Deutsche Minderheit

Nachschule auf Grenzlandtour: Die Jugendlichen fanden es cool

Nachschule auf Grenzlandtour: Die Jugendlichen fanden es cool

Grenzlandtour: Die Jugendlichen fanden es cool

Renz/Rens
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Grenzlandtour mit Abstecher ins Renzer Museum – das musste unbedingt festgehalten werden. Foto: kjt

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Im Rahmen der Grenzland-Projekttage unternahmen Schüler- und Lehrerschaft der Deutschen Nachschule Tingleff eine Wissensreise entlang der Grenze. Es gab unterwegs viel zu sehen, zu erleben und zu erfahren. Auch bei einem Zwischenstopp in Renz.

Grenzgeschichte, Grenzlandgeschichte und Minderheitengeschichte: Ein historisches Potpourri stand für Schülerinnen und Schüler der Deutschen Nachschule Tingleff in dieser Woche im Rahmen der Grenzland-Schwerpunkttage auf dem Programm. Im April folgt Teil zwei mit den Grenzlandwochen.

Das Geschichtsthema hat das Musical-Projekt an der Nachschule abgelöst.

Am Donnerstag begaben sich alle Schülerinnen und Schüler samt Lehrkräften auf Achse. Von Ost nach West wurde die Grenze abgefahren, mit informativen Zwischenstopps und wissenswerten Details.

Museumsrundgang mit Aufgabenbogen

Die beiden Busse steuerten unter anderem auch das ehrenamtlich geführte Heimat- und Grenzlandmuseum in Renz (Mellem Slesvigs grænser) an. Der Besuch war im Vorfeld explizit eingeplant und vorbereitet worden.

Erkundung der Geschichte im Renzer Heimat- und Grenzlandmuseum Foto: kjt
Für den Rundgang in Renz bekamen die Schülerinnen und Schüler einen Aufgabenbogen Foto: kjt

Als Ergänzung zu den Infotafeln und Anschauungsobjekten des Museums bekamen die Schülerinnen und Schüler für ihren Rundgang einen Aufgabenbogen mit.

Was sagen die Jugendlichen zum Tag und zum Geschichtsprojekt als solchem?

Annika Elsäßer, Deutsche mit Wohnsitz auf Seeland, findet es cool.

„Es ist spannend, so viel über das deutsch-dänische Grenzland und die deutsche Minderheit zu erfahren. Die Minderheit hat eine besondere Geschichte.“

Annika Elsäßer konnte dem Museumsbesuch und dem Projektthema vieles abgewinnen. Foto: kjt

Da die Deutsche Nachschule, an der sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler gerade sind, Teil der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig ist, halte sie es für wichtig, die Geschichte und die Strukturen der Volksgruppe noch mehr kennenzulernen.

Ihre bisherigen Eindrücke seien, „dass es in Minderheit einen großen Zusammenhalt gibt, vieles ist miteinander verknüpft“, so Annika Elsäßer.

Minderheitenkenner

Das meint auch Felix Teschke. Der Flensburger kennt sich mit der Materie gut aus, ist er doch mit der dänischen Minderheit in Südschleswig verwoben.

Er habe es als aufschlussreich empfunden, die Grenzlandgeschichte mit Sicht auf die deutsche Minderheit näher kennenzulernen, so der 15-Jährige zum „Nordschleswiger“ am Rande des Museumsbesuchs. „Vieles ähnelt sich, es gibt aber auch Unterschiede“, so Felix.

Felix Teschke ist Südschleswiger und kennt sich mit der Grenzland- und Minderheitengeschichte schon aus. Foto: kjt

Dass das große Musicalprojekt der Nachschule von den Grenzlandwochen abgelöst worden ist, sei für ihn kein Beinbruch. „Das wäre sicherlich auch eine spannende Sache, ich bin darüber aber nicht traurig, dass es nicht stattfindet. Ich bin nicht so kreativ und auch nicht so musikalisch“, so der 15-Jährige mit einem Schmunzeln.

Mit Elan bei der Sache waren im Museum Kristina Butkevicis aus Kolding und Grete Falkenberg aus dem Hamburger Raum. Beide Nachschülerinnen haben sich angefreundet und unternahmen den Inforundgang in Renz zusammen.

Grete Falkenberg und Kristina Butkevicius (v. l.) machten beim Rundgang durchs Renzer Museum gemeinsame Sache. Foto: kjt

Auch Grete fand es „cool, auf der Tour noch mehr über die Geschichte des Grenzlandes und der Minderheit zu wissen zu bekommen“.

Nahe liegender Schwerpunkt

Als sie über eine Cousine die deutsche Nachschule in Tingleff empfohlen bekam, hatte sie sich bereits etwas mit der Volksgruppe befasst. Nun seien noch viel mehr interessante Informationen dazugekommen, so die Sevetalerin.

Freundin Kristina kann den Ansatz der Schule nachvollziehen, den Schülerinnen und Schülern die Grenzland- und die Minderheitengeschichte näherzubringen und dafür das Muscialprojekt wegfallen zu lassen, wo die Einrichtung doch Teil der Volksgruppe ist.

„Die Geschichte der hiesigen Region hat sehr viele Facetten. Darin einzutauchen und mehr über das Deutsch-Dänische zu erfahren, kann durchaus spannend sein“, so die Nachschülerin aus Kolding.

Nach der Stippvisite in Renz begab sie sich zusammen mit den anderen Grenzlandforscherinnen und -forschern wieder in den Bus, um weitere Stationen entlang der Grenze weiter westlich anzusteuern.

Unterwegs gab es noch mehr Wissenswertes. „Hauke Grella (Leiter des Deutschen Museums für Nordschleswig in Sonderburg, red. Anm.) hat uns ergänzend mit Material und Aufgaben versorgt“, berichtet Nachschullehrer Jasper Andresen, der die Tour mit geplant und koordiniert hat.

Weiter geht’s: Nach dem Museumsbesuch in Renz setzte der Grenzlandtross die Inforeise in Richtung Westen fort. Foto: kjt
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