Soziale Medien

Ein Bürgermeister ist (fast) immer im Dienst

Ein Bürgermeister ist (fast) immer im Dienst

Ein Bürgermeister ist (fast) immer im Dienst

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Der Apenrader Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.) vor dem Rathaus Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Nein, er reagiere nicht immer auf alle Facebook-Posts, auch wenn gegen die Kommune Apenrade geschossen werde. „In diesem Fall hatte ich jedoch das Gefühl, dass ich helfen konnte und musste.“

Eine Einwohnerin der Kommune Apenrade hatte am Freitagmorgen vergebens versucht, die kommunale Krankenpflegeklinik am Langrode telefonisch zu erreichen. Der Anruf wurde automatisch an eine diensthabende Mitarbeiterin weitergeleitet, die allerdings in dieser Frage nicht zuständig war. So versuchte die Dame, über andere kommunale Telefonnummern jemanden zu erreichen, wurde aber immer von automatischen Ansagen vertröstet.

Ihrem Frust machte sie in einem Facebook-Post Luft. Nach wenigen Minuten hatten etliche Facebook-Nutzende den Eintrag der Userin gesehen, gelikt und auch mit Worten wie „typisch Apenrade“ kommentiert.

Der Bürgermeister meldet sich zu Wort

Plötzlich aber tickerte ein längerer Beitrag in die Kommentarspur. Verfasser war der Bürgermeister der Kommune Apenrade, Jan Riber Jakobsen (Kons.). „Liebe G. (der Name ist der Redaktion bekannt, red. Anm.) Ich habe die Sache untersucht. Die Krankenpflegeklinik ist keine Akutklinik, sondern einzig und allein eine Klinik mit Terminen nach Vereinbarung. Wenn du als Bürgerin oder Bürger medizinischer Hilfe bedarfst, musst du deine Hausärztin oder deinen Hausarzt kontaktieren oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Region in Anspruch nehmen. (…) Deine eigene Feststellung, dass du in diesem Fall den Bereitschaftsdienst anrufen sollst, ist deshalb richtig“, schreibt er unter anderem.

Daumen hoch, Jan Riber

Nicht wirklich überraschend verstummten im Anschluss die negativen Kommentare der sogenannten „Internet Trolls“. Im Gegenteil: Es hagelte sogar „hochgereckte Daumen“ für den Bürgermeister.

Ob er sich öfter in solche Facebook-Diskussionen einbringe, wollte „Der Nordschleswiger“ deshalb von Jan Riber Jakobsen wissen. Obwohl er sich eigentlich zwischen Weihnachten und Neujahr ein paar freie Tage gegönnt hatte, antwortete er auch auf die schriftliche Frage aus dem Apenrader Medienhaus.

„Ein Bürgermeister hat nie ganz frei. Aber: Nein, ich mische mich nicht in alle Diskussionen ein, die in den sozialen Medien kursieren. In diesem Fall hatte ich aber das Gefühl, dass ich helfen könnte und auch müsste, da es sich um den medizinischen Bürgerservice handelte. Die Fragestellerin verdiente meiner Auffassung nach einfach eine schnelle und klare Antwort“, so der Bürgermeister.

Mehr lesen

Leserbrief

Meinung
Jan Køpke Christensen
„Faste mindre teams vil hjælpe, men der skal holdes øje med kommunerne“