Grenzlandaustellung

Kraftakt der Grenzland-Künstler

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Gwyn Nissen

Die mittlerweile 48. Grenzlandaustellung hat am Sonnabend in Apenrade ihre Tore geöffnet.

Eigentlich passt der Name Grenzlandausstellung irgendwie nicht zum Künstlerverband, der sich bereits seit 48 Jahren im deutsch-dänischen Grenzland trifft, denn eins zeigt auch die diesjährige Ausstellung in der Sønderjyllandshalle in Apenrade: Die Künstler haben keine Grenzen – sie spielen mit den Ausdrucksformen, mit dem Material, lassen die Farben explodieren, experimentieren und fordern den Betrachter ständig heraus.

Der Zusammenhang der Grenzlandausstellung besteht natürlich im Geografischen: Das deutsch-dänische Grenzland und der Bezug zur Region ist Ausgangspunkt für die Mitglieder des Künstlerverbandes. Ansonsten gibt es keine Linie, kein übergeordnetes Thema, keinen Leitfaden – und das ist gut so.

Der Reiz der Grenzlandausstellung besteht in der Abwechslung zwischen den Künstlern: Mal naiv, mal expressionistisch, hier wild, dort zierlich, jetzt ernst, bald spielerisch.

Die blumigen Welten von Inka Sigel. Foto: Gwyn Nissen

Unverkennbar weiterentwickelt

Wer über viele Jahre die Grenzlandausstellung besucht hat, wird die Entwicklung der einzelnen Mitglieder deutlich erkennen: Auch wenn es unverkennbare Werke von Jes Mogensen sind – sie sind jetzt voller Farben. Dan Thuesen lässt sich weiterhin von der flachen Marschenlandschaft inspirieren, doch auch er entwickelt sich weiter wie auch der Nestor, Aage Schmidt, der mit seinen 87 Jahren in seiner Kunst noch nie lebendiger rüber gekommen ist. Um nur einige der Mitglieder zu nennen.

Unverkennbar sind auch die in Stein gemeißelten Skulpturen von Monika Poulsen und Hans Lembrecht Madsen sowie die Holzfiguren von Menno Fahl – und genau so gesellschaftskritisch wie immer die Installationen von Markus Herschbach und Søren Møller. Von den 26 Mitgliedern des Kunstverbandes stellen 32 aus.

Wie immer tragen auch in diesem Jahr Gästekünstler zur Spannung bei. Unter anderem darf man sich auf Werke von Hans Oldau Krull und Søren Hüttel aus Dänemark freuen sowie von Silke Storjohann aus Hamburg freuen. Insgesamt sind in diesem Jahr neun Gäste aus Deutschland und Dänemark eingeladen worden.

Großmachtspiele von Markus Herschbach. Foto: Gwyn Nissen

Grenzlandausstellung 18

Die Ausstellung ist bis zum 26. August in der Apenrader Sønderjyllandshalle zu sehen. Täglich von 10 bis 17 Uhr . Die Vernissage fand am Sonnabend um 14 Uhr statt. Die Eröffnungsrede hielt Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt (SP), Sonderburg.

Führungen

Es finden zwei Führungen durch die Grenzlandausstellung mit Kunsthistorikerin Lise-Lotte Blom statt: am Donnerstag, 23. August um 18 Uhr und am Sonntag, 26. August um 15 Uhr. Mittwoch, 22. August, gibt das Percussion-Duo Martins & Stensgaard ein Konzert.

Zweite Ausstellung

Die Grenzlandausstellung zieht im September nach Flensburg weiter – „Ein Motiv – zwei Ausdrücke“ deutet an, dass die Ausstellung in der dänischen Zentralbibliotek in Flensburg eine ganz neue Ausstellung wird. Zu sehen vom 7. September bis 20. Oktober.

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