EU-Wahlen

Dänemarkdemokraten sind in Apenrade die großen Gewinner der EU-Wahl

Dänemarkdemokraten sind in Apenrade die großen Gewinner der EU-Wahl

Dänemarkdemokraten sind in Apenrade die Gewinner der EU-Wahl

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Kristoffer Storm von den Dänemarkdemokraten hätte es nie und nimmer ohne Parteichefin Inger Støjberg ins Europaparlament geschafft, sind sich Wahlexpertinnen und -experten einig. Foto: Nils Meilvang Ritzau/Scanpix

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Bei ihrem Debüt auf europäischer Ebene konnte die Partei von Inger Støjberg den Kolleginnen und Kolleginnen der Dänischen Volkspartei die Stimmen auf dem EU-kritischen rechten Flügel abluchsen.

Der europaweite Rechtsruck hat sich bei den jüngsten EU-Wahlen auch im Wahlkreis Apenrade gezeigt. Die Dänemarkdemokraten um Inger Støjberg sind die großen Gewinner in dem nordschleswigschen Wahlkreis. 

In ihrem Debüt auf europäischer Ebene holten sie auf Anhieb 2.901 Stimmen. Das sind 13,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Dänemarkdemokraten sind damit hinter Venstre (22,7 Prozent) und Sozialdemokratie (17,6 Prozent) drittstärkste Partei im Wahlkreis Apenrade.

Ohne Inger läuft nichts

Allerdings sind sich die Wahlexpertinnen und -experten einig, dass es ihr Spitzenkandidat Kristoffer Storm kaum ohne die tatkräftige Unterstützung von Parteigründerin und -chefin Inger Støjberg geschafft hätte. Sie stand wortwörtlich bei allen öffentlichen Auftritten an seiner Seite.

Ein Blick auf die Statistik lässt den Schluss zu, dass die Støjberg-Partei ihre Stimmen auf dem EU-kritischen rechten Flügel geholt hat. Die Dänische Volkspartei musste im Wahlkreis Apenrade einen Verlust von 2.938 Stimmen hinnehmen. 2.075 Stimmen wurden für die Partei von Morten Messerschmidt abgegeben. Das ist gerade mal eine einzige Stimme mehr als die Sozialistische Volkspartei. Bei Parteien holten 9,6 Prozent der abgegebenen Stimmen.

SF: Grüne Themen 

Während im DF-Lager sicherlich jetzt die Wunden geleckt werden, dürfen sich SF-Vorsitzende Pia Olsen Dyhr und ihre Parteigenossinnen und -genossen auf die eigenen Schultern klopfen. Ihre grünen Themen sind im Wahlkreis Apenrade durchaus verstanden worden.

Die Moderaten traten wie die Dänemarkdemokraten erstmals bei den EU-Wahlen an. Die Strahlkraft von Parteigründer Lars Løkke Rasmussen scheint im südlichen Dänemark nicht ganz so stark zu sein, wie in anderen Teilen des Landes. Im Wahlkreis Apenrade holten die Moderaten nur 4,9 Prozent der Stimmen, während der Prozentsatz auf Landesebene bei 6 Prozent lag.

Gewinnende und Verlierende

Zu den Gewinnerinnen und Gewinnern dürfen sich neben SF auch die Konservativen und die Liberale Allianz zählen. Beide dürfen sich von den „grünen“ Pfeilen in der Grafik jedoch nicht täuschen lassen. Ihre Wählerschaft ist im Apenrader Wahlkreis nämlich kleiner als im Landesdurchschnitt. 

Wo es Siegerinnen und Sieger gibt, muss es auch Verlierende geben.

Die größten Verlierer im Wahlkreis Apenrade sind neben der Dänischen Volkspartei die Parteien Venstre und die Sozialdemokratie. Dass es sich bei Letzteren um Regierungsparteien handelt, ist sicherlich kein Zufall. Das Ergebnis spiegelt eine Unzufriedenheit der Wählenden mit der Politik auf Christiansborg wider. 

Deutliche Einbußen bei Sozialdemokratie und Venstre

Die Sozialdemokraten haben im Wahlkreis zwar ein Drittel der Stimmen eingebüßt, wegen der geringen Wahlbeteiligung von 53,4 Prozent, stellt sie mit einem Anteil von 17,6 Prozent noch immer die zweitstärkste Partei und hat prozentual nur vier Prozent eingebüßt.

Venstre stellt mit 22,7 Prozent weiterhin die stärkste Partei im Wahlkreis Apenrade und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von 14,7 Prozent. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie 2.747 Stimmen und damit 6,5 Prozentpunkte verloren hat. 

Einheitsliste und Alternative finden im Wahlkreis Apenrade als Parteien kaum statt. Beide liegen mit 2,7 beziehungsweise 1,3 Prozent ganz unten in der Popularität der Wählerschaft. 

Mehr lesen

Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Europawahl: Die deutsche Minderheit hat viele Freunde im neuen Europaparlament“