LHN-Generalversammung

Frust bei den Landwirten

Frust bei den Landwirten

Frust bei den Landwirten

Nordschleswig/Sønderjylland
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Rund 600 Landwirte demonstrierten Anfang Januar in Gravenstein gegen geplante Gesetze der Regierung. Foto: Sara Wasmund

Dänische Landwirte haben nicht im gleichen Maße gegen die Politik protestiert, wie zum Beispiel ihre deutschen Kollegen. Aber der Frust ist da, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig, Jørgen Popp Petersen.

In vielen Ländern in Europa protestieren Landwirte gegen die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft. In Deutschland, Holland, Frankreich und Österreich setzten sich die Bauern auf ihre Traktoren und machten durch Proteste auf sich aufmerksam. In Dänemark allerdings nicht – bis auf einen Abstecher der deutschen Demos nach Gravenstein/Gråsten an dem sich auch dänische Landwirte beteiligten.

„Es ist schwierig, die Ausgangslage in Dänemark und Deutschland zu vergleichen. Dänemark ist eine Agrarnation mit 6,5 Millionen Einwohnern. Die meisten Bürger haben, wenn sie in die Familiengeschichte zurückschauen, eine Relation zur Landwirtschaft. Deutschland ist dagegen mit 85 Millionen Einwohner eine Industrienation – hinzu kommen viele große Nichtregierungsorganisationen und ein gewaltiger Druck des Lebensmittelhandels", erklärte Jørgen Popp Petersen, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig am Dienstagabend bei der Generalversammlung der Landwirtschaftsorganisation in Tingleff.

Unzufriedenheit, aber keine Proteste

Doch auch in Dänemark gäbe es Frust und Unzufriedenheit über die Rahmenbedingungen – auch wenn hier nicht protestiert werde.

„Wir sind ständig Zielscheibe für politische Anschuldigungen, zum Beispiel, dass wir nicht das Tempo der Zielsetzung der Wasserpläne einhalten", sagte Jørgen Popp Petersen, der aber den Zig-Zag-Kurs der Politik kritisierte.

„Sie säen nicht, sie ernten nicht, wissen aber alles besser", zitierte er die Auffassung vieler Landwirte.

Landwirte bei der Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig am Dienstagabend in Tingleff. Foto: Gwyn Nissen

Regeln sind nicht nachvollziehbar

Landwirtschaft und Natur ließe sich nicht auf eine Formel begrenzen. Nährstoffe müssten zwar optimal eingesetzt werden, doch die Regeln und Gesetze der Politik seien oft nicht machbar. Als eines von mehreren Beispielen nannte er, wie die Deadline für die Nachsaat Probleme bereite, weil die Ernte zu dem Zeitpunkt noch auf der Fläche stehe.

„Egal welche Vorstellung andere haben, wir arbeiten nach dem strengsten Gesetz der Welt: Das Naturgesetz", sagte Popp Petersen, der die Hoffnung auf einen Dialog mit der Politik nicht aufgegeben hat.

Lob für deutsche Bewegung

Der LHN-Vorsitzende freute sich über die neue deutsche Bewegung „Land Schaft Verbindung". Diese will einen Dialog mit der Gesellschaft und der Politik. „Sowohl Ministerpräsident Daniel Günther als auch der Agrarminister Jan Philipp Albrecht von den Grünen haben das Engagement der Landwirte gelobt", berichtet der LHN-Vorsitzende.

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