Kunst

Brücken bauen durch Kunstwerke

Brücken bauen durch Kunstwerke

Brücken bauen durch Kunstwerke

Luisa Wenkel
Luisa Wenkel
Apenrade/Aabenraa
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Die neue Kunstausstellung des FFKKs in der Deutschen Zentralbücherei Apenrade. Foto: Luisa Wenkel

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Die Vernissage des FFKKs verbindet deutsch-dänische Kunst in den Räumen der Deutschen Zentralbücherei. Der Verein will durch die Kunstausstellung die Vielfältigkeit der Künstlerinnen und Künstler zeigen und wie sich durch Kunst die Grenzen lösen.

„Kunst schafft es, Grenzen übergreifende Brücken zu bauen“, so Dr. Eva Nielsen, Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin an der Deutschen Bücherei Sonderburg, in ihrer Eröffnungsrede am Samstag zur Vernissage in der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade.

Der Kunstverein „Flensborg Fjords Kunst & Kulturforening – FFKK“ eröffnete am Samstag durch Karin Baum die neue Ausstellung. Das Besondere an dieser Kunstausstellung sei das Wirken, sowohl auf dänischer, als auch auf deutscher Seite.

„Kunstwerke sind der Spiegel unserer Gesellschaft. Mal kritisch, mal fröhlich, mal emotional“, so Nielsen. Die Ausstellung schaffe es, den Idealzustand, einer interkulturellen Gesellschaft zu beleben.

Karin Baum (links) und Dr. Eva Nielsen bei der Eröffnung der Kunstausstellung des FFKK. Foto: Luisa Wenkel

Karin Baum, zweite Vorsitzende des FFKK betonte, dass die Kunstausstellung mit vielen verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern entstanden sei.

„Man muss sich intensiv mit den einzelnen Bildern der Künstlerinnen und Künstler beschäftigen, da jeder andere Beweg- und Hintergründe hat.“

Bei der Ausstellung sind deutsche und dänische Künstlerinnen und Künstler vertreten.

„Von jung bis alt, von Hamburg bis nach Aarhus. Wir wollen die Vielfältigkeit des Vereins zeigen.“, so Baum, die selbst ein Foto in der Ausstellung hat.

Ihr Kunstwerk war ein unbearbeitetes Foto eines Baumes mit Gesicht. „Ich liebe Bäume und jetzt heiß ich auch noch so“.

Eine Inspiration hätte sie aber nicht: „Überall in der Natur sehe ich Gesichter und die halte ich dann fest."

Es war eine wahre Herausforderung, 60 Bilder von 35 Künstlerinnen und Künstlern in einen abgestimmten Einklang zu bringen

Karin Baum

Die Kunstwerke hängen überall in der Deutschen Zentralbücherei verteilt. Im Foyer, im Vortragssaal, in der Pyramide und im Untergeschoss wurden die Kunstwerke angebracht und bilden eine harmonische Einheit für den Betrachter. Sowohl farblich, als auch inhaltlich wurden die Bilder aufeinander abgestimmt.

„Es war eine wahre Herausforderung, 60 Bilder von 35 Künstlerinnen und Künstlern in einen abgestimmten Einklang zu bringen“, so Karin Baum, die schon zwei Tage zuvor die Ausstellung mit Helferinnen und Helfern aufgebaut hatte.

Nadine Iben vor einem ihrer zwei Kunstwerke bei der Ausstellung des FFKK. Foto: Luisa Wenkel

Unter den Ausstellenden ist unter anderem Nadine Iben. Sie stellt gleich zwei Acryl-Bilder „Gravida 1+4“ und „Gravida 3“ aus. Die Inspiration für ihre Bilder war ihre Tochter. „Als mir gesagt wurde, dass ich schwanger bin, wollte ich unbedingt den Moment der Vorfreunde festhalten“.

Als die Frage aufkam, wie das Bild entstanden sei, musste sie lachen. „Ich habe mich wirklich nackt vor meine Leinwand gestellt und habe die Silhouette meines Baby-Bauches abgemalt.“

Iben ist erst seit letztem Jahr Mitglied des FFKKs. Sie fand den länderübergreifenden Gedanken des Vereins faszinierend und fühlte sich schon immer mit Dänemark sehr verbunden.

Sie machte ihren Abschluss in Informatik und arbeitet als IT-Beraterin und Entwicklerin. Seit 2019 ist nebenbei freischaffende Künstlerin. Sie habe schon in ihrer Jugend gemalt, doch erst mit dem Umzug aufs Land wuchs der Traum von einer freischaffenden Künstlerin. Mittlerweile bietet sie ihre künstlerische Begabung als Service für Schwangere an.

Esther Goldschmidt vor ihrem Acryl-Kunstwerk „Der Gral“. Foto: Luisa Wenkel

Das Künstlerische liegt bei uns einfach in der Familie

Esther Goldschmidt

In der Ausstellung sind auch Bilder der Familie Goldschmidt vertreten. Esther Goldschmidt präsentierte stolz nicht nur ihre Bilder, sondern auch die ihrer Töchter, Anna Lea und Sarah Goldschmidt, und die ihres Lebenspartners Fred Zimmak.

2015 entstand ihr Bild „Der Gral“, welches sie ausstellt. Besonders an dem Acryl-Gemälde sei der Plastische-Effekt. Entstanden sei es „durch Luftblasen, die sich in der Farbe bildeten und später aufplatzen“, das mache das Bild so besonders.

Seit sieben Jahren ist Goldschmidt Mitglied beim FFKK und kennt Karin Baum schon mehrere Jahre.

„Hauptberuflich war ich Lehrerin und nebenbei Künstlerin. Karin Baum war meine Schülerin. Das Künstlerische liegt bei uns einfach in der Familie“.

Die künstlerische Gabe bekam sie nicht nur von ihren Eltern in die Wiege gelegt, sondern verlieh sie gleich an ihre Töchter und Enkelkinder. In der nächsten Ausstellung seien auch Bildern von der jüngsten Generation vertreten.

Der Kunstverein FFKK

Der Kunstverein FFKK wurde im März 2005 gegründet und besteht aus über 150 deutschen und dänischen Mitgliedern. Der FFKK sieht es als Ziel, lokale, internationale und grenzüberschreitende Kunst, im nördlichen und südlichen Raum des deutsch-dänischen Grenzgebiets zu verbreiten.

Alle Kunstwerke der Ausstellung sind käuflich zu erwerben. Die Ausstellung kann bis zum 30. April in der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade erlebt werden.

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