Letzeres ist ein noch komplexeres, größeres und langwierigeres Entwicklungsprojekt als das am Nordertor“, sagt Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.)

So ähnlich stellten sich Realdania und Kommune das Wohnungsbauprojekt am Nordertor vor: ein Gebäude mit drei bis vier Etagen; eine große öffentliche Parkanlage grenzt an die Fußgängerzone; 2.400 Quadratmeter Wohn- und 900 Quadratmeter Gewerbefläche würden hierbei entstehen (Illustration: Grandville). Foto: Aabenraa Kommune

Hätte das Bindeglied sein sollen

„Das Nordertor verbindet durch seine geografische Lage jetzt und in Zukunft die Fußgängerzone und das Stadtentwicklungsgebiet (nördlich vom Kilen, red. Anm.); ich werde mich dafür einsetzen, dass die Qualität, die in dem Projekt mit Realdania By & Byg in Bezug auf Baukultur, Grünflächen und mehr enthalten war, in der weiteren Arbeit erhalten bleibt“, betont der Bürgermeister, der noch einen Dank an den Stadtraum- und Projektentwickler für eine „sehr gute und professionelle Zusammenarbeit“ anschließt. „Ich bin sicher, dass wir ein enges Verhältnis beibehalten werden“, fügt Jan Riber Jakobsen dem Dank hinzu.

Für die Projektarbeit wurde eine Lenkungsgruppe eingerichtet, in die neben dem amtierenden Bürgermeister unter anderem auch sein Amtsvorgänger und jetziger 2. stellvertretender Bürgermeister, Thomas Andresen (V), berufen wurden.

Der Nordertor-Park wird einmal im Jahr für ein Street-Food-Festival genutzt. Foto: Karin Riggelsen

Erfahrungen einfließen lassen

„Ich hätte mir ein anderes Ergebnis der Entscheidung der Aufsichtsbehörde gewünscht“, sagt Thomas Andresen. Er kann dabei eine gewisse Verwunderung darüber, dass „Ankestyrelsen“ über ein Jahr gebraucht hat, um die Entscheidung zu fällen, nicht verhehlen. „Uns fehlen Wohnungen in Apenrade, und deshalb habe ich mich darauf gefreut, dass wir mit dem Stadtpark und den Wohnungen beginnen könnten“, sagt er.

„Wir haben jedoch viele positive Dinge in der Zusammenarbeit mit Realdania By & Byg gelernt, einschließlich wie wir Qualität in sowohl Stadtpark als auch Wohnungen im Nordertorviertel sichern. Diese Erfahrungen müssen natürlich in die weitere Entwicklungsarbeit einfließen, damit wir hoffentlich in Kürze einen Prozess präsentieren können, der das Ziel des Stadtrats nach einem Stadtpark und Wohnungen unterstützt, gleichzeitig mit einer aktiven Bürgerbeteiligung“, sagt Thomas Andresen.

Das Aus für die Flächenentwicklungsgesellschaft bedeutet nicht zwangsläufig das Aus für das geplante Bauprojekt am Nordertor.

Wie Ex-Bürgermeister Thomas Andresen dem „Nordschleswiger“ gegenüber feststellt, sei die Absage der Aufsichtsbehörde nicht nur ärgerlich, sondern zum Teil auch frustrierend: „Ich hatte nämlich gedacht, dass wir jetzt bald mit den Erdarbeiten beginnen können. Jetzt verzögert sich alles noch weiter. Wir sind dadurch zwar nicht wieder ganz am Anfang, aber wir müssen im Stadtrat überlegen, wie es nun weitergeht, wie wir das Projekt nun realisieren können ohne Kompromisse bei der Qualität, die wir angestrebt haben.“  

Es gebe einige Hürden zu überwinden, auch was die Finanzierung angehe, aber Andresen zeigte sich zuversichtlich, dass dies gelingen würde. „Wir benötigen nämlich dringend Wohnraum“, so seine abschließende Botschaft. 

Der Direktor von Realdania, Peter Cederfeld, outete sich beim Neujahrsempfang im Rathaus als großer Fan der Stadt Apenrade. Es gefiel ihm, dass man sich um den Erhalt alter Bausubstanz kümmerte, gleichzeitig aber auch Fortschritt ermöglichen wolle. Foto: Kommune Apenrade

Enttäuschung bei Realdania

Auch bei dem Stadtraum- und Projektentwickler Realdania By & Byg ist man enttäuscht über die Entscheidung der Aufsichtsbehörde. „Wir hatten uns darauf gefreut, mit der Kommune Apenrade an der Verwirklichung eines Projekts zu arbeiten, das unserer gemeinsamen Vision von mehr Stadtleben, einer klaren Identität und einem starken Zusammenspiel zwischen Apenrades schöner historischer Innenstadt und der zukünftigen Entwicklung des Gebiets nördlich von Kilen am Hafen entsprach. Wir waren uns bewusst, dass es sich um ein sehr kleines Flächenentwicklungsprojekt handelte, aber von großer Bedeutung für die Stadtqualität. Wir sind traurig, dass wir raus sind, aber natürlich nehmen wir die Entscheidung der Aufsichtsbehörde zur Kenntnis“, sagt Peter Cederfeld, geschäftsführender Direktor von Realdania By & Byg.

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