Deutsche Minderheit

Deutscher Campus: Schul- und Kita-Leiterinnen positiv gestimmt

Deutscher Campus: Schul- und Kita-Leiterinnen positiv gestimmt

Campus: Schul- und Kita-Leiterinnen positiv gestimmt

Apenrade/Aabenraa
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Die Minderheit will das Internat am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig abreißen und einen Campus ans DGN anbauen. Foto: BDN

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In der vergangenen Woche wurden die Pläne zu einem Mega-Projekt innerhalb der deutschen Minderheit vorgestellt: der deutsche Campus, auf dem gleich mehrere Institutionen gemeinsam Platz finden sollen. Bei der Schulleiterin der deutschen Schule und bei der Leiterin der deutschen Kindergärten kommt der Plan gut an. Sie sehen jedoch auch Nachteile.

Es ist ein Mammut-Projekt, das in der vergangenen Woche vom Bund Deutscher Nordschleswiger präsentiert wurde: Auf dem Gelände des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) soll ein neues Internat mit mehr Plätzen und einer neuen Küche gebaut werden. Gleichzeitig sollen die beiden deutschen Kindergärten in Apenrade dort ein neues Zuhause unter einem Dach bekommen.

Den Plan begrüßen Catarina Bartling, Leiterin der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA), und Morlyn Albert, Leiterin der Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA).

Catarina Bartling (m.) bei einer Einschulung (Archivfoto) Foto: DN
Morlyn Albert Foto: Karin Riggelsen

Räumliche Nähe der Institutionen kein neuer Plan

„Ja, das sieht wie ein tolles und bestimmt notwendiges Projekt aus. Wir haben schon mal vor einigen Jahren, als die Kindergartengebäude im Fokus waren, angesprochen, dass es viel Sinn ergeben würde, wenn die Kindergärten in räumliche Nähe zu DPA, der Schulfreizeitordnung KiM und DGN rücken würden. Das erleichtert die Zusammenarbeit sowie den pädagogischen Austausch, und die Kinder fühlen sich auf dem deutschen Campus heimisch. Besser geht es nicht“, schreibt Catarina Bartling auf Anfrage des „Nordschleswigers“.

Mehr Platz für die Kinder

Ähnlich sieht es auch Morlyn Albert: „Es ist doch ein Vorteil, alles gesammelt in einem Haus zu haben. Zudem bekommen die Kinder dadurch mehr Fläche, auf der sie sich austoben, spielen und es sich gemütlich machen können. Außerdem würde ein ebenerdiger Kindergarten für Kinder und Personal mehr Vorteile mit sich bringen, als der bisherige am Jürgensgaard. Damit würde bei uns ein großer Wunsch in Erfüllung gehen.“ Zudem würde es das pädagogische Konzept „Fra vuggestue til studenterhue“ (Von der Krippe bis zum Abitur) unter einem Dach stärken, ergänzt Albert.

Jede Entscheidung beinhaltet eine Abwahl

Catarina Bartling und Morlyn Albert sind sich jedoch einig, dass es sich um ein sehr großes Projekt handelt und der Weg bis zum Ergebnis noch ein langer sein wird. Sollte der Weg jedoch beschritten werden, dann „geht auch ein Stück Geschichte verloren“, sagt Albert und spielt damit auf den Kindergarten Jürgensgaard an, in dem Generationen von Kindern der deutschen Minderheit groß geworden sind. „Aber mit jeder Entscheidung, die man trifft, wählt man auch etwas ab. Ich kann fast nur Vorteile sehen, wenn es einen gemeinsamen Campus gibt“, erklärt sie.

Parksituation bedenken und Begegnungsräume schaffen

DPA-Leiterin Bartling gibt noch zu Bedenken, dass Parkplätze für Personal eingedacht werden, denn die Zahl der Mitarbeitenden wird sich durch die größere Zahl an Kindern und Jugendlichen auf dem Campus erhöhen. „Es sollte dann besonders daran gedacht werden, dass die Menschen sich kennenlernen und fachlich austauschen können. Man kann in allen Bereichen zugunsten der Kinder so viel voneinander lernen, die dann von Krippe über Kindergarten, Schule, Schulfreizeitordnung bis zum Gymnasium einen großen Teil ihrer Lebenszeit‘ auf dem Campus verbringen. Vielleicht hat man sogar baulich an Begegnungsräume der unterschiedlichen Personalgruppen gedacht?“, gibt sie abschließend zu Bedenken.

„Ein Campusgelände, das für alle unsere Kinder und Jugendlichen offen ist und Begegnungen schafft, ist ein Traum, und ich wünsche dem Projekt gutes Gelingen“, äußert sich Catarina Bartling abschließend.

 

 

 

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