Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 12. März 2023“

Das Wort zum Sonntag, 12. März 2023

Das Wort zum Sonntag, 12. März 2023

Carsten Pfeiffer
Carsten Pfeiffer
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 12. März 2023, von Pastor Carsten Pfeiffer, Buhrkall

Heute, wenn ihr seine Stimme hört,
so verstocket eure Herzen nicht.

Hebräer 3,15

Wie war das gleich noch mal, damals in der Mosezeit bei der Wüstenwanderung, auf dem Weg in die Freiheit? Gott meldet sich zu Wort: „Immer irren sie im Herzen. Aber sie verstanden meine Wege nicht.“ Und auch von „Verbitterung“ der Menschen ist in diesem Abschnitt die Rede. Und schließlich davon, dass Gott sein Volk zu seiner Ruhe bringen will. Die Gemeinde ist müde geworden. Sie ist unsicher, alle einstige Gewissheit ist dahin, die Gemeinschaft ist brüchig geworden. „Verbindlichkeit ja, aber nicht von mir.“ Und sie sind verbittert. Die Herzen verstocken. Trotzig sein. Das kindliche und auch kindische „Nun gerade nicht“. Da kommt man nicht ohne fremde Hilfe wieder heraus. „Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in den Nieren, da war ich wie ein Tier vor dir und wusste nichts“ (Ps 73, 21f). Da braucht es einen sortierenden Blick von außen. Trotz bedeutet, auf sich selbst zu bestehen; wichtige und gute Erfahrungen zu haben, aber eben darauf zu bestehen.

So entsteht eine tote, keine lebendige Beziehung, ohne Herzlichkeit, ohne Wärme. Ein verstocktes, verhärtetes Herz im Brustkorb, statt einer pulsierenden, beweglichen, auch empfindlichen und empfindsamen Mitte.

Das Zitat aus dem Hebräerbrief spielt auf eine Erfahrung an, die Gott mit seinem Volk gemacht hat. Er will alles Gute für sie, er führt sie aus der Gefangenschaft in Ägypten, rettet sie am Schilfmeer vor ihren Verfolgern, geht ihnen Tag und Nacht voraus. Aber sobald die Herzen zur Ruhe kommen nach aller Aufregung und Gefahr des Aufbruchs, werden sie nicht nur ruhig, sondern gleich hart. Das Gute, das Gott für Israel wollte, ist nicht wirklich angekommen, es scheint die Herzen nicht berührt zu haben. Eine bittere Erfahrung, vor allem für Gott selbst. Doch Gott gibt nicht auf, zieht sich nicht verbittert zurück, sondern macht im Gegenteil durch Mose noch das bittere Wasser trinkbar für das durstige Volk. Eine nachgehende und sehr geduldige Liebe, eine Liebe, die Herzen erweichen kann.

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