Kultur

Asser Amdisen: Geschichte ist ein Kampfsport

Asser Amdisen: Geschichte ist ein Kampfsport

Asser Amdisen: Geschichte ist ein Kampfsport

Apenrade/Aabenraa
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Asser Amdisen war von 2005 bis 2009 Leiter des Schifffahrtsmuseums in Apenrade. Inzwischen ist er Vorsitzender der Direktor der Stiftung, die das dänische Segelschulschiff „Georg Stage“ betreibt. Foto: Pressefoto

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In seinem neuesten Buch fasst der frühere Leiter des Apenrader Schifffahrtsmuseums 3.000 Jahre europäische Geschichte auf knapp 300 Seiten zusammen.

Komplexe geschichtliche Zusammenhänge verständlich und unterhaltsam an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen, hat den früheren Leiter des Apenrader Schifffahrtsmuseums schon immer ausgezeichnet.

Jetzt hat Asser Amdisen ein Buch geschrieben, das sich mit der Geschichte Europas befasst. 3.000 Jahre auf exakt 288 Seiten zu komprimieren, ist schon eine Leistung. Das schafft nicht jeder.

Das neueste Buch erscheint am 13. September im Verlag „Lindhardt og Ringhof“ und ist dann im Buchhandel für 299,95 Kronen erhältlich. Foto: Lindhardt og Ringhof/Pressefoto

Ein geschichtlicher Gewaltritt

Asser Amdisen ist es aber in seinem neuesten Buch „En ualmindelig og kortfattet europahistorie“ gelungen, die europäische Geschichte informativ und unterhaltsam zugleich zu erzählen.  

Es hat allerdings auch etwas von einem Gewaltritt, der in Asien beginnt, ins antike Griechenland, zu den Römerinnen und Römern und natürlich auch zum Krieg in Troja führt. Amdissen „begleitet“ die Wikinger und die Ritter auf ihren Eroberungs- und Kreuzzügen, schreibt über Revolutionen, Weltkriege und Eiserne Vorhänge. Es geht um Wachstum, Wohlfahrt und um Krisen.

Platz für Klatsch und Tratsch

Obwohl alles in sehr komprimierter Form geschildert wird, so reichert Asser Amdisen seine fundierte Geschichtserzählung gerne mit Klatsch und Tratsch an. Einer guten Geschichte darf man schließlich nicht aus dem Weg gehen, so seine Maxime.

Eine der Pointen seines Buches ist, dass Europa und das Europäische ein ewiger Kampf zwischen dem Friedlichen und Aufgeklärten einerseits und dem Arroganten und Imperialistischen andererseits sind. Beide Seiten gehören zu den europäischen Werten und zu unserer Kultur hinzu, so das Fazit Amdisens.

Ein ungewöhnlicher Vergleich

„In meiner Welt ist Geschichte spannend, unterhaltend und muss zu etwas nütze sein. Aber in erster Linie ist Geschichte ein Kampfsport“, sagt Amdisen. Das Buch habe er nicht geschrieben, um die Leserschaft „mit dem Strich zu bürsten“, wie er sich ausdrückt.

Er gibt zu, dass sein Buch teilweise polemisch ist und seine eigene Meinung wiedergibt. Sollte sich der eine Leser oder die andere Leserin provoziert fühlen, so würde ihn das freuen. „Kamp må der til, når livet skal gro“, zitiert Amdisen eine Zeile aus Hans Vilhelm Kaalunds Lied „Jeg elsker den brogede verden“. Um etwas voranzubringen, muss also gekämpft werden. Deshalb schreibt der Autor im Vorwort seines neuesten Buches auch Folgendes: „Ich habe nichts dagegen, wenn dich das Buch erzürnt, aber es würde mich unglaublich traurig machen, wenn dich das Buch unberührt lässt.“

Dänemarkgeschichte in Neuauflage

2018 gab Asser Amdisen ein Buch mit dem Titel „En ualmindelig og kortfattet danmarkshistorie“ heraus. Dieses Buch ist demnächst in einer überarbeiteten Neuauflage erhältlich.

Beide Bücher erscheinen im Verlag „Lindhardt og Ringhof“ und sind ab dem 13. September erhältlich.  

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Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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