Leitartikel

„Doch, 2020 wird ein deutsch-dänisches Jahr “

„Doch, 2020 wird ein deutsch-dänisches Jahr “

„Doch, 2020 wird ein deutsch-dänisches Jahr “

Apenrade/Aabenraa
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Deutschland muss und wird 2020 mit dabei sein, weil das deutsch-dänische Grenzland und seine Geschichte auch eine deutsche Erfolgsgeschichte ist. Das kann man nicht nur feiern, das muss man feiern. Gemeinsam, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Jahreszahlen haben eine besondere Magie, schreibt der Deutschland-Korrespondent von „Jyllands-Posten“, Michael Kuttner Mittwoch (auf jp.dk nachzulesen). Es gibt Jahreszahlen, die haben eine internationale Bedeutung, während andere nur eine nationale Bindung haben – wenn überhaupt.

Wenn Dänemark 2020 den 100. Jahrestag für die „Wiedervereinigung“ (Genforening) Nordschleswigs mit dem Königreich feiert, dann wird der Jahrestag einen schweren Stand in Deutschland haben, meint Kuttner. Hier könne sogar der Tag des Schlagers eine größere Bedeutung haben.

In einem hat er recht: Was für die Dänen die Wiedervereinigung ist – ein erfreuliches Ereignis – ist für die Deutschen die Abtretung des Landesteils Nordschleswig an den Nachbarn Dänemark. Also kein wirklicher Grund zu feiern, obwohl es eine demokratische Abstimmung gab. Und während die Dänen stets sowohl historische Niederlagen als auch Siege zum Anlass genommen haben, eine Feier zu gestalten, feiern die Deutschen aufgrund ihrer Geschichte grundsätzlich weder Siege noch Niederlagen.

Dass Dänemark 2020 allein feiern wird, stimmt allerdings nicht. Auch wenn sich die deutsche Seite schwergetan hat, eine passende Rolle in den 2020-Feierlichkeiten zu finden: Deutschland wird das Jubiläum an der Seite Dänemarks begehen. Dafür hat unter anderem auch der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen gesorgt, der in Kiel und Berlin viel Überzeugungsarbeit geleistet hat.

Flensburg und Südschleswig mussten gar nicht überzeugt werden – Mehrheit und Minderheit dort waren von Anfang an begeistert dabei. Kiel wurde schnell überzeugt, und auch die Bundesrepublik wird ihren Teil tragen – unter anderem, weil Berlin eine Verpflichtung gegenüber der deutschen Minderheit in Nordschleswig hat: Die Minderheit wird immerhin 100 Jahre alt – 1920 war die Geburtsstunde des Grenzlandes, so wie wir es heute kennen.

Aber es geht um mehr als die nationalen Minderheiten. Es geht um eine friedliche Entwicklung im deutsch-dänischen Grenzland und um das oft erwähnte Miteinander und Füreinander. Auch wenn nicht alles perfekt ist, das Grenzland hat Vorbildcharakter.

Deshalb muss und wird Deutschland 2020 mit dabei sein, weil das deutsch-dänische Grenzland und seine Geschichte auch eine deutsche Erfolgsgeschichte ist. Das kann man nicht nur feiern, das muss man feiern. Gemeinsam. Daher wird Michael Kuttner in seiner Analyse hoffentlich nicht recht behalten. 2020 ist ein historisches Jahr – für Dänemark und Deutschland.

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