Leitartikel

„Eine neue Laufbahn“

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Faul auf dem Sofa liegen ist genauso gefährlich wie das Rauchen, sagen Studien. Deshalb möchte die Regierung die Dänen bewegen. Chefredakteur Gwyn Nissen gefällt die Idee.

Die dänische Regierung hat sich hohe Ziele gesetzt, wenn es darum geht, wie aktiv die Bevölkerung in Zukunft im Alltag sein soll: 2025 sollen 75 Prozent der in Dänemark Lebenden Sport treiben. Denn: Wer sich bewegt, dem geht es in der Regel besser.

Faul auf dem Sofa liegen ist genauso gefährlich wie das Rauchen, haben Studien gezeigt. Daher haben die dänischen Politiker die Messlatte ganz nach oben geschraubt: Dänemark soll das aktivste Land der Welt werden. Um das zu erreichen, investiert die Regierung in den kommenden Jahren mindestens 40 Millionen Kronen. Dabei geht es vor allem darum, die Dänen enger an das Vereinsleben zu knüpfen: 50 Prozent der Bevölkerung sollen in sechs Jahren Mitglied eines Vereins sein – weil nicht nur der Sport und die Bewegung zählen, sondern eben auch die zwischenmenschlichen Beziehungen.

Dabei setzen die Politiker natürlich auf das Zusammenspiel mit den etablierten Vereinen. Aber nicht nur. Auch der Arbeitsplatz spielt eine gewichtige Rolle, wenn es um die Gesundheit der Mitarbeiter geht. Sport ist Mord, lautet die Reaktion vieler Kritiker, und ein weiterer Klassiker ist, dass sich der Staat und/oder der Arbeitsplatz nicht in „meine Gesundheit“ einmischen soll.

Doch, das muss sein. Aber es ist ja auch kein Zwang. Es ist vor allem ein Angebot, und es muss ja auch nicht gleich ein Marathon sein. Ein abendlicher Spaziergang oder eine morgendliche Fahrradtour bei frischer Luft tun es auch. Denn die Entwicklung läuft gerade rückwärts: Immer weniger Kinder und Erwachsene treiben Sport. Auch wenn man das Gefühl hat, dass jetzt überall Jogger und Radfahrer unterwegs sind. Vor sieben Jahren war 66,2 Prozent der in Dänemark Lebenden sportlich aktiv – vor zwei Jahren waren es nur noch 63,7 Prozent.

Dabei können wir alle nachvollziehen, was gut für uns ist und was gut tut. Frische Luft und etwas Bewegung haben noch niemandem geschadet – im Gegenteil. Also − was machen wir noch am Küchentisch oder auf dem Sofa? Bewegen rettet Leben. Auf in die neue Laufbahn …

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