Motionstag

Triefnass, aber Spaß macht’s

Triefnass, aber Spaß macht’s

Triefnass, aber Spaß macht’s

Tingleff/Tinglev
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Eine oder Einer setzt sich aufs Surfbrett und die anderen müssen sie oder ihn schnellstmöglich ins Ziel ziehen. Auf der Strecke muss das Board mitsamt menschlichem Ballast durch ein Zementrohr bugsiert werden. Erst wenn alle wieder am Startort angekommen sind, wird die Zeit gestoppt. Foto: Karin Riggelsen

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Die Tingleffer Nachschule stellte die Jugendlichen auf den Übungsplatz der Bereitschaftsschule vor interessante Aufgaben, bei denen es vor allem um Teamarbeit und Selbstüberwindung ging.

Ganz ehrlich, nur den wenigsten macht es wirklich Spaß, sich bei 12 Grad Lufttemperatur in den bestimmt nicht viel wärmeren Uker Bach (Uge Bæk) zu stürzen. Nichtsdestotrotz taten dies die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Nachschule Tingleff am Freitagvormittag mit hörbarem Vergnügen.

Schulleiter Jørn Warm zeigte sich gnädig. Auch wenn es nicht ganz regelkonform war, so zog er höchstpersönlich eine Schülerin aus dem Uker Bach. Damit auch sie möglichst schnell ins Ziel sausen konnte. Foto: Karin Riggelsen

Statt des üblichen Motionstages mit Laufen oder Radfahren hatte sich das Kollegium eine besondere Alternative ausgedacht.

Inspiriert von den Schlammläufen „Extreme Mandehørm“ und „Ladies Mud Race“ hatten sich die Lehrerinnen und Lehrer auf dem Gelände der Technischen Bereitschaftsschule eine Art Hindernislauf mit verschiedenen Stationen ausgedacht.

Jasper Andresen erklärt der Gruppe die Aufgaben, die sie im hohen Turm auf dem Übungsgelände der Bereitschaftsschule zu bewältigen hat. Trotz der Dunkelheit in dem Gebäude sollen die Jugendlichen auf jeder Ebene ein Tierbild finden und sich merken. Es kommt auf Schnelligkeit und Merkfähigkeit an. Foto: Karin Riggelsen

Teamarbeit ist Trumpf

Es ging dabei mal um Geschwindigkeit, mal um Geschicklichkeit, mal um Selbstüberwindung und mal um Merkfähigkeit, aber vor allem ging es um Teamarbeit.

Die Jugendlichen waren in Gruppen aufgeteilt und mussten dann gemeinsam in diesen Teams die Aufgaben lösen.

Bevor es in den dusteren Container ging, wurden alle Schülerinnen und Schüler mit Schutzhelmen ausgerüstet. In dem Container mussten die Jugendlichen durch einen Hindernisparcours kriechen und klettern. Erst wenn der oder die Letzte im Ziel angekommen war, wurde die Zeit gestoppt. Foto: Karin Riggelsen

Es ist bestimmt nicht jedermanns oder jederfraus Sache, auf hohe Türme zu steigen, Mauern zu überwinden, sich im Stockdusteren durch Labyrinthe zu schlängeln, dabei auch noch Fragen beantworten und Tierarten merken müssen, oder – wie eingangs erwähnt – sich im eiskalten, schlammigen Wasser der Au ein Rennen zu liefern. Schließlich würden die Teams mit den höchsten Punktzahlen lukrative Preise absahnen können, die Schulleiter Jørn Warm und sein „Vize“ Rico M. Andersen am Vortag besorgt hatten.

Endlich wieder Tageslicht! – Julian hat großen Spaß an dem alternativen Motionstagsprogramm. „Ich habe mir nur gerade kurz vor der Ausgangsluke das Schienbein an einem Querstreben gestoßen. Das tut schon weh“, sagt er gegen das grelle Tageslicht anblinzelnd. Nach wenigen Augenblicken aber hat sich der Schmerz verzogen. Foto: Karin Riggelsen

Umarmungen für den Schulleiter

„Wir hatten bewusst ein kleines Geheimnis aus der Veranstaltung gemacht. Als den Jugendlichen am Frühstückstisch dann mitgeteilt wurde, was sie am Vormittag erwartet, war erst ein allgemeines ,Uff’ zu vernehmen“, erzählt Schulleiter Warm mit einem Augenzwinkern. Ihn packte jedoch ein wenig schlechtes Gewissen, als ihm auf dem Weg zur Ruinenstadt der Bereitschaftsschule die ersten triefnassen Schülerinnen und Schüler entgegenkamen. Da sie aber strahlend auf ihn zukamen, waren seine Schuldgefühle doch schnell verflogen.

Mit viel „Liebe“ werden die Lehrkräfte der Nachschule an dem Vormittag auf dem Übungsgelände bedacht. Besonders zärtlich sind die Schülerinnen und Schüler, wenn sie triefnass aus dem Uker Bach steigen. Hier wird Alex Søndergaard gerade kräftig geherzt. Foto: Karin Riggelsen
Mit einem Ball in den Händen auf dem Bauch unter der Zielscheibe durchrutschen, sich dann schnell umdrehen, um dann mit dem Ball möglichst in das Loch zu treffen, das 100 Punkte auslöst, ist das Ziel dieser Aufgabe. Damit es gut „flutscht“, wird die Bahn mit reichlich Seifenlauge präpariert. Die Rutschpartie macht sichtlich Spaß, ist aber auch anstrengend. Foto: Karin Riggelsen

Als Dankeschön für ein tolles Erlebnis – oder vielleicht auch als Denkzettel – wurde er von manchem pitschnassen Jugendlichen augenzwinkernd umarmt. So ging es übrigens den meisten Lehrkräften vor Ort. Auch ihre Jacken und Pullover waren feucht und mit Matsch- und Grasflecken „dekoriert“.

Ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin zwängt sich durch das kreisrunde Loch in der Mauer, die anderen müssen indes die Mauer überqueren. Die Gruppen haben verschiedene Techniken, wie sie alle über die Wand bekommen. Nicht immer klappt es auf Anhieb. Foto: Karin Riggelsen
Alina hat es fast geschafft, denkt sie. Sobald alle Teammitglieder auf der anderen Seite angekommen sind, müssen sie auch wieder zurück. O, Mann, ey! Foto: Karin Riggelsen

Elterngespräche und Herbstferien

Zurück in der Nachschule galt es zunächst einmal die Sportklamotten einzuweichen, selbst zu duschen und warme Kleidung anzuziehen. Bevor sich alle an den Mittagstisch setzen konnten, mussten noch die Taschen gepackt und die Zimmer gesäubert werden.

Bevor es in die Herbstferien ging, standen übrigens noch die Elterngespräche an. Noch einmal „Uff“!

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