Leitartikel

Ein Besuch mit wichtigen Zeichen

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Schleswig-Hoslteins Ministerpräsident Daniel Günther (l.) mit Staatsminister Lar Løkke Rasmussen (r.) Foto: Scanpix

Günther setzte mit seinem ersten Auslandsbesuch ins Nachbarland ein klares Zeichen: Schleswig-Holstein will Dänemark. Er kann ein positives Fazit seiner Reise mit nach Kiel nehmen, meint Gwyn Nissen.

Schleswig-Holsteins neuer Ministerpräsident Daniel Günther hätte sich keinen besseren Start mit dem Nachbarn Dänemark wünschen können: „Hochrangig“, nannte er den Empfang, dem ihm das Nachbarland bei seinem ersten offiziellen Besuch bereitete.

Praktisch alles, was Rang und Namen hatte, stellte sich dem Landeschef zur Verfügung: an der Spitze Königin Margrethe und Regierungschef Lars Løkke Rasmussen, aber auch drei Minister und Industrieboss Jørgen Mads Clausen. Daniel Günther wird sich über die erwiesene Ehre zwischendurch in den Arm gekniffen haben. Wer in Kiel und Kopenhagen an den Strippen des Besuchs gezogen hat, hat wirklich ein glückliches Händchen gehabt.

Günther setzte mit seinem ersten Auslandsbesuch ins Nachbarland ein klares Zeichen: Schleswig-Holstein will Dänemark. Und mit dem SSW’er Lars Harms und dem Minderheitenbeauftragten Johannes Callsen (CDU) im „Gefolge“ zeigte er deutlich, dass er auch die Minderheiten will. Während die deutsche Minderheit stets zu wechselnden Regierungen in Kiel einen guten Draht gehabt hat, war das Verhältnis zwischen der nun regierenden CDU und der dänischen Minderheit in den vergangenen Jahren auf dem Gefrierpunkt.

Daniel Günther ist darum bemüht, sich mit SSW und Minderheit wieder zu vertragen. Die deutsche Minderheit durfte sich darüber freuen, dass Daniel Günther bei seinem Besuch in der dänischen Hauptstadt auch die Nordschleswiger mit einbezog und ihnen zum Abschluss der Auslandsreise sogar eine Hauptrolle zuteilte. Das abschließende Statement zum Dänemark-Besuch machte Günther beim Sekretariat der Deutschen Minderheit in der Peder Skrams Gade. So rückte auch die Minderheit für einen Vormittag in den medialen Fokus der Pressevertreter aus Deutschland.

Daniel Günther kann ein positives Fazit mit nach Kiel nehmen: Er hat wichtige Politiker in Kopenhagen getroffen und wird nächstes Mal einfach anklopfen können, wenn es Gesprächsbedarf gibt. Das ist auch eher seine Art. In Nordschleswig würden wir sagen: „Han gæ ind i folk med træsk“ – er findet schnell einen Draht zu Leuten und kommt gut an. Für die deutsch-dänischen Beziehungen kann das nur gut sein.

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