Leitartikel

Platz für die eigene Geschichte

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Deutsches Museum
Dem Deutschen Museum in Sonderburg steht eine Komplettüberholung bevor. Foto: DN-Archiv

Es werden derzeit große Pläne für das Deutsche Museum und das Jahr 2020 geschmiedet. Das neue Museum in Sonderburg ist eine einmalige Gelegenheit für die Minderheit, sich und ihre Geschichte zu präsentieren und neu zu interpretieren, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Es werden derzeit große Pläne für das Deutsche Museum und das Jahr 2020 geschmiedet. Das neue Museum in Sonderburg ist eine einmalige Gelegenheit für die Minderheit, sich und ihre Geschichte zu präsentieren und neu zu interpretieren, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Der Platz am Rønhaveplads in Sonderburg ist zwar prominent, aber irgendwie scheint das Museum der deutschen Minderheit in Nordschleswig doch irgendwie gut versteckt zu sein – nicht nur weil sich die Ausstellung im ersten und zweiten Stock des historischen Gebäudes befindet. Doch das soll sich bald ändern – es werden derzeit große Pläne für das Museum und das Jahr 2020 geschmiedet.

Ungewöhnlich große Pläne für die deutsche Minderheit, denn es ist von einem Projekt die Rede, das über zehn Millionen Kronen kosten wird. Geld, das teils in eine notwendige Sanierung des Gebäudes gesteckt werden muss, aber genauso wichtig, auch Mittel, die für Inhalte und Präsentation der Ausstellungen fließen sollen.

Um es gleich klarzumachen: Die Minderheit selbst hat nicht das nötige Geld – nicht im entferntesten. Aber das 100. Geburtsjahr der deutschen Minderheit nach der Trennung Nordschleswigs von Deutschland ist Anlass sowohl nördlich als auch südlich der Grenze, die deutsche Volksgruppe in ein neues Licht zu rücken – unter anderem indem die Minderheit die Möglichkeit bekommt, die eigene und deutsche Geschichte in zeitgemäßen Rahmen zu zeigen. Mögliche Geldgeber des Projekts fordern daher bei einer Neugestaltung des Museums innovatives Denken: Museen sind heute nämlich weit mehr als nur Schaukästen und Infotafeln. Man spricht von interaktiven und digitalen Erlebnis-Museen, in denen historische Ausstellungsgegenstände neu vermittelt werden.

Das neue deutsche Museum in Sonderburg ist eine einmalige Gelegenheit für die Minderheit, sich und ihre Geschichte zu präsentieren und neu zu interpretieren. Vor allem, wenn sich dafür auch noch Geldgeber finden. Daher sollte die Chance, ein neues Museum zu schaffen unbedingt verfolgt werden, denn niemand anders wird diese Geschichte – unsere Geschichte – so erzählen wie die Minderheit selbst: nicht nur mit Informationen und Wissen, sondern auch mit den Menschen, den Gefühlen und der Leidenschaft, die die Volksgruppe ausmachen.

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