Leitartikel

„Ein Gymnasium mit Wir-Gefühl“

Ein Gymnasium mit Wir-Gefühl

Ein Gymnasium mit Wir-Gefühl

Apenrade/Aabenraa
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Am Sonnabend gibt es ein ganz besonderes Fest an einem ganz besonderen Gymnasium. Es gibt nämlich nur ein DGN, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Seit 60 Jahren gibt es das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig schon – ein Grund zum Feiern. Am Sonn- abend werden daher über 400 ehemalige Schüler am DGN in Apenrade erwartet. Die Wiedersehensfreude ist programmiert.

Gut 2.400 Köpfe hat Rektor Jens Mittag auf den Abiturienten-Fotos in den Gängen des Gymnasiums gezählt – die meisten aus Nordschleswig. Sie alle verbindet eine ganz besondere Gemeinschaft an einer ganz besonderen Schule, denn das deutsche Gymnasium in Apenrade ist eben nicht nur Unterricht und Bildung. Es ist auch eine Begegnungsstätte, ein Ort der Freundschaft und ein identitätsstiftendes Haus, vor allem für die „Kinder der Minderheit“.

In den vergangenen Tagen haben wir mit vielen Ehemaligen gesprochen und geschrieben. Dabei stellt sich heraus, dass die Zeit am DGN für fast alle richtungsweisende Jahre waren. Heute schreiben Ehemalige mit Hingabe über Gymnasium, Lehrer und Mitschüler.

Das „Gym“ der deutschen Minderheit ist auch wegen seiner Einzigartigkeit etwas ganz Besonderes. Es gibt kein zweites deutsches Gymnasium in Nordschleswig. Das gibt dem DGN in der Minderheit einen hohen Stellenwert. Was allerdings nicht damit verwechselt werden darf, dass nur das DGN zählt.

Die deutsche Minderheit besteht auch aus Landwirten, Handwerkern und Handelsleuten, die andere Ausbildungswege wählen. Und das ist gut so.

Hinzu kommt, dass das DGN im nationalen Vergleich mit anderen dänischen Einrichtungen zu den besten Gymnasien des Landes gehört – und hier im Landesteil natürlich Spitze ist. Guter Notendurchschnitt, Zweisprachigkeit und die Doppel-Kultur des Grenzlandes – das gibt es nur am DGN.

Das Gymnasium ist für viele aber auch die letzte Station, bevor sie die Minderheit verlassen, um ihren Ausbildungsweg woanders fortzusetzen. Viele Ehemalige haben danach kaum mehr Verbindung mit der deutschen Minderheit in Nordschleswig – es sei denn, sie kehren wieder in den Landesteil zurück.

Daher hat unser Gymnasium auch eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Minderheit in den Schülern zu verankern – und umgekehrt die Schüler in der Minderheit. Das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig ist eben nicht nur Schule – es schweißt zusammen und schafft ein lebenslanges, Netzwerk mit einem Wir-Gefühl, das auch 25, 40 oder 50 Jahre später noch besteht.

Deshalb gibt es am Sonnabend ein ganz besonderes Fest an einem ganz besonderen Gymnasium. Es gibt nämlich nur ein DGN.

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