Grenzhandel

Deutsche kaufen ihr Feuerwerk in Dänemark

Deutsche kaufen ihr Feuerwerk in Dänemark

Deutsche kaufen ihr Feuerwerk in Dänemark

Apenrade/Pattburg
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Feuerwerk
Der Zauber am Himmel bleibt den Deutschen wegen des Verbots, Feuerwerk zu verkaufen, in diesem Jahr verwehrt. (Archivfoto) Foto: Joseph Chan/Unsplash

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Aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kommen Kunden über die deutsch-dänische Grenze, um sich mit Feuerwerk einzudecken. Das Verkaufsverbot in Deutschland lässt den Feuerwerks-Grenzhandel explodieren.

Für 400 Euro habe er Feuerwerk gekauft, berichtet ein Deutscher, der ganz aus Lübeck nach Apenrade (Aabenraa) gekommen ist, um sich mit Raketen und anderer Pyrotechnik einzudecken. Aus den Medien habe er von der Möglichkeit erfahren, berichtet er.

Für 400 Euro hat sich ein Lübecker in Apenrade mit Feuerwerk eingedeckt. Foto: Jan Peters

In Deutschland ist der Verkauf von Feuerwerk nämlich verboten. Es soll damit vermieden werden, dass sich Menschen durch das Abfeuern von Feuerwerk und Knallern verletzen und die durch die vielen Corona-Kranken belasteten Krankenhäuser noch weiter an ihre Grenzen zu bringen.

Fluch und Segen

Was für die deutschen Pyrotechnik-Verkäufer ein Fluch ist, ist für die dänischen Händler und Hersteller ein Segen, denn viele Menschen aus den nördlichen Bundesländern, wie der Kunde aus Lübeck, der seinen Namen jedoch nicht in der Zeitung lesen möchte, fahren über die Landesgrenze und kaufen in Dänemark ihr Feuerwerk für Silvester. Das Abbrennen ist in Deutschland nämlich nicht verboten, nur der Verkauf.

Und das Schlupfloch entdecken immer mehr Deutsche, wie unter anderem Noah Iversen berichtet. Er verkauft für das Unternehmen „Thansen" Raketen und Co. aus einem Zelt auf dem Apenrader Ringreiterplatz heraus. „Es ist ein Teil deutscher Kunden, den wir bedienen“, sagt er. Wie viele es genau sind, könne er jedoch nicht einschätzen.

Søren Petersen inmitten seines Sortiments an Feuerwerk Foto: Jan Peters

Auch Søren Petersen vom Aalborger Feuerwerkshersteller „AFAC“ steht mit drei Mitarbeitern in einem großen Zelt auf dem Ringreiterplatz und bietet alle Arten Raketen und Feuerwerksbatterien nebst Verkleidung an. „Hier sehen wir einen Teil deutscher Kunden“, erklärt er auf Anfrage des „Nordschleswigers“, „doch in Pattburg, wo wir auch eine Verkaufsstelle haben, ist der Anteil viel höher. Die Nähe zur Grenze ist der Grund“, berichtet er.

Er schätzt, dass es sich um etwa 80 Prozent handelt, die aus Deutschland kommen, um in Dänemark zu kaufen.

Zwar haben auch in den Jahren zuvor schon Deutsche ihre Raketen im dänischen Grenzland gekauft, „weil die Auswahl größer ist“, wie Pyrotechniker Petersen weiß. „Doch durch das Verbot sind es doch viel mehr geworden.“

Feuerwerk

In Dänemark darf nur Feuerwerk für den Eigenbedarf transportiert werden. Die Höchstmenge beträgt dabei 5 Kilogramm.

Fünf Ratschläge gibt das dänische Gesundheitsministerium beim Abfeuern von Raketen und Co.:

  1. Benutze immer eine Schutzbrille.
  2. Benutze nur zugelassenes Feuerwerk.
  3. Halte niemals entzündetes Feuerwerk in der Hand.
  4. Halte Sicherheitsabstand und lehne dich nicht über das Feuerwerk.
  5. Gehe niemals zurück zu einem Blindgänger.

In Dänemark wurde 2018 Feuerwerk im Wert von 415 Millionen Kronen verkauft. Ein Jahr später waren es knapp 400 Millionen Kronen. (Quelle: Dansk Erhverv)

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