Sydbank

Uneinigkeit über Fusion? Vier Mitglieder verlassen den Vorstand

Uneinigkeit über Fusion? Vier Mitglieder verlassen den Vorstand

Uneinigkeit über Fusion? Vier verlassen den Vorstand

ritzau/gn
Apenrade/Aabenraa
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Vier Mitglieder haben den Vorstand der Sydbank verlassen – darunter der Vorsitzende und sein Vize. Foto: Sydbank

Vorstandsvorsitzender Torben Nielsen und sein Vize John Lesbo sind gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern aus dem Vorstand getreten. Lars Mikkelgaard-Jensen und Jacob Christian Nielsen sind neu an der Spitze.

Drama in der viertgrößten Bank Dänemarks: vier Mitglieder des Aufsichtsrates (dänisch: bestyrelse) haben ihre Posten abgegeben, darunter der Vorsitzende Torben Nielsen und sein Vize John Lesbo. Auch Jørgen Høholt und Frank Møller Nielsen sind zurückgetreten.

Dies teilte die Sydbank, mit Hauptsitz in Apenrade, am Abend der dänischen Börse mit.

Als Begründung gab die Bank an, dass sich die vier Mitglieder mit dem Rest des Vorstandes in der Strategie der Sydbank und dem Corporate Governance (wie die Geschicke der Bank geleitet werden) nicht einig seien.

Die restlichen acht Mitglieder des Aufsichtsrates haben die Uneinigkeit der vier Vorstandskollegen „zur Kenntnis genommen", heißt es weiter in der Mitteilung an die Börse.

Aus dem jetzigen Vorstand sind der frühere IBM-Chef in Dänemark Lars Mikkelgaard-Jensen und der Chef des nordschleswigschen Wirtschaftshauses in Woyens, Jacob Chr. Nielsen aus Wilstrup, zunächst als Vorsitzender und zweiter Vorsitzender gewählt worden, bis vier neue Vorstandsmitglieder gewählt sind.

Uneinigkeit über Fusion?

Außerdem teilt der jetzige Vorstand mit, dass man die Arbeit, Sydbank zu einer stärkeren Bank zu entwickeln, fortsetzen und verstärken werde. In Verbindung mit dem Ergebnis für die ersten neun Monate, würden am 30. Oktober außerdem neue Initiativen vorgelegt, die eine "bessere Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben" schaffen sollen.

Laut Finanswatch soll es innerhalb des Aufsichtsrates Uneinigkeit darüber gegeben haben, inwiefern Sydbank sich nach Fusionspartnern wie Jyske Bank oder Spar Nord umsehen sollte.

Sydbank muss sparen

Laut dem Finanzexperten Per Hansen von Nordnet deutet einiges darauf hin, dass Sydbank nun Einsparungen durchführen muss. Dabei könne man sich nicht "mit ein bis zwei kleinen Filialen und 20 Mitarbeitern begnügen", so seine Analyse.

„Die Bank wird über einen gewissen Zeitraum wahrscheinlich Einsparungen in Höhe von fünf bis zehn Prozent durchführen müssen. Das hört sich nach viel an, läuft aber vielleicht über drei bis vier Jahre. Und es gibt keine Alternativen."

Laut Per Hansen sei der jetzige Strategieplan von 2019 bis 2022 zu unkonkret, „ohne klare Ziele" für die finanzielle Entwicklung. Das Bankengeschäft der Sydbank sei in diesen Jahren wegen des niedrigen Zinsniveaus und steigenden Ausgaben unter Druck.

Per Hansen schreibt außerdem in einem Kommentar Mittwochmorgen, dass es "seit einiger Zeit Reibereien im Aufsichtsrat" gegeben haben muss. „Die Aktionäre sind enttäuscht und die Analytiker haben den Daumen nach unten gesenkt. Irgendwer im Aufsichtsrat hat nicht nur die Strategie infrage gestellt, sondern auch die Leitung", glaubt Per Hansen.

Über 2.000 Mitarbeiter

Die Sydbank beschäftigt 2.069 Mitarbeiter (Stand 30. Juni 2019 – umgerechnet auf Vollzeitarbeitsplätze). Die Betriebskosten der Bank beliefen sich im ersten Halbjahr auf knapp 1,5 Milliarden Kronen. Laut Per Hansens Einschätzung müsste die Sydbank in den nächsten Jahren Kosten in Höhe von 150 bis 300 Millionen Kronen sparen.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Gewollt und „die Ungewollten““