Interreg-Projekt

Zehn Gespräche zum Thema Fremde und Heimat

Veröffentlicht Geändert
Wo verläuft die Grenze zwischen willkommen oder ausgegrenzt sein – die Gesprächsreihe thematisiert das.

Alle sind im Grenzland eingeladen, sich an den Gesprächsveranstaltungen des Interreg-Projekts „Die Fremden“ zu beteiligen. In Sonderburg lädt das Enkelkind von Nazi-Führer Jens Møller zur Diskussion ein.

Die Vortrags- und Gesprächsreihe „Die Fremden“ beleuchtet das Miteinander im deutsch-dänischen Grenzland. Das Ziel des Interreg-Projektes: miteinander darüber reden, wie Minderheiten und Mehrheiten miteinander umgehen – und miteinander umgegangen sind.

Zehn Veranstaltungen stehen im Frühjahr 2025 auf dem Programm. Auftakt ist am 18. März in der Stadtbücherei Niebüll (Nibøl), wenn Wolfgang Jandt über die Flucht nach Südtondern 1945/1946 berichtet. Beginn ist um 19 Uhr.

Weitere Zusammenkünfte finden in Flensburg (Flensborg), Apenrade (Aabenraa), Sonderburg (Sønderborg) und Tingleff (Tinglev) statt. Sprecherinnen und Sprecher sind unter anderem Anke Spoorendonk, Hans Christian Bock und Ernst August Hansen.

Marianne Møller Hansens Vortrag am 7. Mai in der Sonderburger Bibliothek steht unter der Überschrift: „Keiner sprach darüber: Mein Opa war der führende Nazi Jens Møller. Ein Mitglied der deutschen Minderheit erzählt.“

Vorträge und Diskussionen im Grenzland

Projektleiter Tue Søvsø erläuterte bei der Vorstellung des Projektes das Ziel der Reihe: „Es geht darum, die Menschen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammenzubringen und das Gespräch darüber zu beginnen, wie wir als Gruppen miteinander umgehen.“

Die Vorträge und Diskussionsveranstaltungen behandeln verschiedene Bereiche zum Thema „Fremde“: den Umgang mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten um 1945, aber auch das Verhältnis und das Miteinander von dänischen, deutschen und anderen Bevölkerungsteilen im Grenzland während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Abschlussveranstaltung des Frühjahrsprogramms findet am 20. Mai in der Deutschen Bücherei Tingleff statt.

Interreg-Projekt „Die Fremden“

Projektbeschreibung: Das Interreg-Projekt „Die Fremden“ („De Fremmede“) ist eine grenzüberschreitende Initiative, die das Zusammenleben von Mehr- und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzgebiet thematisiert.

Beteiligte: Deutsche und dänische Büchereien aus dem deutsch-dänischen Grenzland. Darunter sind kommunale Bibliotheken, Stadtbüchereien sowie die Büchereien der deutschen und der dänischen Minderheit.

Veranstaltungen: Im Jahr 2025 werden rund 22 Veranstaltungen organisiert, davon die Hälfte im Frühjahr, die andere Hälfte im Herbst.

Standorte: Die Veranstaltungen finden in Tondern (Tønder), Apenrade (Aabenraa), Sonderburg (Sønderborg), Schleswig (Slesvig), Flensburg (Flensborg) und Niebüll (Nibøl) statt.

Finanzierung: Das Projekt erhält 380.000 Kronen aus dem Interreg-Topf für Bürgerprojekte.

Ziel: Förderung des interkulturellen Dialogs und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Bevölkerungsgruppen in der Region.

Bilder aus dem Oksbøl-Lager, in dem Tausende deutsche Flüchtlinge ab 1945 untergebracht wurden
Das Programm der Vortrags- und Gesprächsreihe