Kulturkommentar

„Vom Klo auf die Leinwand“

Vom Klo auf die Leinwand

Vom Klo auf die Leinwand

Uffe Iwersen
Uffe Iwersen
Apenrade/Aabenraa
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Das Haus Quickborn als Schauplatz für einen Horrorfilm? Die Idee kam BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen am späten Abend auf der Toilette des Hauses an der Förde. Warum man spontanen und verrückten Ideen nachgehen soll, schreibt er in seinem Kulturkommentar.

Mir schießen öfter mal Ideen für die BDN-Kulturarbeit an den unterschiedlichsten Orten durch den Kopf – beim Duschen, auf Klo, beim Fußball, beim Mittagsessen, im Traum, beim Laufen. Viele dieser Ideen muss ich dann auch oft wieder verwerfen. Einige Ideen setzen sich jedoch durch und landen dann bei mir auf dem Schreibtisch. 

So wieder geschehen vor ein paar Monaten auf Klo. Ich hatte im Haus Quickborn eine Schauspielerin untergebracht. Ich trank mit ihr nach ihrer Ankunft abends noch ein Bier. Uns fiel beiden auf, dass das Haus Quickborn – allein ohne weitere Belegung – doch schon sehr unheimlich abends/nachts wirken kann. Als ich das Bier wegbringen war und beim Händewaschen auf dem Klo in der Vorhalle des Haus Quickborn in den Spiegel blickte, kam sie mir: die Idee für einen Film.

Mittlerweile liegt nun die konkrete Idee eines Horrorfilms, dessen Mittelpunkt das Haus Quickborn sein soll, auf meinem Schreibtisch.
Ich hatte mir eigentlich geschworen, nach dem Filmprojekt „Krug an der Wiedau” (2020/2021) erstmal Filmgeschäft Filmgeschäft sein zu lassen. Aber diese Idee, einen unheimlichen Film im Haus Quickborn zu produzieren, hat mich getriggert und hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

Durch den Film sollen unsere Minderheitengeschichte und evtl. aktuellere Entwicklungen erzählt werden, sodass man als Zuschauerin und Zuschauer durch diesen furchteinflößenden, aber unterhaltenden Film ganz automatisch klüger in Sachen deutsche Minderheit in Dänemark wird.

Nun geht’s darum, Gelder für ein solches Projekt zu akquirieren, denn so ein Film kostet einfach wahnsinnig viel Geld, auch wenn es sich um einen Low-Budget-Film dreht. Der BDN-Kulturausschuss kann und soll so ein Projekt nicht aus eigenen Mitteln stemmen – es müssen also haufenweise Drittmittel her. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Ich kann nur dazu auffordern, spontanen und auch verrückten Ideen, egal ob sie auf Klo oder beim Spaziergang entstehen, nachzugehen. Denn vielleicht ist da ja ein Rohdiamant dazwischen, den man einfach nur noch bisschen schleifen muss, um ihn funkeln zu lassen. Die deutsche Minderheit braucht auch mal Projekte und Ideen, die aus der Reihe tanzen, damit unser Angebot attraktiv bleibt.

Die in diesem Kulturkommentar vorgebrachten Inhalte sind nicht von der Redaktion auf ihre Richtigkeit überprüft. Sie spiegeln die Meinung der Autorin oder des Autors wider und repräsentieren nicht die Haltung des „Nordschleswigers“.

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