Leitartikel

Nahrungsmittel für viele Millionen

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Landwirtschaft
Foto: Cornelius von Tiedemann

Der Ruf der Landwirte ist in Dänemark nicht immer der beste, der Einfluss auf die Politik hat stark nachgelassen. Dabei, sagt Volker Heesch, spielt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle nicht nur in der dänischen Wirtschaft – schließlich werden durch dänische Agrarprodukte dreimal mehr Menschen ernährt als Dänemark Einwohner hat.

Der Ruf der Landwirte ist in Dänemark nicht immer der beste, der Einfluss auf die Politik hat stark nachgelassen. Dabei, sagt Volker Heesch, spielt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle nicht nur in der dänischen Wirtschaft – schließlich werden durch dänische Agrarprodukte dreimal mehr Menschen ernährt als Dänemark Einwohner hat.

In den vergangenen Jahren konnte man viel über die schwindende Bedeutung der Landwirtschaft im einstigen Agrarland Dänemark lesen und hören. Der einst mächtige Berufsstand der Bauern hat inzwischen kaum noch Repräsentanten in Folketing oder gar Regierung.

Ein Blick in die Statistiken zeigt aber dennoch, dass die Landwirtschaft nach wie vor eine herausragende Position im Lande besitzt. So berichtete der Dachverband der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft „Landbrug & Fødevarer“ jüngst, dass die Nahrungsmittelbranche für 157 Milliarden Kronen jährlich exportiert, in 200 verschiedene Staaten in aller Welt. Der Anteil an den Gesamtexporten liegt bei 25 Prozent.

Das lässt auch „Kritik“ am hohen Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen am Gesamtareal Dänemarks in einem anderen Licht erscheinen. So war darauf hingewiesen worden, dass es der Natur in Dänemark auch deshalb nicht besonders gut gehe, weil Äcker, Weiden und Wiesen einen im Vergleich mit Nachbarländern zu hohen Anteil an der Gesamtfläche besitzen.
Knapp 2,7 Millionen Hektar, 62 Prozent der Landesfläche Dänemarks, sind Agrarland. In den vergangenen hundert Jahren sind laut Danmarks Statistik 500.000 Hektar aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgefallen – aufgrund von Aufforstungen, aber vor allem auch durch „Landverbrauch“ durch Bau von Straßen, Siedlungen und Gewerbegebieten.

Deshalb sind den Menschen hierzulande die Nahrungsmittel nicht zur Mangelware geworden, denn in den zurückliegenden 100 Jahren haben sich beispielsweise die Erträge bei den Feldfrüchten im Schnitt verdreifacht, auf 6,2 Tonnen pro Hektar.

Oft wurde in den vergangenen Jahren angeklagt, dass die Agrarproduktion hierzulande durch Import vor allem von Futtermitteln auf Kosten ärmerer Länder laufe. Doch da ist auch die aktuelle Angabe des Direktors im Agrarverband, Flemming Nør-Pedersen, interessant. Dänemark produziert nämlich Nahrungsmittel, mit denen 16 bis 17 Millionen Menschen ernährt werden. Keine schlechte Sache in Zeiten von Dürren, Klimawandel und anderen Weltkrisen.

Es sollte auch Ansporn sein, dass unsere Landwirtschaft ohne Zerstörung ihrer Grundlagen, möglichst naturgerecht, für die Zukunft gesichert wird. Auch als Beitrag zur globalen Nahrungsmittelversorgung.

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